Stauff setzt in Werdohl auf modernste Robotertechnik 

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Beim Entladen des Schwertransporters aus Italien, der die erste von zwei Rundtaktmaschinen bei Stauff angeliefert hat, kam schweres Gerät zum Einsatz.

Werdohl - Es war so etwas wie eine vorweggenommene Bescherung, als bei der Firma Walter Stauffenberg kurz vor Weihnachten der Schwertransporter auf das Werksgelände rollte. Geladen hatte der Lastwagen eine Maschine, mit der der international tätige Spezialist für Fluidtechnik seine Zukunft gestalten will.

Sie bringt 30 Tonnen auf die Waage, ihre Transportbreite beträgt mehr als 4 Meter. Schon diese Eckdaten der ersten Rundtaktmaschine, die kurz vor dem Jahreswechsel am Werdohler Stammsitz der Stauff Gruppe angeliefert wurde, beeindrucken. Doch hinter den nackten Zahlen verbirgt sich noch viel mehr.

Schaut man sich die künftigen Ausbringungsmenge der mit hochmoderner Robotertechnik ausgerüsteten Anlage an, wird es noch imposanter: Die Geschäftsführung der Walter Stauffenberg GmbH & Co. KG (Stauff) erwartet, dass mit der neuen Maschine pro Jahr mehr als 1,5 Millionen Rohrverschraubungen für die Hydraulik auf Basis von Schmiederohlingen aus Stahl produziert werden können. Die ersten davon sollen nach erfolgreicher Inbetriebnahme und Anlaufphase Anfang Februar „von der Maschine fallen“.

Zweite Maschine schon im Anflug

Doch damit nicht genug: Einen weiteren Rundtakter mit etwa doppelter Produktionskapazität hat Stauff bereits beim italienischen Hersteller bestellt. Auch diese Maschine soll noch in der ersten Jahreshälfte am Standort in Versevörde aufgestellt werden. Dadurch will Stauff den Ausstoß von zuletzt etwa 10 Millionen Teilen pro Jahr auf etwa 15 Millionen Teile erhöhen.

Was sind Rundtaktmaschinen?

Rundtaktmaschinen sind Werkzeugmaschinen, in denen das zu bearbeitende Werkstück in einem liegenden oder stehenden Rundschalttisch oder Schaltteller gespannt wird. Die Werkstücke werden dann mit einer festen Taktung von einer Bearbeitungsstation zur nächsten transportiert. Rundtaktmaschinen werden vor allem zur Bearbeitung von Werkstücken oder Teilefamilien in hohen Stückzahlen eingesetzt.

Derzeit wird die Maschine mit Unterstützung durch das Herstellerwerk errichtet. Sie soll Anfang im Februar in Betrieb genommen werden.

Mit der Gesamtinvestition in Höhe von etwa 6,2 Millionen Euro in beide Maschinen fühle Stauff sich bestens aufgestellt, um im internationalen Wettbewerb der Verschraubungshersteller nicht nur bestehen, sondern diesen auch entscheidend und nachhaltig mitgestalten zu können, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.

„Die beiden Rundtaktmaschinen sind die Grundlage dafür, Rohrverschraubungen in der Zukunft noch wirtschaftlicher und flexibler fertigen zu können. Unsere Kunden werden dies nach Inbetriebnahme und Produktionsstart positiv in der gesteigerten Lagerverfügbarkeit der Bauteile zu spüren bekommen“, erklärt Carsten Krenz, Geschäftsführer bei Stauff.

Lieferung hat sich verzögert

Eigentlich hatte Stauff die erste Maschine bereits für September vergangenen Jahres erwartet und im Februar sollte bereits das zweite Exemplar geliefert werden. Gegenüber der ursprünglichen Planung war es aber aufgrund eines längeren Freigabeprozesses beim Herstellerwerk in Italien zu zeitlichen Verzögerungen gekommen. Dies sei, so Krenz, jedoch bei einer Investition in dieser Größenordnung nicht außergewöhnlich und habe nicht zu Kapazitäts- oder Versorgungsengpässen geführt.

Um die beiden Maschinen in dem Werk Im Ehrenfeld überhaupt aufstellen zu können, musste Stauff in den vorhandenen Hallen etwas umbauen: Eine Maschine zur Produktion von Topffiltern musste weichen, weitere kleine Veränderungen kamen hinzu.

Neue Arbeitsplätze geschaffen

Die Neuanschaffung war auch mit der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen verbunden. Unter anderem hat Stauff bereits drei weitere Zerspanungsmechaniker eingestellt, die einen zukünftigen Betrieb der neuen Maschinen im Schichtbetrieb sicher stellen sollen.

Die Investition sei als eindeutiges Zeichen und langfristiges Bekenntnis der Gesellschafterfamilie Menshen zum Standort Werdohl und das Sauerland zu verstehen, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Denn auch bei der Meinerzhagener Voswinkel GmbH, seit April 2015 eine Tochtergesellschaft der Stauff-Gruppe, werden derzeit erhebliche Um- und Neubaumaßnahmen durchgeführt. Zuletzt wurde auch hier eine neue Rundtaktmaschine in Betrieb genommen.

Die 1955 aus einer Lohndreherei hervorgegangene Stauff-Gruppe beschäftigt weltweit etwa 1350 Mitarbeiter, davon 550 an fünf Standorten in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2016 haben die Unternehmen der Gruppe einen Außenumsatz von mehr als 210 Millionen Euro erwirtschaftet.

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[28.02.2017]

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