Statt „Knast“ Haftstrafe auf Bewähung

Statt „Knast“ entschied das Gericht jetzt auf eine Haftstrafe auf Bewähung.

WERDOHL ▪ Der unerwartete Sinneswandel eines 25-jährigen Werdohlers ersparte dem Landgericht Hagen am Montag einen langen Verhandlungstag. Seit dem 18. Mai musste sich der Mann hier in zweiter Instanz wegen zweifacher Körperverletzung verantworten. Doch nachdem er am ersten Prozesstag die Vorwürfe gegen sich abgestritten hatte, räumte er nun ein, am 31. Mai vergangenen Jahres vor einem Fastfood-Restaurant in Lüdenscheid grundlos auf zwei Männer losgegangen zu sein. Dabei hatte er den einen geschlagen, und dessen Begleiter eine Kopfnuss verpasst.

Das Amtsgericht Lüdenscheid verurteilte den Werdohler dafür Anfang des Jahres zu sieben Monaten Haft ohne Bewährung. Damit war der 25-Jährige nicht einverstanden und legte gegen diese Entscheidung Berufung ein.

Beim ersten Termin vor dem Hagener Landgericht konnten die Opfer nicht mehr genau sagen, ob es sich beim Angeklagten um den Täter handelte. Zudem hatte der Bruder des 25-Jährigen angegeben, dass der Werdohler zur Tatzeit gar nicht am Tatort gewesen sei. Um den Sachverhalt besser aufklären zu können, sollten zum neuen Verhandlungstag weitere Zeugen aussagen.

Dazu kam es jedoch nicht mehr, denn gleich zu Beginn der Verhandlung legte der Angeklagte ein kurzes Geständnis ab und beschränkte die Berufung auf die Überprüfung der Strafe. Sein Ziel: Bewährung.

Und er hatte Glück. Trotz mehrerer einschlägiger Vorstrafen entschied das Gericht, die sieben Monate aus der ersten Instanz zur Bewährung auszusetzen. Ein Grund dafür war die Tatsache, dass sich der Angeklagte seit kurzem in einem festen Arbeitsverhältnis befindet. Das lasse die Hoffnung zu, dass er in Zukunft keine Straftaten mehr begehen werde. Das Gericht ordnete darüber hinaus die Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 600 Euro an. Der 25-Jährige akzeptierte die Entscheidung. – jape

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