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Kaffee und Kuchen statt Hähnchen

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Von: Michael Koll

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Unter anderem Kaffee und Kuchen kommen als Ersatz fürs Hähnchen-Spektakel gut an.
Unter anderem Kaffee und Kuchen kommen als Ersatz fürs Hähnchen-Spektakel gut an. © Koll, Michael

Werdohl - Plötzlich stand eine türkische Hochzeitsgesellschaft auf dem Platz vor dem Vereinsheim Altenmühle. Die Versetaler Schützen begannen dort gerade erst mit ihrer Ersatzveranstaltung für das in diesem Jahr noch ausfallende Hähnchen-Spektakel.

„Die kamen aus Kalkar und suchten eigentlich nur eine Toilette“, berichtete Oberst Frank Herber. „Doch als sie erfuhren, dass wir Kaffee und Kuchen anbieten, haben sie sich hingesetzt und sind erst einmal hiergeblieben. Die haben sich richtig wohlgefühlt bei uns“, freute sich der Vereinsvorsitzende.

Neben den 20 selbstgemachten Torten und Kuchen hatten die Schützen aber auch etwas für den herzhaften Zahn im Angebot. Malteser und Deutsches Rotes Kreuz standen gemeinsam Grill, um Bratwurst, Pommes und Krustenbraten zuzubereiten. Kaltgetränke rundeten das kulinarische Angebot am Samstag ab.

„Viele kamen und holten sich Essen ab, dass sie mit nach Hause genommen haben“, beobachtete Herber. Das soll im nächsten Jahr wieder mit Grillhähnchen so geschehen. „Doch zuvor müssen wir den Grill komplett umbauen“, verriet der Oberst. „Denn aus Tierwohl-Gründen leben Hühner jetzt länger, bis sie geschlachtet werden“, erläuterte er. „Das heißt, wir werden keine Hähnchen mit einem Gewicht von 900 Gramm mehr kaufen können, die werden nicht mehr gezüchtet.“ Die haben nun 1200 Gramm. Das habe zur Folge, „dass wir immer eine Stange auf dem Grill weglassen müssen“, überlegt Herber laut. „Und die Garzeiten verlängert das auch.“ Der Vereinsvorsitzende betonte sogleich: „Es ist ja schön, dass die Tiere jetzt länger leben dürfen.“

Doch bevor es im kommenden Frühjahr zu einer Neuauflage des Spektakels kommt, haben die Versetaler Schützen noch eine Veranstaltung im Köcher. „Da die Werdohler Schützen in diesem Jahr ja kein Schützenfest durchführen“, erläuterte Herber, „haben wir kurzerhand ein Jedermann-Schießen auf die Beine gestellt.“

Am Samstag, 11. Juni, dürfen also alle ab 18 Jahren auf einen kleinen Vogel schießen – ob Mitglied im Versealer Schützenverein oder nicht. „Wir schießen dann auch nicht mit Kleinkaliber- sondern mit Luftgewehren“, sagt der Oberst. „Der König bekommt am Ende auch einen attraktiven Überraschungspreis“, kündigt er an. Zuvor werde es einen Frühschoppen mit dem Versetaler Musikzug geben.

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