Viele Werdohler Schüler aus Zuwandererfamilien

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In Werdohl hat mehr als die Hälfte aller Schüler einen Migrantionshintergrund (Symbolfoto).

Werdohl - Jeder dritte Schüler (33,6 Prozent) an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Nordrhein-Westfalen hatte im Schuljahr 2016/17 eine Zuwanderungsgeschichte. In Werdohl waren es sogar mehr als die Hälfte (55,5 Prozent). Das geht aus einer Veröffentlichung von Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes hervor.

Als Schüler mit Zuwanderungsgeschichte gelten laut Statistik solche, die selbst im Ausland geboren sind oder mindestens ein im Ausland geborenes Elternteil haben oder in deren Familie die Verkehrssprache nicht deutsch ist.

Mit dem Wert von 55,5 Prozent ist Werdohl landesweit keineswegs Spitze. Nicht einmal kreisweit liegt es vorne, denn Plettenberg – möglicherweise, weil es dort noch eine Hauptschule mit 65,5 Prozent Migrantenanteil gibt – kommt sogar auf 58,6 Prozent.

Plettenberg ist kreisweit Spitze

In ganz NRW liegt die lippische Gemeinde Augustdorf mit 70,5 Prozent an der Spitze. Augustdorf ist bekannt durch den unter britischer Verwaltung stehenden Truppenübungsplatz Senne und hat insgesamt einen hohen Anteil an Einwohnern mit Zuwanderungsgeschichte.

Auf Platz zwei folgt die niederrheinische Grenzgemeinde Wachtendonk (64,2 Prozent) vor Wesseling (57,1 Prozent) im Rhein-Erft-Kreis. Wesseling übt als bedeutender Wirtschaftsstandort im Köln-Bonner Raum ähnlich wie Werdohl traditionell Anziehungskraft auf Zuwanderer aus und hat derzeit einen Ausländeranteil von knapp 18 Prozent (Werdohl: 21,4 Prozent).

97,8 Prozent an der Hauptschule

Landesweit ist die Zahl der Schüler mit Zuwanderungsgeschichte innerhalb des vergangenen Schuljahres um 3 Prozent gestiegen. In Werdohl ist der Anteil dieser Schüler dagegen geringfügig um 0,7 Prozent gesunken.

Den höchsten Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund haben in Werdohl derzeit die Grundschulen – Tendenz: steigend. Im Schuljahr 2013/14 lag der Anteil bei 56,1 Prozent, seitdem ist er kontinuierlich gewachsen. Vor drei Jahren hatte die Erich-Kästner-Hauptschule mit 93,4 Prozent noch den mit Abstand größten Anteil an Schülern mit Zuwanderungsgeschichte. Der ist bis zur Auflösung der Schule im vergangenen Jahr sogar noch auf 97,8 Prozent gestiegen.

Anteil an der AEG steigt

Parallel dazu ist der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund an der Albert-Einstein-Gesamtschule gestiegen: Von 43 Prozent im Schuljahr 2013/14 auf zuletzt 51,5 Prozent.

An der Realschule zeigt sich eine Wellenbewegung: Nach 53,3 Prozent im Schuljahr 2013/14 folgte ein leichter Rückgang auf 49,4 Prozent, dann wieder ein Anstieg auf 57,6 Prozent, ehe der Anteil im gerade zu Ende gegangenen Schuljahr wieder auf 47,3 Prozent sank.

Die absolute Zahl der Schüler mit Zuwanderungsgeschichte liegt an allen Werdohler Schulen zusammen übrigens seit vier Jahren relativ konstant bei etwas unter oder etwas über 1000.

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