Grasacker: Bodenproben und Abriss

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In einem der Gebäude auf dem städtischen Grundstück am Grasacker finden sich noch allerhand Überreste früherer Tage. Im Boden werden Altlasten vermutet.

Werdohl – Mit knapp zweieinhalb Jahren Verspätung hat die Stadt Werdohl Anfang Februar die Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung bekommen, auch in Zukunft keine hauptamtliche Feuerwache betreiben zu müssen.

Die Ausnahme gilt für die nächsten drei Jahre. Damit ist der Weg frei für die Errichtung von drei neuen Feuerwehrgerätehäusern, zuerst das am Grasacker. Im Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz ist festgelegt, dass die Städte für den Brandschutz zuständig sind. Für die Stadt Werdohl, die den Brandschutz mit freiwilligen Kräften leisten möchte, ist Paragraph 10, Satz 3 entscheidend. Da heißt es: „Die Bezirksregierung kann Ausnahmen zulassen, wenn der Brandschutz und die Hilfeleistung in der Kommune gewährleistet sind.“ 

Die Stadt muss alle paar Jahre einen neuen Antrag auf Ausnahme von der Pflicht zum Unterhalt einer hauptamtlichen Wache stellen. Die Aufgabenstellungen des Brandschutzes werden in einem so genannten Brandschutzbedarfsplan erfasst, der wiederum als Grundlage für die Entscheidung der Bezirksregierung dient. An diesem Brandschutzbedarfsplan hat die Stadt Werdohl zweieinhalb Jahre lang gearbeitet. 

Mitverantwortlich für die Verzögerungen waren neue Vorgaben der Landesregierung. Ein großer Teil der Planung musste neu konzipiert und den gesetzlichen Veränderungen angepasst werden. Das alles ist jetzt Geschichte, bei Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel liegt die lang erwartete Genehmigung vor. 

Das ist der Startschuss für die Planung und den Bau von drei Feuerwehrgerätehäusern und die Bestellung neuer Fahrzeuge. Ganz oben auf der Liste steht der Neubau eines Gerätehauses für die Stadtmitte am Grasacker. Letzter Stand ist, dass in diesem Jahr mit der Planung begonnen und in 2021 gebaut wird. 

800 000 Euro sind für Planungsleistungen einschließlich der Baugrunduntersuchungen in den aktuellen Haushalt eingestellt worden. Für den eigentlichen Bau sind fünf Millionen Euro veranschlagt, diese Summe ist grob geschätzt. Genaueres wird erst eine Ausschreibung der Gewerke bringen. 

Zunächst ist aber die Abteilung Bauen und Immobilienmanagement von Thomas Schroeder am Zuge. Hier wurde eine Ausschreibung über eine Untersuchung der Beschaffenheit des Baugrunds, die Suche nach Altlasten und die Erstellung eines Abrisskonzeptes erarbeitet. Die Vergabe eines Auftrags sei in Vorbereitung, sagte Schroeder auf Nachfrage. 

Die CDU-Fraktion hatte im Rat bei Schroeder darauf gedrängt, neben der klassischen Bauherrenplanung auch ein Investorenmodell zu prüfen. Diese Rechenarbeiten werden in der Kämmerei unter der Leitung von Vanessa Kunze-Haarmann vorgenommen. Für Schroeder ist klar, dass Baugrunduntersuchung und Abrisskonzept für beide Varianten der späteren Finanzierung nötig sind. 

Der Fahrplan für die anderen beiden Gerätehäuser sieht so aus: 2021 soll das Gebäude für die Löschgruppe Brüninghaus geplant und in 2022 gebaut werden. Im Gespräch sind zwei mögliche Standorte: Das alte Hallenbad auf dem Riesei und ein freies städtisches Grundstück am Wendehammer der Brüninghaus-Straße. Das Planverfahren für den Löschzug Kleinhammer soll in 2022 beginnen. Kosten sind nicht kalkuliert, auch auf den möglichen Standort gibt es keine Hinweise. 

Kurz danach dürfte die aktuelle Brandschutzbedarfsplanung am Ende ihrer dreijährigen Gültigkeit angekommen sein, die Stadt muss nach 2023 die nächste Ausnahmegenehmigung beantragen. Die sollte nicht wieder zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen, weil viele Grundlagenarbeiten erledigt werden konnten. Andrea Mentzel mag aber nicht in die Zukunft sehen, um zu beurteilen, welche Voraussetzungen wohl in drei Jahren nötig sein werden.

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