Städtisches Familienzentrum Wunderkiste feiert 60-jähriges Bestehen

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Für eine Modenschau schlüpften die Kinder gestern in Kleidungsstücke, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten in Mode waren.

Werdohl - Sein 60-jähriges Bestehen feierte das Städtische Familienzentrum Wunderkiste am Donnerstag mit einem Tag der offenen Tür. Die Veranstaltung wurde zu einer Zeitreise durch die Jahrzehnte.

Und Bürgermeisterin Silvia Voßloh erklärte, warum sie gerade diese Einrichtung für wichtig hält. 

Am 6. Juni 1958 hatte das Familienzentrum als Kindergarten seinen Betrieb aufgenommen, der 60. Jahrestag lag also schon geraume Zeit zurück, als gestern daran erinnert wurde. „Es ist aber auf jeden Fall ein Grund zum Feiern!“, sagte Leiterin Sandra Koch, die mit ihrem elfköpfigen Team ein interessantes Programm zusammengestellt hatte. Ein kleiner Chor begrüßte die Gäste – zum kurzen offiziellen Teil waren neben der Bürgermeisterin auch andere Vertreter aus Politik und Verwaltung, die Leiterinnen anderer Kindertagesstätten und Delegationen der Martin-Luther-Grundschule und der Gemeinschaftsgrundschule Königsburg/Kleinhammer gekommen – mit dem Lied „Im Kindergarten“ von Rolf Zuckowski. „Im Kindergarten, da fangen alle mal als kleine Leute an“, heißt es darin. 

Perfekte Vorlage für Sandra Koch

Das war eine perfekte Vorlage für Sandra Koch, um in einem kleinen Rückblick darzulegen, wie auch die Wunderkiste, die den Namen allerdings erst seit 2008 trägt, einmal klein angefangen hatte. 25 Kinder hatten die erste Gruppe gebildet, die 1958 in das alte Bauernhaus in Ütterlingsen eingezogen war. Schon im folgenden Jahr wurde die Einrichtung um einen Raum erweitert. Ein erster Anbau entstand 1983, ein weiterer 2016. Schon 1993 wurde eine dritte Gruppe eingerichtet. Derzeit besuchen 65 Mädchen und Jungen die Einrichtung. 

Ein gesundes Geschenk überreichte Bürgermeisterin Silvia Voßloh (rechts) der Kita-Leiterin Sandra Koch.

Die Arbeit in den Kindertagesstätten haben sich im Laufe der vergangenen 60 Jahre sehr verändert, stellte Bürgermeisterin Silvia Voßloh fest. Die ständigen Veränderungen seien für die Mitarbeiterinnen eine stete Herausforderung, die das „tolle Team“ der Wunderkiste aber gut meistere. Das Familienzentrum habe „ein tolles Angebot für den Ortsteil Ütterlingsen“, sagte Voßloh. „Es ist wichtig, dass die Aktionen im Ortsteil gemeinsam gelebt werden, denn das festigt und stärkt den Ortsteil“, hob sie die Bedeutung der Angebote hervor, die die Wunderkiste über die eigentliche Kinderbetreuung hinaus macht. Doch auch für die Kindertagesstätte selbst fand die Bürgermeisterin anerkennende Worte: „Das hier ist ein Ort zum Wohlfühlen, man fühlt sich geborgen. Und hier werden die Kinder gefördert und gefordert“, sagte sie, bevor einige Kinder kleine Geburtstagskuchen, Muffins, an alle Gäste verteilten. 

Thema in den Gruppen aufgearbeitet

Die ganze Einrichtung stand an diesem Tag im Zeichen des 60-jährigen Bestehens. „Wir haben das Thema in den Gruppen aufgearbeitet“, erklärte Leiterin Sandra Koch. Doch dass sich die Kinder schon seit einiger Zeit mit diesem Anlass beschäftigen, war eigentlich unübersehbar. Überall waren die Dekorationen zu sehen, die sie gebastelt hatten: Geburtstagstorten aus Filz, Girlanden und Ketten aus Papier, bunte Luftballons und immer wieder die Zahl 60. 

60 Jahre Städtisches Familienzentrum Wunderkiste

Und auch das Angebot beim Tag der offenen Tür hatte natürlich das 60-jährige Bestehen zum Thema. Die Kinder arbeiteten spielerisch das Geschehen im Gründungsjahr 1958 auf, indem sie beispielsweise das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft mit dem FC Schalke 04 als Sieger nachspielten oder aus Salzteig und Holzstäbchen das anlässlich der Expo 58 in Brüssel errichtete Atomium nachbauten. 

Reise in die Vergangenheit 

Eine Reise in die Vergangenheit konnten Kinder in der Turnhalle unternehmen, wo Erzieherin Melanie Sprenger mit ihnen alte Spiele neu entdeckte. Bei der Reise nach Jerusalem, beim Topfschlagen, bei Blinde Kuh oder Plumpsack ging es manchmal ganz schön turbulent zu. Und es zeigte sich, dass die Spiele, die schon viele Generationen vorher gespielt haben, auch heute noch Kinder begeistern können. 

In einem anderen Gruppenraum wurde eine Turnbank zum Catwalk umfunktioniert, denn dort präsentierten Kinder Mode der vergangenen sechs Jahrzehnte: Vom gepunkteten Petticoat über den schreiend-bunten Hosenanzug bis zum coolen Rapper-Outfit war so ziemlich alles vertreten, was Modeschöpfer seit dem Ende der 1950er-Jahre ersonnen haben. 

Forschen und Entdecken

Auch das Forschen und Entdecken spielte eine Rolle. „Geforscht wurde schon immer, nur die Mittel haben sich im Laufe der Jahre geändert“, erklärte Erzieherin Marion Scheer, die mit den Kindern bunte Kreisel in Bewegung setzte, eine Kugelbahn baute oder Geheimschrift entwickelte. Und dann gab es auch noch zwei Puppenspiel-Aufführungen. Die Erzieherinnen Melanie Sprenger und Marina Hempelmann erzählten mithilfe von Puppen in kindgerechter Form, was sich in den vergangenen 60 Jahren in der Wunderkiste so alles abgespielt hat.

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