Zähler abgelesen

Stadtwerke verschicken 5000 Rechnungen an Gas- und Wasserkunden

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Die Stadtwerke-Vertriebsmitarbeiterinnen Anna-Lena Martin und Isabella Lange (von links) sowie Vertriebsleiter Maik Schulte haben seit ein paar Tagen besonders viel zu tun, weil die Kunden wegen der Jahresabrechnungen bei den Stadtwerken anrufen.

Werdohl – Ende Januar haben die Stadtwerke Werdohl etwa 5000 Briefe mit Abrechnungen an ihre Kunden verschickt – seitdem klingeln die Telefone häufiger im Service-Center am Grasacker.

Viele kommen mit der Rechnung auch persönlich vorbei. Die Jahresabrechnungen wurden an die 3800 Wasserkunden und 2500 Gaskunden verschickt; weil natürlich nicht alle Gasbezieher Kunden der Stadtwerke sind, gibt es Überschneidungen. Wasser muss man bei den Stadtwerken kaufen, der Gasmarkt ist schon seit vielen Jahren liberalisiert. 

Die Zähler werden zum Jahresende abgelesen und die Rechnungen geballt an einem Tag verschickt. Das Verfahren habe sich für die Betriebsgröße der Stadtwerke bewährt, so Vertriebsleiter Maik Schulte, viele Kunden wollten auch pünktlich zum Jahresende ihre Abrechnungen. Das rollierende Verfahren mit Ablesungen und Rechnungen über das Jahr verteilt sei eher bei größeren Stadtwerken angesiedelt. Die Werdohler Stadtwerke sehen für sich keine Vorteile im rollierenden Verfahren, die Kunden seien mit der bisherigen Praxis sehr zufrieden. 

Erhöhter Arbeitsaufwand

Mit dem erhöhten Arbeitsaufwand nach dem Versand der Jahresrechnungen kommen die Vertriebsmitarbeiterinnen Anna-Lena Martin, Isabella Lange und Angelika Gareis gut zurecht. Bislang habe man noch alle zunächst strittig erscheinenden Fälle klären können. Die meisten Fragen drehen sich um unerwartet höhere oder niedrigere Verbräuche und die damit verbundenen Abschlagszahlungen. 

Maik Schulte: „Unser System optimiert die Abschlagszahlungen.“ Es gebe aber auch viele Kunden, die die Jahresabrechnung als Sparbuch benutzten. Manche erhöhten ihre Zahlungen, um zu Jahresbeginn ein Guthaben verrechnet zu bekommen. Ärgerlich seien natürlich immer Nachzahlungen. In einem Beispielsfall wurde in einem Jahr nicht abgelesen und der Verbrauch geschätzt. Die Nachzahlung kam unerwartet, konnte aber von den Stadtwerken plausibel gemacht werden. Die Ableser machen Fotos von den Zählern, sodass der Verbrauch nachweisbar ist. 

Zuleitungen teilweise undicht

Gasleckagen gibt es nicht, wohl aber beim Wasser. Stadtwerke-Chef Schlutow weiß von Kunden, die erst durch ihre Jahresabrechnung eine Vermutung bekamen, dass die Zuleitung undicht ist. Es kann auch mal technische Probleme geben, dann tauschen die Stadtwerke den Zähler aus. 

Höhere Verbräuche sind fast immer dem Kundenverhalten zuzuschreiben. Wenn es besonders kalt ist, muss mehr geheizt werden. Das war in der abgerechneten Heizperiode aber nicht der Fall. 91 Millionen Kilowattstunden (kwh) Gas wurden verkauft, im Vorjahr waren es nur 85 Millionen kwh. Das liege aber ausschließlich am Wiedergewinn neuer Industriekunden, so Schlutow. Zu anderen Anbietern abgewanderten Kunden seien zurückgekommen. Schlutow kommentiert das so: „Die heimische Industrie tut etwas für den Standort.“ 

Gut eine Million Kubikmeter

Der Wasserverkauf blieb bei etwas mehr als einer Million Kubikmeter stabil. Der heiße Sommer verleitete die Werdohler jedenfalls nicht dazu, die Gärten mit Trinkwasser zu gießen. Die Differenz im Vergleich zum Vorjahr sei unwesentlich, die Temperaturen über 40 Grad spielten beim Wasserverbrauch keine Rolle. 

Etwa zwei Wochen, so Vertriebsmitarbeiterin Isabella Lange, klingelten die Telefone besonders häufig. Und ihre Kollegin Anna-Lena Martin: „Danach ebbt es ab.“ Rechnungsfehler gebe es nicht, das meiste seien Verständnisprobleme. Die häufigsten Nachfragen gebe es beim Mieterwechsel. 

Schlutow bestätigte, dass die Preise und Tarife in 2020 stabil blieben.

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