Stadtwerke suchen einen neuen Geschäftsführer

Dirk Selle ist kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke, aber seit Monaten krank.

WERDOHL ▪ Vier Bewerber um die Stelle des Stadtwerke-Geschäftsführers sind für kommenden Montag zur Vorstellung in den Aufsichtsrat eingeladen worden. Aufsichtsratsvorsitzender Bettelhäuser: „Da sind sehr interessante Leute dabei.“

Zum Ende des Jahres wird der technische Geschäftsführer der Werdohler Stadtwerke, der Ingenieur Joseph Beier, ausscheiden. Der Aufsichtsrat hatte seinen Geschäftsführungs-Vertrag nicht wieder verlängert, obwohl Beier seit Jahrzehnten unbeanstandet die Aufgabe übernommen hatte. Beier durfte wegen des ausgeübten Veto-Rechtes des Minderheiten-Anteilseigners Enervie/Mark-E nicht mehr in Werdohl bleiben. Gründe sind unbekannt.

Neben Beier als technischem Geschäftsführer werden die Stadtwerke noch von Dirk Selle als kaufmännischem Geschäftsführer geleitet. Dessen Vertrag ist nicht befristet. Selle ist sein Monaten krank.

Der Aufsichtsrat hat in der Position des neuen Geschäftsführers beide Aufgabenbereiche zusammengefasst, der Mann soll alleiniger Chef werden. Was passiert, wenn der neue Geschäftsführer im Amt ist und Dirk Selle (61) auf seine Stelle zurückkehren möchte, ist nicht bekannt. Bettelhäuser gestern auf Nachfrage: „Darum werden wir uns kümmern, wenn es soweit ist.“

Aufgabe der neuen Geschäftsführung ist auch die Leitung der Bäderbetriebe. Nicht im Vertrag ist die Geschäftsführung des Sondervermögens Abwasser, diese Aufgabe wird bislang je nach Aufwand mit der Stadt abgerechnet. Im Zuge der Sparpaketes der Stadtverwaltung wird diese Aufgabe möglicherweise wieder komplett von der Stadt übernommen. Diesen Teil bestimmt der Rat der Stadt, nicht der Aufsichtsrat der Stadtwerke.

Von der Qualität der Bewerber zeigte sich Bettelhäuser überrascht. Es habe auf die Ausschreibung in einer Energie-Fachzeitschrift sehr viele Zuschriften gegeben. Leute aus der zweiten Reihe größerer Stadtwerke, die an die Spitze wollten, seien ebenso dabei wir Mitarbeiter von Energieunternehmen, die Verantwortung übernehmen wollten. Bewerbungen seien bundesweit eingegangen. Der Stadtwerke-Aufsichtsrat erwarte, so Bettelhäuser, dass der neue Mann auch in die Gegend ziehe.

Wie hoch der Geschäftsführungsvertrag dotiert ist, sagte Bettelhäuser nicht. Das Gehalt werde mit dem Bewerber frei ausgehandelt. Die Interessenten seien aufgefordert, ihre Gehaltsvorstellungen zu erklären.

Zum Vergleich: Wolfgang Struwe, früher Chef der Lüdenscheider Stadtwerke und heute Vorstandsmitglied bei Enervie, bekommt 270 000 Euro Jahresgehalt. Für alle drei Enervie-Vorstandsmitglieder ist eine Erhöhung um 55 000 Euro jährlich vorgeschlagen. Das Vorstands-Trio mit Struwe, Ivo Grünhagen (aktuell 300 000 Euro Jahresgehalt und Erik Höhne (270 000 Euro) ist aber mit dieser Aufstockung nicht zufrieden. Wolfgang Struwe sitzt als Vertreter der Enervie/Mark-E im Aufsichtsrat der Werdohler Stadtwerke. Struwe und Beier hatten Differenzen bei der Ausgestaltung des Gasliefervertrages.

Von Volker Heyn

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