100 000 Euro für die Bewässerung der Soppe

+
Bis zu 60 Zentimeter Schlamm stecken im Flussbett der Restsoppe, die zwischen Lenne und Altenaer Straße fließt. Dieser soll im Zuge der Renaturierung des Gewässers entfernt werden.

Werdohl - An vier Stellen will die Stadtverwaltung im Jahr 2015 die Renaturierung der Werdohler Gewässer weiter voranbringen. Rund 200 000 Euro Gesamtkosten kalkuliere die Verwaltung für die Projekte, informierte Peter Erwig von der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement.

Im Januar oder Februar werde er einen Zuwendungsantrag an die Bezirksregierung in Arnsberg stellen, sagte Erwig. Wie hoch die finanzielle Förderung durch die Landesregierung ausfallen werde, wisse er vorher nicht genau. In den vergangenen Jahren habe der städtische Eigenanteil aber bei zehn Prozent gelegen. „Ich gehe davon aus, dass das so bleibt“, sagte der Verwaltungsmitarbeiter.

Die teuerste Einzelmaßnahme in 2015 ist das Vorhaben, die Rest-Soppe dauerhaft zu bewässern. „Im Sommer trocknet die Soppe teilweise aus“, erläuterte Erwig. „Das riecht dann auch nicht so angenehm.“ Rund 70 Liter Wasser müssten pro Minute fließen, damit die Lebewesen in der Soppe genügend Flüssigkeit haben. Wenn die bis zu 60 Zentimeter Schlamm aus dem Flussbett entfernt werden, sollte das Niederschlagswasser eigentlich ausreichen, um diese Menge zu gewährleisten. „Wenn es nicht reicht, schaffen wir eine Verbindung zur Lenne, damit auch Lennewasser in die Soppe fließt“, kündigt Erwig an. „Aber das ist nur eine Option.“ Mit rund 100 000 Euro wird diese Maßnahme wahrscheinlich zu Buche schlagen, sofern sie von der Bezirksregierung bewilligt wird.

Dieselbe Summe veranschlagt die Verwaltung für die drei übrigen Maßnahmen zusammen. In Höhe der Hammerstraße 2a soll ein Querbauwerk an der Verse durch eine sogenannte raue Gleite ersetzt werden. Ein paar Meter weiter - in Höhe Burg - ließ die Stadtverwaltung schon im September eine Rampe anstelle eines Querbauwerkes errichten (wir berichteten). Ziel ist es, Höhenunterschiede zu schaffen, die für Flusslebewesen passierbar sind. In Höhe der Einmündung Blumenstraße/B 229 befindet sich in der Verse bereits eine Rampe, die im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen flacher werden soll. Auch für die Lenne steht eine Renaturierungsmaßnahme auf dem Programm. In Höhe der Kleingartenanlage am Ortsausgang Dresel befinde sich eine Sohlschwelle, informierte Peter Erwig. Woher diese komme, sei unbekannt. Da sie bis zu 80 Zentimeter höher sei als der Gewässergrund, solle sie ersatzlos beseitigt werden.

Eine weitere Maßnahme zur Renaturierung der Verse musste aus 2014 ins Jahr 2015 verschoben werden. Es habe noch keine Genehmigung gegeben, teilte der Verwaltungsmitarbeiter mit. Für rund 400 000 Euro soll auch dort eine Art flache Rampe errichtet werden. Die Firma EZM, die daneben ihr Gelände hat, wolle einen Teil der Kosten übernehmen. Wenn alles gut geht, könnte die Verse dann Ende 2015 „komplett fischdurchgängig“ sein, kündigte Erwig an. Denn neben den städtischen Projekten gibt es nur noch zwei kleine Sohlschwellen hinter dem Trittsteinbiotop in Versevörde. Der Märkische Kreis habe angekündigt, dort im Jahr 2015 Rampen zu errichten.

Von Constanze Raidt

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare