Stadtplanerin und Leader-Managerin geht: Das ist der Grund

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Stadtplanerin Kathrin Hartwig wird die Stadt Werdohl am Monatsende verlassen. Auch ihre Stelle im Leader-Büro wird sie aufgeben.

Werdohl – Kathrin Hartwig wird der Stadt Werdohl am 30. Juni nach gut dreieinhalb Jahren den Rücken kehren.

Die Stadtplanerin im Rathaus und Regionalmanagerin im Büro der Leader-Region Lenneschiene hat ihre beiden halben Arbeitsstellen gekündigt und wird eine Vollzeitstelle als Stadtplanerin in einer Stadt im Oberbergischen Kreis antreten. 

Die Stadt Werdohl hat die Stelle der Stadtplanerin bereits neu ausgeschrieben. Die Nachfolgerin – oder der Nachfolger – soll möglichst schon am 1. Juli die Arbeit aufnehmen. Bei der Stellenausschreibung fällt auf, dass es sich um eine Vollzeitstelle handelt. Kathrin Hartwig hatte nur eine 50-Prozent-Stelle im Rathaus, die andere Hälfte ihrer Arbeitskraft und -zeit gehörte der Leader-Region. 

Mehr Geld und Zeit für die Stadtplanung

Doch ab sofort will die Stadt Werdohl für die Stadtplanung mehr Geld und Zeit aufwenden. Vom Stellenplan ist das eigentlich nicht gedeckt, dort ist für Stadtplanung nur eine halbe Stelle ausgewiesen. Durch eine Dringlichkeitsentscheidung, die der Rat am 22. Juni noch bestätigen muss, sei die Stelle aber aufgestockt worden, erklärte Bürgermeisterin Silvia Voßloh (CDU) auf Nachfrage. Mit dem bisherigen Stundenkontingent sei die Arbeit auf dieser Stelle nicht zu schaffen, lieferte sie auch eine Begründung. Außerdem habe eine Organisationsuntersuchung im vergangenen Jahr ergeben, dass die Stadtverwaltung eher zu wenig als zu viel Personal habe. 

Für Kathrin Hartwig kommt die Aufstockung zu spät, weshalb Voßloh ihren Schritt verstehen kann. „Wenn sich für qualifizierte junge Mitarbeiter die Chance ergibt, sich woanders weiterzuentwickeln, muss man das verstehen“, sagte sie. Ganz offensichtlich trifft das genau auf die 31-jährige Kathrin Hartwig zu. Die studierte Raumplanerin wechselt zum 1. Juli zur 21 000-Einwohner-Stadt Wipperfürth und übernimmt dort eine Vollzeitstelle als Stadtplanerin. „Ja, das war für mich ausschlaggebend“, antwortete sie auf die Frage, ob sie den Arbeitsplatz in der Hansestadt Wipperfürth der Konstellation mit zwei halben Stellen in Werdohl vorziehe. „Eine geteilte Stelle ist nicht das, was man sich vorstellt“, sagte sie. 

Sprung auf der Karriereleiter

Kathrin Hartwig erhofft sich von dem Stellenwechsel also auch einen Sprung auf der Karriereleiter. Werdohl verlasse sie dennoch mit einem weinenden Auge, räumt sie ein. Der Bau des Westparks habe ihr „total Spaß gemacht“, sagte sie über ihr erstes Projekt in Werdohl, das aber noch ihr Vorgänger Stefan Groß „eingestielt“ hatte. Sie selbst hinterlässt ihrem Nachfolger auch angefangene Arbeit: ein Konzept für die Neugestaltung des Lennebogens und das Stadtentwicklungskonzept, das sie als ihr größtes Projekt in Werdohl betrachtet. „Deswegen tut mir der Abschied schon ein bisschen weh“, sagte Hartwig. 

Die Stadt Werdohl wird die Stelle kurz- oder mittelfristig neu besetzen, das ist so gut wie sicher. Ob auch an Kathrin Hartwigs Schreibtisch im Leader-Büro wieder jemand sitzen wird, ist dagegen ungewiss. „Es wird eine ganz, ganz große Herausforderung sein, diese befristete Stelle neu zu besetzen“, ahnt Bürgermeisterin Voßloh, die auch Vorsitzende des Leader-Vereins ist, dass die Bewerber um diesen Job nicht gerade Schlange stehen werden. Die Leader-Förderperiode läuft nur noch bis Ende dieses Jahr, danach sind noch einige Projekte zu begleiten, ehe das Regionalmanagement seine Arbeit dann einstellen kann. 

Stelle wird vielleicht nicht mehr besetzt

Dass die Arbeit im Leader-Büro nach Hartwigs Weggang nicht liegen bleibt, da ist Voßloh sicher. „Katharina Biermann ist gut eingearbeitet und in der Lage, erst mal als Einzelkämpferin weiterzuarbeiten“, sagt sie über Hartwigs Kollegin. Ob die Stelle aber noch einmal ausgeschrieben werde, sei derzeit offen. Voßloh: „Wir sind mit dem Fördergeber im Gespräch und warten auf eine Rückmeldung.“

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