Wöstes Vision von 300.000 Lenne-Radfahrern

+
Ingo Wöste und Susanne Macaluso von der Stadtmarketing-Gesellschaft haben einen Auftrag vom Werdohler Rat, ein Konzept zur Steigerung der Freizeit- und Lebensqualität zu entwickeln. Beiden stellten jetzt erste Ideen und Arbeitsergebnisse vor.

Werdohl - Klappern gehört zum Handwerk, und darauf versteht sich Stadtmarketing-Chef Ingo Wöste ganz hervorragend. Und wenn in Werdohl Aufbruchstimmung erzeugt werden soll und von einem Ruck gesprochen wird, müssen die Begriffe auch etwas stärker ausfallen als gewöhnlich. Wöste kann auch das: Er spricht von 300.000 Radfahrern jährlich auf der Lenneradroute, die „Milliönchen“ in Werdohl lassen würden.

Der Rat hatte vor einigen Wochen die Stadtmarketing-Gesellschaft beauftragt, ein Konzept zur „Steigerung der Freizeit- und Lebensqualität“ zu erstellen. Für dieses Konzept bekommt die stadteigene Marketing-Gesellschaft Geld, der Auftrag ist nicht öffentlich vergeben worden. Stadtmarketing-Geschäftsführer Ingo Wöste und Mitarbeiterin Susanne Macaluso stellten in dieser Woche bei einem Pressegespräch der Bürgermeisterin Silvia Voßloh erste Ansätze und Ideen vor, um den Prozess öffentlich und transparent zu begleiten.

Vom Begriff des Tourismus hat sich der Rat verabschiedet. In der Konzeptaufgabe ginge es nicht mehr nur darum, Gäste nach Werdohl zu holen. Vielmehr soll sich auch das Lebensumfeld der Bürger der Stadt verbessern. Deshalb müsse man jetzt schon zeigen, wie schön es in Werdohl sei. Gäste sollen genauso wie die Einwohner von der Attraktivität der Stadt überzeugt werden. Ingo Wöste setzt – wie schon seit Jahren – auf die künftige Strahlkraft des Lenneradweges. Sein Vergleich ist der Ruhrtalradweg. Heruntergerechnet spricht Wöste ganz offen von 300.000 Radfahrern pro Jahr, die in nicht allzu ferner Zukunft in die Stadt kommen würden.

Lebensqualität auch für Werdohler

Darauf müsse sich Werdohl schon jetzt vorbereiten. Denn mit den vielen Radfahrern werde auch viel Geld in die Stadt kommen, davon ist die Stadtmarketing-Gesellschaft überzeugt. Wöste: „Da werden ein paar Milliönchen zusammenkommen.“ Und weiter: „Nicht nächste Woche, aber in den nächsten fünf Jahren.“ In dieser Zeit müssten die Förderprojekte Lenneschiene 2.0 und das Leader-Programm genutzt werden.

Aus dem neuen Lenneschiene-Projekt kommen Mittel zum Stadtumbau, der nicht mehr nur auf den Innenstadtbereich und Ütterlingsen festgelegt ist. In Leader-Projekten werden Ehrenamt und Bürgerschaftsbeteiligung eingebunden. Vom wechselseitigen Nutzen ist auch die Bürgermeisterin überzeugt: „Das bringt auch neue Lebensqualität für die Werdohler selber.“ Wasser und Naturnähe seien gut für die Erholung.

Westpark gehört zum Gesamtkonzept

Wöste kennt auch die Skepsis der Werdohler: „Positive Rückmeldungen von außen machen es leichter, Vertrauen in die eigene Stadt zu fassen.“ Der Westpark gehöre im Übrigen zum Gesamtkonzept der Lenneschiene zwischen Letmathe und Schmallenberg. Man müsse auf jeden Fall Werdohl größer denken und den Geist öffnen.

Susanne Macaluso hat bereits in drei Arbeitsgruppen mit Akteuren zusammengesessen. Mehrere Oberthemen seien definiert, zu allen gebe es Arbeitsgespräche: Gastronomie und Unterkünfte; Wirtschaft; Kultur; Gesundheit, Wellness und Sport; Einzelhandel; Freizeitaktivitäten; Kommunikation. In einem weiteren Schritt wird beim Weihnachtsmarkt am Wochenende eine Studentin im WK Befragungen der Besucher vornehmen.

Online-Befragung geplant

Demnächst werde eine Online-Befragung scharf geschaltet. Gemeinsam mit Experten vom Sauerland-Tourismus soll auf die Ergebnisse geschaut werden, am Ende würden dem Rat konkrete Vorschläge auf einer Art Zeitschiene gemacht: Was kann schnell umgesetzt werden? Was sind die wichtigsten Dinge? Was ist langfristig zu sichern? Das soll im ersten Halbjahr des kommenden Jahres geschehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare