Stadtklinik: CDU und SPD beziehen Stellung zur Bertelsmann-Untersuchung

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Kleinere Krankenhäuser müssen um ihre Existenz fürchten: Die Werdohler Stadtklinik bleibt noch verschont, muss aber aus den roten Zahlen, wenn sie dauerhaft Bestand haben soll.

Werdohl - Weniger Krankenhäuser, die dafür eine bessere Versorgung bieten sollen – das befürworten Experten, die in einer aktuellen Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung zu Wort kommen.

Sie plädieren dafür, von den knapp 1400 Kliniken mehr als 800 kleinere Krankenhäuser in Deutschland zu schließen. Es heißt, das gerade Notfallpatienten in kleineren Kliniken – zu denen auch die Stadtklinik zählt – nicht unbedingt optimal versorgt werden könnten. 

Das sieht der Werdohler Wilhelm Jansen ganz anders: „In unserer Stadtklinik sind auch Notfallpatienten bestens aufgehoben,“ stellt der heimische SPD-Fraktionsvorsitzende fest. Die Abteilungen des Hauses, das zu den Märkischen Kliniken gehört, seien sehr gut aufgestellt unterstreicht Jansen. „Wir haben eine gute Chirurgie und eine gute Innere.“ 

Geriatrie wird gut angenommen

Zudem verfüge das Werdohler Krankenhaus über eine Geriatrie, die bekanntlich sehr gut angenommen werde. 

Die Stadtklinik garantiere eine schnelle, gute Versorgung direkt vor Ort, was gerade im ländlichen Raum unverzichtbar sei. „In Zeiten des demografischen Wandels gibt es immer mehr pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen, die behandelt werden müssen. Schon aus diesem Grund ist ein Krankenhaus vor Ort unentbehrlich,“ unterstreicht Jansen. „Die Stadtklinik gehört zu Werdohl. Sie wird gut angenommen und wir brauchen sie,“ stellt der Kommunalpolitiker Jansen fest. 

Widerstand schon jetzt angekündigt

Für den Fall, dass es in der Zukunft erneut zu einer Debatte über die Schließung der Werdohler Stadtklinik kommen sollte, kündigt er schon jetzt massiven Widerstand: „Im Jahr 2000 war die Schließung unseres Krankenhauses schon einmal ein Thema. Damals wurden mehr als 30 000 Unterschriften für den Erhalt der Stadtklinik gesammelt. Auch die Kommunalpolitiker aller Fraktionen hätten an einem Strang gezogen. Jansen: „Und wir als SPD haben uns damals gegen unsere eigene Landesregierung gestellt.“ 

Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Ohrmann ist überzeugt davon, dass die Stadtklinik dringend gebraucht wird. „In Großstädten besteht eine ganz andere Krankenhausdichte, da mag es durchaus möglich sein, dass Schließungen nicht so sehr ins Gewicht fallen“, stellt er fest. Auch das Marienhospital in Letmathe, das ebenso wie die Stadtklinik zum Verbund der Märkischen Kliniken gehört und jetzt geschlossen werden soll, habe mit vielen anderen Häuser in der Nähe konkurrieren müssen. „In der Nähe der Stadtklinik befinden sich aber nur drei Krankenhäuser.“ 

Sorge um Klinik für CDU nicht unbegründet

Dennoch sei die Sorge um die Werdohler Stadtklinik nicht unbegründet. „Jetzt kommt es auf die Werdohler und ihre Nachbarn an. Sie müssen das Krankenhaus nutzen.“ Deshalb sei es auch extrem wichtig, dass Hausärzte ihre Patienten in die Stadtklinik einweisen würden, denn die Wirtschaftlichkeit spiele letztlich eine entscheidende Rolle: „Wenn am Ende keine schwarze Null erreicht wird, sehe ich ein großes Risiko für unser Krankenhaus.“ 

Was die Versorgung der Patienten angeht, sei die Stadtklinik gut ausgestattet, stellt der CDU-Politiker fest: „Wir haben hier in Werdohl auf jeden Fall einige Spezialisten.“ Insbesondere in die Geriatrische Abteilung, die Abteilung für Altersmedizin, setzt Ohrmann seine Hoffnungen. „Dieser Zweig wird in Zukunft eine immer größere Rolle spielen.“

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