1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Stadtklinik: Besucherin erlebt Problem bei der Test-Abrechnung

Erstellt:

Von: Volker Heyn

Kommentare

In der Stadtklinik Werdohl werden ebenso wie in den Märkischen Kliniken keine Bescheinigungen zur Rückzahlung von drei Euro auf den Corona-Bürgertest unterzeichnet. Das sollte vor einem Angehörigenbesuch in jedem Testzentrum im Märkischen Kreis erledigt werden.
In der Stadtklinik Werdohl werden ebenso wie in den Märkischen Kliniken keine Bescheinigungen zur Rückzahlung von drei Euro auf den Corona-Bürgertest unterzeichnet. Das sollte vor einem Angehörigenbesuch in jedem Testzentrum im Märkischen Kreis erledigt werden. © Henrik Wiemer/Digitalbild

Trotz der Vertrauensvereinbarung zwischen den Märkischen Kliniken, dem Märkischen Kreis und allen offiziellen Corona-Teststellen im Kreis scheint es zu einer offenbar seltenen Panne gekommen zu sein. Die Hintergründe.

Werdohl/Lüdenscheid – Dabei geht es um die drei Euro Eigenbeteiligung am Corona-Test, die unter bestimmten Bedingungen nicht erhoben werden, beispielsweise bei einem Krankenbesuch in einem Krankenhaus.

Die Geschichte erzählt eine Lüdenscheiderin so: Vor einigen Wochen wollte sie ihre Mutter in der Werdohler Stadtklinik besuchen. Vor dem Besuch ging sie in das Testzentrum im Lüdenscheider Stern-Center, um sich ein negatives Testergebnis bescheinigen zu lassen. Sie bezahlte die drei Euro.

Dort im Testzentrum habe sie zwar gesagt, dass sie den Test für einen Krankenbesuch brauche und dazu ein Formular benötige, um es in der Stadtklinik wegen des Erlasses der Kostenbeteiligung abstempeln zu lassen. Man habe ihr angedeutet, dass „die sowieso nichts abstempeln“.

Die Lüdenscheiderin, der es letztlich nicht um die drei Euro geht, sondern eher um die Praxis der Auszahlung der Kostenbeteiligung, druckte sich daraufhin zuhause selbst das Formular vom Bundesministerium aus.

Als sie am Tag ihres Besuchs in der Werdohler Stadtklinik an der Pforte das negative Testergebnis und das Formular vorlegte, sei die Kostenrückerstattung abgelehnt worden. Die Mitarbeiterin der Stadtklinik habe der Lüdenscheiderin sinngemäß geantwortet, dass sie angewiesen sei, solche Formulare nicht abzustempeln oder auf andere Weise zu bestätigen. Natürlich konnte die Lüdenscheiderin ihre Mutter in Werdohl besuchen.

Dieser ganze Vorfall wird von Susanne Heintzmann, Mitarbeiterin der Pressestelle der Märkischen Kliniken, ausdrücklich bedauert. Heintzmann: „Die Besucherin hat nichts falsch gemacht. Wir freuen uns sehr, dass unsere Patienten Besuch bekommen, das ist wichtig.“ Die Kliniken seien sehr daran interessiert, die Angelegenheit aufzuklären.

So soll es laut Heintzmann idealerweise ablaufen: „Um unseren Besuchern den Zugang in unsere Krankenhäuser in Werdohl und Lüdenscheid so einfach wie möglich zu machen, haben wir mit den Teststellen im Märkischen Kreis eine sogenannte Vertrauenserklärung vereinbart. Diese wird seit Beginn der Regeln für die Bürgertestung ab Juni praktiziert..“

Der Ablauf funktioniere so: Die besuchenden Angehörigen bringen das unterzeichnete Selbstauskunftsformular für den geplanten Klinikbesuch direkt zum Test mit. Eine zusätzliche Unterschrift seitens des Krankenhauses braucht es dann nicht mehr. Den besuchenden Angehörigen wird die Kostenbeteiligung für den Test an der Teststelle erst gar nicht abgezogen.

Das heißt, dass diese erst gar keine drei Euro an der Teststelle bezahlen. Bei dem eingesetzten Selbstauskunftsformular (Selbstauskunft/Nachweis zur Inanspruchnahme von Testungen nach § 4a Testverordnung) handelt es sich um das offizielle Formular des Bundesgesundheitsministeriums.

Die drei Euro muss niemand bezahlen, der jünger als fünf Jahre ist, sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen darf, einen Kranken- oder Altenbesuch vorhat, eine medizinische Einrichtung besuchen muss oder der eine Veranstaltung in einem Innenraum besuchen möchte. Dazu gibt es noch weitere Erstattungsgründe, die hier nichts zur Sache tun.

Heintzmann ist für die Kliniken an Aufklärung interessiert. Sie schreibt: „Bisher hat die Vorgehensweise an beiden Krankenhäusern in Werdohl und Lüdenscheid gut geklappt und wird von den Angehörigen sehr gern angenommen, weil es viel Zeit spart.“

Bei dem Fall mit der Lüdenscheiderin könnte es sich um eine möglicherweise mangelnde Informiertheit bei der Person in der Lüdenscheider Teststelle gehandelt haben. Die Kliniken werden jetzt den Kontakt zum Betreiber der Teststelle im Stern-Center suchen, um eine „möglicherweise bestehende Informationslücke“ zu schließen.

Zu der Ablehnung der Bestätigung in der Werdohler Stadtklinik könne nicht viel gesagt werden. Die Mitarbeiterin könne sich an diese Episode vor Wochen nicht mehr erinnern. Fakt ist laut Heintzmann aber schon, dass die Klinik-Mitarbeiterinnen solche Formulare in der Regel nicht abzeichnen würden.

„Ich vermute, dass die Mitarbeiterinnen im Empfang dieses Formular gar nicht kennen, weil sie es ja sonst nie zu Gesicht bekommen.“ Die drei Euro würden wegen des Vertrauensvertrages in den Testzentren üblicherweise gar nicht erst eingehalten, sodass es in der Regel auch keinen Rückzahlungswunsch bei den Kliniken gebe.

Allen zukünftigen Besucherinnen und Besuchern der Kliniken in Lüdenscheid und Werdohl rät Heintzmann, auf jeden Fall im Testzentrum zu sagen, für was man den Test braucht. Dann sollte man im Regelfall vom Testzentrum das Formular mit der Selbstauskunft für die Bürgertestung überreicht bekommen. Die Mitarbeitenden in den Testzentren dürften zum Schutz der Privatsphäre nicht unbedingt die Testwilligen nach ihren Gründen für eine Testung befragen.

Auch interessant

Kommentare