Stadtfest: Die Bombe ist geplatzt

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Susanne Macaluso (stehend), Ingo Wöste (l.) und Bürgermeister Siegfried Griebsch (4. v. l.) wollen das Stadtfest revolutionieren. ▪

WERDOHL ▪ Es ist mehr oder weniger eine Revolution. Susanne Macaluso und Ingo Wöste wollen das Werdohler Stadtfest bereits nächstes Jahr total umkrempeln. Es soll nur noch vor einer Bühne gefeiert werden – und nicht mehr HSV hier und FSV dort.

Auch Bürgermeister Siegfried Griebsch plädierte am Donnerstagabend im Restaurant Vier Jahreszeiten bei einem Vorbereitungstreffen mit gut 20 Vereinsvertretern und Gewerbetreibenden für diese Neuerung. Darüber hinaus schlug er vor, das Fest auch zeitlich zu verschieben. Am Samstagabend solle es mit einer Party mit Live-Musik beginnen. Das eigentliche Fest solle aber am Sonntagmorgen mit einem Gottesdienst eingeleitet werden. „Familien mit Kindern haben samstags alle mögliche zu tun, aber nicht in der Stadt rum zu stehen“, unterstützte Woge-Chef Wöste das Stadtoberhaupt.

Nachdem Macaluso zu Beginn die Bombe hatten platzen lassen, ging sie weiter ins Detail: Das Stadtfest-Programm solle entzerrt werden. Es soll Angebote für unterschiedliche Altersstufen der Besucher geben. So sollten die Kinderaktionen an einem festen Ort zusammen gefasst werden. Wöste erklärte hierzu: „Wir haben dieses Jahr 2000 Euro für den Kika-Musiker Fux ausgeben – und dann standen da zehn Kinder vor der Bühne. Da hätte ich besser jedem Kind 50 Euro gegeben.“

Der erste Bürger der Stadt unterstützte wiederum Wöste. Bei „Rock for Kids“ hätten Fux bereits mehrere umjubelte Konzerte vor großen Publikum gespielt. Das Werdohler Stadtfest müsse eine etablierte Marke werden, die ein Selbstläufer sei. Letztlich brauche die Veranstaltung auch einen werberelevanten Namen.

Der Wunsch, auf dem Stadtfest nur noch eine Bühne zu haben, kommt von den Besuchern selbst. Beim jüngsten Fest wurden Bierdeckel verteilt, auf denen die Werdohler Wünsche äußern konnten. 150 Deckel wurden ausgefüllt. 75 Prozent wünschten sich nur noch einen Veranstaltungsort.

Wöste erklärte: „Werdohl hat nur das Potenzial für maximal 1000 Besucher.“ Deshalb müssten Bürger aus den umliegenden Städten angelockt werden. Werde das Geld der veranstaltenden Vereine gebündelt, könne damit mehr erreicht werden. Sponsoren könnten so auch leichter aquiriert werden. „Wir müssen Stars nach Werdohl holen. Ein ‚Weiter so!‘ gibt es nicht.“

Das Podium unterstützte nach anfänglichem Zögern die Ideen von Macaluso, Wöste und Griebsch. Schnell kam der Vorschlag, das Stadtfest letztlich mit dem verkaufsoffenen Sonntag zu kombinieren. Weitere spontane Ideen wurden gesammelt und festgehalten. Macaluso versprach für das nächste Treffen die Auswertung dieser Ideen-Zettel.

Vertreter der FSV waren nicht anwesend. Wöste verkniff sich einen Seitenhieb nicht: „Dass das Stadtfest nicht so gut lief für die Fußballer lag sicher nicht am Bier.“ ▪ Michael Koll

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