Stadtbücherei neu möbliert

Büchereileiterin Klaudia Zubkowski freut sich sehr über die neue Einrichtung der Stadtbücherei. Insbesondere die kürzeren Regale hätten ihre Vorteile.

WERDOHL ▪ Özge Tuzcu und Marie Hein haben es sich auf den großen Sitzkissen in der Stadtbücherei gemütlich gemacht. Die beiden Schülerinnen pauken für ihr Abitur. Gerade stehen Mathematik und Geschichte auf dem Programm. In der neu eingerichteten und nun – vorerst – kompletten Bücherei fällt es den Mädchen nicht schwer, vier Stunden am Stück zu lernen.

Von Jana Peuckert

Das freut Büchereileiterin Klaudia Zubkowski sehr. 2009 ist die Bücherei umgezogen. Ende vergangenen Jahres wurden die letzten Regale geliefert. Jetzt erstrahlt alles in neuem Glanz. Neben Tischen und Stühlen dürfen sich die Besucher nun auch über bunte Sitzsäcke und schöne Regale freuen. „Die neuen Regale sind nur noch einen Meter lang. Vorher hatten wir immer zwei Meter lange Teile. Das war oft unpraktisch. Die kurzen Regale mit den Rollen kann man leicht zur Seite schieben. Das ist zum Beispiel gut, für den Kreativ-Weihnachtsmarkt im Dezember“, freut sich Klaudia Zubkowski über die Neuerungen.

Mit der Bücherei hat der Werdohler Stadtkern ein echtes Schmuckstück erhalten. „Das war ganz lange eine Ruine. Es war hier mitten in der Stadt ganz vergammelt“, erinnert sich Klaudia Zubkowski. Schließlich hätte ein Investor aus Dortmund Interesse an dem Gebäude bekundet. Voraussetzung: Ein guter Ankermieter musste her. Die Stadt entschied, die Bücherei in das Gebäude zu verlegen. Und so zogen mehrere tausend Bücher, CDs und DVDs nach 30 Jahren an der Freiheitsstraße 20, in die knapp 500 Quadratmeter großen neuen Räumlichkeiten an der Freiheitsstraße 1.

Die neue Einrichtung der Bücherei, deren Wert sich auf 100 000 Euro beläuft, wurde zu 60 Prozent durch Fördergelder des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert. Die restlichen 40 Prozent kamen von der Stadt Werdohl.

„Es ist alles sehr funktional“, berichtet Klaudia Zubkowski. Zudem sei es jetzt viel ruhiger und freundlicher als vorher. Das würde sich auch im Nutzerverhalten widerspiegeln. „Ich habe vorher nie so viele Schüler gesehen, die in der Bücherei lernen. Sie kommen jetzt gezielt her. In der Schulzeit sind manchmal alle Tische besetzt“, erzählt die Leiterin. Zu ihnen gehören auch Özge Tuzcu und Marie Hein. Sie empfinden die neue Einrichtung als sehr angenehm. „Es ist viel besser als das Alte“, meint Özge Tuzcu. Freundin Marie ist sogar extra aus Altena nach Werdohl gekommen, um in der neuen Bücherei zu lernen.

Nachdem die Bücherei neu eingezogen sei, habe es einen regelrechten Schub an Nutzern gegeben. Zum Vergleich: 2008 liehen sich 2009 Menschen Bücher oder andere Medien aus. 2009 waren es 1937. 2010 nutzten schließlich 2500 Personen das Angebot der Bücherei. Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei 2000 Personen.

Für Erwachsene kostet ein Ausweis zehn Euro im Jahr. Kinder dürfen kostenlos Medien ausleihen. Nach mehr als 30 Jahren hinter dem Thresen der Bücherei kennt Klaudia Zubkowski „ihre Werdohler“ gut. Und so ist sie stets bemüht, den Lesewünschen der Nutzer nachzukommen. Dafür steht ihr jedes Jahr ein städtischer Etat in Höhe von 33 000 Euro zur Verfügung. „Davon kann ich 1 000 bis 1 200 neue Medien pro Jahr anschaffen“, erklärt Klaudia Zubkowski. Wo neue Bücher kommen, müssten alte weichen. Damit tue sich die Büchereileiterin allerdings etwas schwer. Da kam der Umzug 2009 gerade recht. „Da haben wir erstmal eine Generalinventur vorgenommen und knapp 9 000 Medien aussortiert“, so die Büchereileiterin. Aber: Auch wenn Goethe und Schiller nicht ausgeliehen würden, können diese Klassiker nicht weggeworfen werden. „Die müssen einfach bleiben“, stellt Klaudia Zubkowski klar.

Der aktuelle Bestand der Bücherei zählt etwa 36 000 Medien. Insbesondere die Schülerhilfen seien jetzt die neuesten Auflagen. Was die modernen E-Books anbelangt, hält sich die Büchereileiterin bei Zusatzkosten von bis zu 500 Euro monatlich derzeit noch etwas zurück. „Ich will nicht den Anschluss verlieren, aber dafür müsste schon eine ganz massive Nachfrage da sein.“

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