Stadtbrandinspektor Manfred Theile: Kyrill-Einsätze wären heute „nicht mehr zuzumuten“

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Das Holz, das nicht sofort vermarktet werden konnte, wurde jahreang auf dem Nasslagerplatz Schlacht untergebracht.

WERDOHL - Stadtbrandinspektor Manfred Theile, damals noch Löschzugführer des Löschzuges Eveking, war in der Kyrill-Nacht mit seinen Mannen auf dem Weg nach Ludemert, als ein Baum auf einen der Feuerwehrwagen stürzte. Im Gespräch mit SV-Redakteurin Ute Heinze lässt Theile den Einsatz Revue passieren und erläutert, welche Lehren die Werdohler Wehr aus der Kyrill-Nacht gezogen hat.

Welche Erinnerungen haben Sie an den 18. Januar 2007?

Stadtbrandinspektor Manfred Theile

Theile: Wir wurden damals zu einem Einsatz in den Ludemerter Weg gerufen. Ich saß im ersten der drei Fahrzeuge, als ein Baum auf den nachfolgenden Wagen fiel. Die Kameraden hatten Glück, dass der Baum nicht auf die Mannschaftskabine fiel. Wir haben uns mit dem ersten und dritten Wagen in Sicherheit gebracht. Anschließend bin ich mit der Taschenlampe zurück durch den Wald, um den Schaden zu begutachten. Im Anschluss daran haben wir das Löschfahrzeug mit einigen Einsatzkräften freigeschnitten, während die anderen Kameraden schon am Einsatzort tätig waren. Auf dem Weg durch den Wald ist mir klar geworden, welche Kraft Mutter Natur hat.

Welche Lehren hat die Werdohler Feuerwehr aus den Einsätzen in der Kyrillnacht gezogen?

Theile: Nach heutigen Erkenntnissen würden wir in der Nacht zwar ausrücken, um eine Erkundung durchzuführen, nicht aber, um eine Straße, auf die Bäume gefallen sind, freizuschneiden. Solange sich keine Person in einer Notlage befindet, würden wir die Straße einfach für den Verkehr sperren. Solche Einsätze wie wir sie in der Kyrill-Nacht zum Teil hatten, sind nach heutigem Wissensstand keinem Feuerwehrmann zuzumuten.

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