Feuerwehr: „Wir brauchen neue Köpfe“

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Im Rahmen des Kameradschaftsabends der Werdohler Feuerwehren werden traditionell langjährige Kameraden für ihr Engagement ausgezeichnet. In diesem Jahr konnten wieder Männer für ihre 25-, 35-, und 40-jährige Treue geehrt werden. ▪

WERDOHL ▪ Der Einsatz der freiwilligen Feuerwehr verdiene einen besonderen Dank, weiß Andreas Späinghaus, der in seiner Funktion als stellvertretender Bürgermeister das Jahresfest der Werdohler Feuerwehren am Samstagabend im Festsaal Riesei besuchte.

Ihr Ehrenamt orientiere sich am Schutz der Bevölkerung, ihr Dienst beschränke sich nicht nur auf den Einsatz im Ernstfall, so Späinghaus. Viele Stunden müssen die Blauröcke für die Wartung ihrer Geräte und Fahrzeuge aufwenden, und auch die Weiterbildung „verschlingt“ viel Freizeit. „Ihre Partner müssen sehr tolerant sein“, weiß Späinghaus, seinen Dank an die Partnerinnen der Feuerwehrmänner zu richten. „Dieses Ehrenamt kann nicht hoch genug gewürdigt werden.“ Ein Ehrenamt, das viel abverlangt und vielleicht gerade deshalb mit fehlendem Zuwachs zu kämpfen hat.

Stadtbrandinspektor Manfred Theile sprach in seinem Jahresrückblick eben jenen Punkt an: „Wir brauchen neue Köpfe.“ Quereinsteiger sind also stets willkommen. „Die Feuerwehr sollte einen Querschnitt aus der Bevölkerung bilden“, wünscht sich Theile. Ein positives Signal kommt aus der Jugendfeuerwehr. Die Zahl der jungen Blauröcke konnte auf 34 Mitglieder erhöht werden, informierte der Stadtbrandinspektor. Die Projektwoche an der Städtischen Realschule, wo die Jugendfeuerwehrleitung die Arbeit des Nachwuchses vorgestellt hatte, könnte ein Grund für den Zuwachs gewesen sein, vermutet Theile. und dankte der Jugendfeuerwehrleitung für ihre Engagement in diesem Bereich, denn: „In der Jugendfeuerwehr sind die Retter von morgen.“

Seit etlichen Jahren stehen viele Blauröcke im Dienst der guten Sache. Das Jahresfest, das auch als „Entschädigung“ für die Familien der Feuerwehrmänner gefeiert wird, die viele Stunden auf ihre Männer und Väter verzichten müssen, nutzte Theile erneut dafür, langjährige Mitglieder für ihr Engagement zu ehren. Seit einem Vierteljahrhundert gehören folgende Blauröcke zur Werdohler Wehr: Olaf Haas, Frank Kirchhoff, Jörg Mücher, Michael Mücher, Mike Sommer, Jörg Wiese und Hans Wolf. Seit 35 Jahren sind Brandoberinspektor Heinz-Jürgen Tremblau und Brandinspektor Friedrich Eckardt treue Kameraden. Sein 40. Dienstjubiläum konnte in diesem Jahr Michael Schulte feiern. Aus dem aktiven Dienst musste Theile Hauptbrandmeister Hans Friedrich Rentrop und Hauptfeuerwehrmann Reinhardt Eisengardt verabschieden.

Michael Kling, erst seit knapp einem Jahr stellvertretender Kreisbrandmeister, besuchte zum ersten Mal das Jahresfest in Werdohl. Die heimischen Blauröcke sind ihm aber bereits gut bekannt, denn die Werdohler sind eine von insgesamt sechs Kommunen im Kreis, die im ABC-Messzug MK bei großen Bränden und Chemieunfällen kreisweit zum Einsatz kommen. Damit leiste die Wehr nicht nur einen wertvollen Beitrag für die eigenen Bürger, sondern auch über die Stadtgrenzen hinaus. Diese Art der Zusammenarbeit ist laut Kling zukunftsweisend, um das breite Arbeitsspektrum für immer weniger Arbeitskräfte erträglicher zu machen. ▪ sr

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