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Stadt will Versorgung sicherstellen: Aggregate für 70.000 Euro angeschafft

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Von: Maximilian Birke

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Zeigen hier eines der beiden neuen Aggregate: Tiefbauabteilungsleiter Martin Hempel und Elektriker Pantelis Haritidis. Die Geräte wurden über einen örtlichen Baubedarfshändler in Holland geordert und vor wenigen Wochen geliefert.
Zeigen hier eines der beiden neuen Aggregate: Tiefbauabteilungsleiter Martin Hempel und Elektriker Pantelis Haritidis. Die Geräte wurden über einen örtlichen Baubedarfshändler in Holland geordert und vor wenigen Wochen geliefert. © Birke, Maximilian

Noch pünktlich vor dem ersten Wintereinbruch des Jahres hat die Stadt Werdohl zwei Notstromgeneratoren geliefert bekommen. Sie sollen im Fall eines möglichen Blackouts und auch allgemein bei Ausfällen des Stromnetzes zum Einsatz kommen.

Werdohl – Investiert wurden für die Geräte rund 70 000 Euro. Hinzu kommen noch Investitionen in zwei große Dieseltanks sowie Umbauten in den Gebäuden. Platziert werden die neuen Geräte am Gerätehaus Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr sowie am Rathaus an der Goethestraße.

„Wenn der Strom ausfällt, fährt jemand von uns dorthin und schaltet die Versorgung auf Notstrom um“, erklärt Tiefbauabteilungsleiter Martin Hempel, dass dieser Prozess manuell erfolgen müsse. Hier liegt auch ein wesentlicher Unterschied zur Notstromversorgung im Feuerwehrgerätehaus Eveking: Dort werden Schwankungen im Stromnetz durch sensible Technik erkannt und automatisch die Notstromversorgung hergestellt (wir berichteten).

Vom Stromausfall über das Starten des Generators bis hin zum Umschalten vergehen so gerade einmal zehn Sekunden. Diese Integration der Aggregate ist für das Rathaus und für das Gerätehaus Stadtmitte nicht vorgesehen, erklärt Martin Hempel. „Bis ein Mitarbeiter die Umschaltung vornimmt, werden wohl etwa 30 Minuten vergehen.“ Allerdings sei das auch ausreichend. „Wir haben für die EDV-Systeme in der Verwaltung ein Not-Akku-System, das die Stromversorgung für eine Zeit übernehmen kann.“

Hempel lobt die Eigenschaften der Aggregate zum Stückpreis von jeweils rund 35 000 Euro. Die Stromerzeuger leisten starke 46 Kilovoltampere (Gerätehaus Stadtmitte) und 48 Kilovoltampere (Rathaus). Das entspricht 46 000 und 48 000 Watt. „Die Geräte verfügen über die Emissionsklasse Stage 4“, stellt Hempel eine Besonderheit heraus. „Dadurch sind sie flexibel einsetzbar – nicht nur am Gebäude, sondern auch für Veranstaltungen oder Baumaßnahmen, für die viel Strom benötigt wird.“ Das bedeute für die Stadt einen echten Mehrwert.

Für jedes der Aggregate wurde ein externer 1000-Liter-Diesel-Tank angeschafft, durch den die Notstromversorgung auch über mehrere Tage gewährleistet werden könnte. Neben diesem Diesel bevorrate der Baubetriebshof weitere 2000 Liter für seine Fahrzeugflotte, sowie reichlich AdBlue und vor allem eine große Menge Trinkwasser für den Eigenbedarf.

Angeschlossen werden die neuen Notstromaggregate voraussichtlich bis Mitte Dezember und dann auch an den Gebäuden platziert.

Die notwendigen Umbauarbeiten übernimmt der Baubetriebshof selbst. Besonders gefragt sei dabei die Elektro-Abteilung, erklärt Martin Hempel. Aber auch das Gebäudemanagement der Stadt ist mit im Boot. Ob sämtliche Anschlussarbeiten bis Mitte Dezember abgeschlossen sein werden, hängt maßgeblich von der Verfügbarkeit von Bauteilen ab. Bislang seien rund 60 Prozent der Arbeiten erfolgt.

Bestimmte Schalter oder Verbindungen zu bekommen, gestalte sich derzeit aber teilweise schwierig und erfordere Kreativität, berichtet Pantelis Haritidis, Leiter der Elektroabteilung. Diese Knappheit gibt es eigentlich auch bei Notstromaggregaten, schließlich ist die Nachfrage groß. „Wir konnten hier von den guten Kontakten eines örtlichen Baubedarfshändlers profitieren“, erklärt Martin Hempel, wie es der Stadt Werdohl gelingen konnte trotz der angespannten Marktlage in relativ kurzer Zeit Stromerzeuger zu beschaffen. Für diese Kontakte seien der Baubetriebshof und die Stadt dankbar.

Bleibt der Blick auf den Winter: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Blackout im Winter tatsächlich eintreten wird? „Nicht sehr wahrscheinlich“, denkt Martin Hempel. „Das würde erst passieren, wenn die Gasspeicher leerlaufen und in großem Maße Strom zur Wärmeerzeugung genutzt werden muss.“

Mit Blick auf die zurzeit gut gut gefüllten Gasspeicher in Deutschland denkt Hempel nicht, dass dieses Szenario eintreten wird. Dennoch sei es natürlich besser, vorbereitet zu sein. Und wenn die Generatoren im Winter nicht benötigt werden, gebe es in Zukunft sicher andere Zwecke, bei denen sie für die Stadt von Nutzen sein können.

Die Anschaffung der Generatoren wurde übrigens vom Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Werdohl (SAE) beschlossen. Neben den zwei neuen Stromerzeugern gibt es außerdem das bereits erwähnte Aggregat im Gerätehaus Eveking und ein mobiles, aus Spenden finanziertes Gerät der Löschgruppe Kleinhammer. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass für die Bevölkerung im Fall eines Blackouts Licht- und Wärmepunkte geschaffen werden können, die im Notfall als Anlaufstellen für Bürger dienen.

Von haushaltsüblichen 230-Volt-Steckdosen bis hin zu Starkstrom: Die Notstromaggregate bieten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.
Von haushaltsüblichen 230-Volt-Steckdosen bis hin zu Starkstrom: Die Notstromaggregate bieten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. © Birke

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