Stadt will am Grasacker neuen Kindergarten bauen

Was tun? Das Land schlägt vor, in der Stadtmitte einen ganz neuen Kindergarten zu bauen.

WERDOHL ▪ In Abstimmung mit dem Landesjugendamt schlägt die Stadt der Politik vor, im Bereich Grasacker einen ganz neuen Kindergarten zu bauen. Der Neubau würde bis zu 1,5 Millionen Euro kosten und sollte zum Sommer 2013 in Betrieb genommen werden.

Mit diesem spektakulären Vorschlag geht die Verwaltung in die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am kommenden Montag. Hintergrund ist die Kindergartenbedarfsplanung, bei der einerseits mehr Plätze für die Betreuung von Unter-Dreijährigen geschaffen werden müssen, auf der anderen Seite aber nicht mehr alle städtischen Kindergärten ihre bisherigen Gruppenstärken halten können.

Für den Kindergarten Momo in Eveking ist bereits ein Anbau geplant, der ersten Schätzungen zur Folge rund 300 000 Euro kosten würde. Ebenso viel wird für den geplanten Ausbau der U-3-Betreuung in der Ütterlingser Wunderkiste veranschlagt. Mindestens 300 000 Euro würden auch für einen Anbau am Kindergarten Budenzauber am Erlenweg nötig, um dort mehr U-3-Kinder aufnehmen zu können.

Bereits bekannt ist, dass ein solcher Ausbau nicht im Kindergarten Funkenburg realisiert werden kann. In der Überlegung war bislang, dass der ganze Kindergarten an den Kirchpfad umzieht. Die Evangelische Kirchengemeinde, die dort lange einen Kindergarten betrieb, hat einer vertraglichen Überlassung für rund 20 000 Euro Miete pro Jahr bereits zugesagt. Das Gebäude Kirchpfad müsste zudem für etwa 50 000 Euro renoviert werden. Weitere 40 000 Euro müssten in den Außenbereich fließen.

Die Stadt schlägt als weitere Alternative vor, eine Gruppe in Eveking zu schließen und diese in den Kirchpfad zu verlegen. In Eveking werden zurzeit mehr Betreuungsplätze als nötig angeboten, die wiederum in der Innenstadt fehlten. Der Kirchpfad würde zu einer Dependance von Momo. Aufgrund weiterer rechtlicher Unwägbarkeiten geht die Verwaltung allerdings davon aus, dass diese Alternative kurzfristig gar nicht in Betracht komme.

Dann lässt Fachbereichsleiter Bodo Schmidt die Katze aus dem Sack: „Die Vertreter des Landesjugendamtes haben übereinstimmend die Auffassung vertreten, dass als zukunftsorientiert einzige Möglichkeit unter Wegfall möglichst aller bisher geplanter Ausbauvorhaben der Neubau einer zentral gelegenen Kindertagesstätte angestrebt werden soll.“ Eine ganze Reihe von Städten in vergleichbar schlechter finanzielle Lage wie Werdohl hätten schon die Genehmigung von den Landesbehörden bekommen, neue Kindergärten zu bauen.

Für einem Neubau am Grasacker würden alle oben beschriebenen Anbauten einschließlich der Anmietung des Kirchpfades aufgegeben.

Volker Heyn

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