Stadt will ab 2015 auf Ein-Euro-Jobber verzichten

Betreuen die Ein-Euro-Kräfte: Erwin Günther und Petra Seuster von der Stadtverwaltung.

WERDOHL ▪ Mit dem Verzicht auf die so genannten Ein-Euro-Jobber sollen ab dem Jahr 2015 insgesamt 23 500 Euro im städtischen Haushalt eingespart werden. Das sieht einer der Punkte aus der 69 Maßnahmen umfassenden Liste zur Haushaltssanierung vor.

Die Ein-Euro-Jobber kümmern sich seit 2005 in Werdohl um die Pflege und Verschönerung der Lennepromenade. Sie haben beispielsweise auch den so genannten Wellengarten angelegt.

Der Sparzwang im Werdohler Rathaus ist aber nicht der einzige Grund, warum die Stadt künftig in diesem Bereich nicht mehr als Maßnahmenträger auftreten will. Die Hintergründe erklärte Bodo Schmidt, Leiter der Abteilung Soziales und Wohnen, gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

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„Wir sind als Stadt auch immer davon abhängig, dass das Jobcenter genügend geeignete Kandidaten zur Verfügung stellen kann“, sagte Schmidt. So sei das Projekt im Jahre 2005 mit rund 90 Personen gestartet. Derzeit würden sich hingegen nur noch 20 Ein-Euro-Jobber um die Pflege des Lenneuferbereiches kümmern. „Die Entwicklung ist sehr dramatisch. So wenig Teilnehmer an einer Maßnahme hatten wir noch nie“, berichtete Schmidt gestern. Hinzu komme, dass die Fördersumme seit dem Jahr 2009 kontinuierlich zurückgegangen sei. Der Stadt Werdohl würden für die derzeit laufende Maßnahme – diese begann im Februar dieses Jahres und endet im Januar 2013 – Gelder in Höhe von 30.000 Euro zur Verfügung gestellt. 23 500 Euro müssen die Verantwortlichen im Rathaus als Eigenanteil aufbringen. Schließlich müssen die Ein-Euro-Jobber angeleitet und betreut werden. Auch Arbeitsmaterial werde von dieser Summe für die fleißigen Helfer bereit gestellt.

Die Tatsache, dass Erwin Günther, er kümmert sich gemeinsam mit Petra Seuster im Werdohler Rathaus um die Betreuung der Arbeitskräfte, 2014 in den Ruhestand gehe, sei ein weiterer Grund, warum die Stadt Werdohl ab 2015 keine Arbeitsgelegenheiten mehr für Ein-Euro-Jobber zur Verfügung stellen werde. „Das Personaleinsparkonzept sieht vor, dass diese Stellen nicht mehr besetzt werden. An Erwin Günther hängt das Ganze“, sagte Fachbereichsleiter Schmidt. Günther habe in den vergangenen Jahren ein besonderes Gespür für die Probleme und Bedürfnisse seiner Schützlinge entwickelt.

Schmidt betonte zudem, dass die Maßnahmen für die Ein-Euro-Jobber immer befristet seien. „Es kann sein, dass es schon im Februar des kommenden Jahres nicht mehr weitergeht“, sagte Schmidt. Dies sei unter anderem vom Jobcenter und der sich ändernden Gesetzeslage abhängig. Die Stadt sei natürlich daran interessiert, die Trägerschaft so lange wie möglich zu halten.

Bis zu 30 Stunden wöchentlich sind die Ein-Euro-Jobber an der Lennepromenade im Einsatz. Sie erledigen die Arbeiten, die der städtische Bauhof nicht übernehmen kann. Die Pflege einem privatem Betrieb in diesem Umfang zu übertragen, sei auf Grund der Kosten nicht möglich. „Sobald wir die Ein-Euro-Jobber nicht mehr haben, wird die Lennepromenade auch nicht mehr so gepflegt sein“, ist sich Schmidt sicher. Schließlich komme die gemeinnützige Arbeit, die die Ein-Euro-Jobber zusätzlich zum Bauhof leisten, allen Werdohlern zu Gute. Das Jobcenter wisse um die Bedeutung der Kräfte für die Stadt. Auch sei in Iserlohn bekannt, welchen Stellenwert diese gemeinnützige Arbeit in der Bevölkerung genieße. Schließlich hätten die Ein-Euro-Jobber die Lennepromenade in den vergangenen sechs Jahren zu dem gemacht, was sie jetzt sei.

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