Stadt zu Zirnsak-Kündigung: „Es gab Gespräche“

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Die Stadt behauptet, Gespräche mit Familie Zirnsak wegen des Mietverhältnisses geführt zu haben. Die Betreiber der Sportschule sagen allerdings, sie seien von der Kündigung vollkommen überrascht worden.

Werdohl - Zwischen der zum Sommer aus dem städtischen Gewerbehof gekündigten Sportschule von Rudi Zirnsak und der Stadt als Vermieter habe es sehr wohl einige Gespräche gegeben. Das erfuhren die Mitglieder des Bau- und Liegenschaftsausschusses auf Nachfrage am Montag im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung.

Zirnsaks hatten gegenüber unserer Zeitung steif und fest behauptet, sie seien aus heiterem Himmel gekündigt worden. Man habe sich immer korrekt verhalten, erklärten Tochter Wanda und Mutter Bea, die Miete sei regelmäßig bezahlt worden. Das Kündigungsschreiben sei wortlos auf die Theke geworfen worden. 

Das scheint offensichtlich nicht so gewesen zu sein. Die Stadt als Vermieter darf mit Hinweis auf das privatrechtliche Mietverhältnis öffentlich keine genaueren Aussagen machen. Es sei aber wohl so, hieß es, dass die Familie Zirnsak einseitig nicht mehr die lange vereinbarten Vertragsgrundlagen erfüllt habe. Weil in Gesprächen keine Einigung zwischen der Sportschule und der Stadt herzustellen gewesen sei, habe die Stadt das mehr als 30 Jahre bestehende Mietverhältnis gekündigt. Es soll sich vor allem um Differenzen im finanziellen Bereich gehandelt haben, war zu erfahren. Im nicht-öffentlichen Teil habe sich die Stadtverwaltung gegen den von Zirnsaks so dargestellten Rauswurf gewehrt. 

Verhalten der Verwaltung hinterfragt 

Im Ausschuss für Bauen und Liegenschaften hatten Michael Schürmann für die CDU und Jürgen Henke für die SPD öffentlich das Verhalten der Verwaltung hinterfragt. Henke warf der Verwaltung vor, unsensibel mit der „Werdohler Institution“ der Sportschule Zirnsak umgegangen zu sein. Die Stadt hätte mehr Fingerspitzengefühl zeigen müssen. Schürmann wollte wissen, ob die Kündigung mit einem Grund zu tun habe, der öffentlich im Ausschuss besprochen werden könne. Die Anfragen der Politiker konnte Schroeder wohl im nicht-öffentlichen Teil hinreichend beantworten. 

Rudolf Zirnsak wird in diesem Jahr 70 Jahre alt, er ist seit mehr als 30 Jahren Mieter bei der Stadt. In seiner Sportschule arbeitet seine Frau Beatrix. Beide wollen sich zur Ruhe setzen. Tochter Wanda Zirnsak gibt in der Sportschule nebenberuflich Taekwondo-Kurse.

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