Gütesiegel für achte Einrichtung

Stadt will weitere Kita zum Familienzentrum ausbauen

Die in dem markanten organgefarbenen Gebäude in der Stadtmitte untergrachte Kindertagesstätte Gernegroß soll zu einem Familienzenrtum ausgebaut werden. Dafür hat sich der Jugendhilfeausschuss auf Vorschlag der Stadtverwaltung ausgesprochen.
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Die in dem markanten organgefarbenen Gebäude in der Stadtmitte untergrachte Kindertagesstätte Gernegroß soll zu einem Familienzenrtum ausgebaut werden. Dafür hat sich der Jugendhilfeausschuss auf Vorschlag der Stadtverwaltung ausgesprochen.

Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstagabend das Vorhaben der Stadtverwealtung gebilligt, eine weitere städtische Kindertagesstätte in ein Familienzentrum auszubauen. Werdohl ergreift damit die Chance auf Fördermittel des Landes.

Mit den Kindertagesstätten Wunderkiste (Ütterlingsen), Budenzauber (Rodt) und Momo (Eveking) sind bereits drei städtische Einrichtungen als Familienzentren zertifiziert, wobei die Kita Budenzauber das Gütesiegel im Verbund mit der katholischen Kita St. Michael (Stadtmitte) und die Kita Momo es im Verbund mit der katholischen Kita St. Bonifatius (Eveking) erhalten haben. Als Familienzentren anerkannt sind auch die Awo-Kita Sonnenschein in Pungelscheid und die Evangelische Kita Arche Noah auf der Königsburg. Somit sind sieben von neun Kitas im Stadtgebiet bereits als Beratungsstelle für Kinder, Eltern und Familien anerkannt.

Mit der Kita Gernegroß in der Stadtmitte soll nun eine achte Kindertagesstätte zum Familienzentrum werden. „Die Landesregierung wird im Kindergartenjahr 2021/22 landesweit insgesamt 150 neue Familienzentren fördern. Für Werdohl wurde ein Kontingent ausgewiesen, das heißt, es ist möglich, für eine weitere Kindertagesstätte einen Antrag auf Förderung eines neuen Familienzentrums zu stellen“, erklärte die Stadtverwaltung den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses die Hintergründe des Vorhabens.

Familienzentren von großer Bedeutung

Für die frühkindliche Bildung, aber auch für die Familien seien die Familienzentren von großer Bedeutung, insbesondere bei der frühen Förderung junger Familien, begründete die Stadtverwaltung weiter. Die Familienzentren eröffneten Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft bestmögliche Startmöglichkeiten und könnten die Eltern bei der Erziehung unterstützen. „Familienzentren werden insbesondere von Kindern und Eltern mit besonderem Unterstützungsbedarf benötigt“, heißt es wörtlich in dem Papier, das den Ausschussmitgliedern zur Beschlussfassung vorlag.

Familienzentren: Unterstützung und Förderung für Familien

Familienzentren bieten für Kinder, Eltern und Familien Angebote einer leicht zugänglichen Unterstützung und Förderung. Der Begriff Familienzentrum bezieht sich in dieser Definition auf Kindertagesstätten, die Knotenpunkte in einem Netzwerk bilden, das Kinder individuell fördert sowie Familien umfassend berät und unterstützt. Ziel ist die Zusammenführung von Bildung, Erziehung und Betreuung als Aufgabe der Kindertageseinrichtungen mit Angeboten der Beratung und Hilfe für Familien. Nordrhein-Westfalen hat 2006 als erstes Bundesland Familienzentren eingerichtet. Das Gütesiegel Familienzentrum NRW, das für einen Zeitraum von vier Jahren verliehen wird, sichert den zertifizierten Einrichtungen eine jährliche finanzielle Förderung in Höhe von 20000 Euro.

Für die Stadt beziehungsweise die Einrichtungen lohnt sich die Zertifizierung auch finanziell: Gemäß Kinderbildungsgesetz (Kibiz) erhalten Kindertageseinrichtungen, die im Rahmen der örtlichen Jugendhilfeplanung auf Vorschlag des Jugendamtes an dem Verfahren für das vom Land anerkannte Gütesiegel „Familienzentrum NRW“ teilnehmen, einen Zuschuss in Höhe von 20 000 Euro pro Jahr.

Die Vorbereitungen laufen

Die Kita Gernegroß, mit circa 100 Kindern die größte städtische Betreuungseinrichtung für Kinder im Alter von vier Monaten bis sechs Jahren, bereite sich bereits seit einiger Zeit auf die Erweiterung zum Familienzentrum vor, um die Gütesiegel-Kriterien zu erfüllen, erfuhr der Ausschuss von der Verwaltung. Unter Zugrundelegung der Kindergartenbedarfsplanung und auch der Bevölkerungsstruktur des Einzugsgebietes in der Stadtmitte, sei die Erweiterung der Kita Gernegroß zum Familienzentrum „pädagogisch sinnvoll und naheliegend“.

Der Ausschuss stimmte dem Vorhaben ohne Diskussion einstimmig zu. Damit wäre nur noch die von der Evangelischen Kirchengemeinde getragene Kita Sternschnuppe auf der Königsburg nicht als Familienzentrum zertifiziert. Es habe aber eine Rücksprache mit der Kirchengemeinde gegeben, versicherte die Stadtverwaltung; die habe keine Einwände gegen die Auswahl der Kita Gernegroß für das Verfahren zur Erlangung des Familienzentrum-Gütesiegels gehabt.

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