Stadt ruft Polizei zur FSV-Jugend

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Innerhalb von sieben Tagen hat die Stadt Werdohl zwei Mal die Polizei zur Sportanlage Riesei rufen lassen, um dort gegen die Jugendabteilung der Fußballspielvereinigung (FSV) vorzugehen.

Werdohl - Innerhalb von sieben Tagen hat die Stadt Werdohl zwei Mal die Polizei zur Sportanlage Riesei rufen lassen, um dort gegen die Jugendabteilung der Fußballspielvereinigung (FSV) vorzugehen. FSV-Jugendleiter Rüdiger Backes sieht seinen Verein vor allem von der Sportabteilung der Stadt zu Unrecht verfolgt. Fachbereichsleiter Michael Grabs hält beide Polizei-Einsätze für gerechtfertigt.

Zuerst sei gesagt, dass es zwischen dem FSV-Jugendleiter Rüdiger Backes und dem Stadtsportbeauftragten Uli Betten seit Jahren persönlich überhaupt nicht passt. Betten war früher selbst Jugendleiter bei der FSV. Backes redet öffentlich schlecht über Uli Betten.

FSV-Jugendleiter Rüdiger Backes liegt im Streit mit Uli Betten von der städtischen Sportabteilung.

Wie berichtet, hatte die Stadt den Kunstrasenplatz Riesei am Dienstagnachmittag gesperrt. Unbekannte hatten dort am Wochenende zuvor grüne Flaschen zerschlagen. Glassplitter seien nahezu unsichtbar in den Kunstrasen eingedrungen. Wegen der hohen Verletzungsgefahr wurde der Platz gesperrt, darüber wurden alle Vereinsvertreter am Dienstagnachmittag per E-Mail informiert, auch die FSV.

Zu dieser Zeit waren aber schon Trainer und Übungsleiter der FSV mit rund 70 Jugendlichen zum Riesei gekommen, um dort ein Meisterschaftsspiel der E-Jugend gegen Altena und ein Sichtungstraining durchzuführen. Der Trainer habe Jugendleiter Backes telefonisch mitgeteilt, er stehe vor verschlossenen Toren, was er denn tun solle. Backes gab im Gespräch mit der Redaktion zu, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits von der Sperrung gewusst habe. Er habe dennoch versucht, Uli Betten zu erreichen, um doch auf den Kunstrasenplatz zu kommen. Als dies nicht gelang, rief Backes Bürgermeisterin Silvia Voßloh an. Die habe in den vergangenen Wochen zwischen FSV und Sportabteilung zu vermitteln versucht. Die Bürgermeisterin habe daraufhin dem Verein telefonisch die Genehmigung erteilt, den Kunstrasenplatz einmalig auf eigene Gefahr benutzen zu dürfen.

So weit kam es aber nicht, weil Uli Betten am Riesei erschien und die Bürgermeisterin telefonisch darauf hinwies, dass so eine Ausnahmegenehmigung nicht möglich sei. Daraufhin rief die Bürgermeisterin bei Backes an und zog die Genehmigung zurück.

Bürgermeisterin mischt sich ein

Zu diesem Zeitpunkt waren die Vereinsmitglieder, Jugendlichen und Eltern auf der Kunstrasenanlage unterwegs. Leute von der FSV hatten die größeren Scherben vom Platz genommen und wollten mit dem Sport beginnen. Um Rechte und Fürsorgepflicht der Stadt durchzusetzen, bat Betten die Werdohler Polizei um Hilfe. Die Beamten hätten den Vorwurf des Hausfriedensbruchs geprüft und die FSV-Leute gebeten, den Platz zu verlassen. Die FSV habe danach das Sichtungstraining und das Meisterschaftsspiel ohne Zwischenfälle auf dem Naturrasenplatz ganz in der Nähe durchgeführt.

Backes spricht von einem zweiten Polizeieinsatz am Sonntag auf dem Naturrasenplatz. Ein Trainer habe spontan ein Training der C2-Jugend am Sonntag um 12 Uhr angesetzt. Das Haupttor ist abgesperrt, die FSV-Übungsleiter und Trainer haben dafür Schlüssel. Letztlich habe der Platzwart Detlef Gerigk die Polizei gerufen, weil er eine widerrechtliche Nutzung vermutete. Polizei und Ordnungsamt seien daraufhin am Riesei erschienen. Auch hier habe es den Vorwurf des Hausfriedensbruchs gegeben, der aber nicht weiter verfolgt wurde.

Rüdiger Backes und FSV-Vorstand Thomas Dinter würden jetzt darüber nachdenken, den Nutzungsüberlassungsvertrag mit der Stadt zu kündigen. Den Vorwurf des Hausfriedensbruches ließen sie sich nicht gefallen. Backes spart nicht mit starken Worten gegenüber der Sportabteilung: „Betten und Gerigk legen uns Steine in den Weg, die wollen uns was anhängen.“ Mit den Polizeieinsätzen sei eine Grenze überschritten worden.

Nach einer Reinigung am Montag ist der Kunstrasenplatz wieder freigegeben.

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