Wichtige Stelle lange Zeit unbesetzt

Stadt Werdohl: Personelle Probleme auch im Jugendamt

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Kirsten von der Crone leitet zusätzlich zum Jugendamt auch noch den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD). Diese Leitungsaufgabe ist schon länger als eigene Stelle ausgeschrieben, es hat sich bislang niemand gefunden.

Werdohl – Nicht nur in der Bauabteilung sucht die Stadt Werdohl Personal, auch im Jugendamt ist seit einiger Zeit eine verantwortliche Stelle frei, die trotz mehrfacher Ausschreibung nicht besetzt werden konnte.

Gesucht wird hier ein Mann oder eine Frau, die die Leitung des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) übernimmt. Das ASD-Team ist mit sechs Fachkräften komplett besetzt. 

Diese freie Leitungsstelle im Bereich des Jugendamtes hat eine längere Vorgeschichte. Als der frühere ASD-Leiter Marco Malcherek-Schwiderowski 2016 die Leitung des Jugendamtes von der pensionierten Sybille Dworschak übernahm, vereinigte er beide Leitungsfunktionen und Stellen in seiner Person. Das war in Absprache mit dem damaligen Fachbereichsleiter für Jugend und Soziales, Bodo Schmidt, geschehen. 

Doppelverantwortung 2018 gekündigt

Malcherek-Schwiderowski kündigte seine Doppelverantwortung 2018 und leitet seitdem – nach eigenen Angaben für weniger Gehalt – einen Fachdienst bei der Stadt Lüdenscheid 

Als Kirsten von der Crone 2018 aus dem ASD-Team an die Spitze des Jugendamtes rückte, machte sie die Wiederbesetzung der ASD-Leitung quasi zu einer Art Bedingung. Bis heute ist sie für beides verantwortlich, was für sie persönlich zu einer hohen Arbeitsbelastung führt. 

Eingehende Prüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt

2018 wurde das Werdohler Jugendamt auf eigene Veranlassung einer eingehenden Prüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt unterzogen. Vor zwei Jahren hätten nicht nur schematische und finanzielle Untersuchungen stattgefunden, die Jugendamtsleiterin spricht von einem „partizipatorischen Ansatz“. Das ganze Team sei mit eingebunden gewesen. Nach der Vorstellung der Ergebnisse der Untersuchung im Mai 2019 wurde vom Rat beschlossen, dass die Stelle der ASD-Leitung ausgeschrieben wird. Das geschah im Sommer vergangenen Jahres – eineinhalb Jahre später ist diese direkt unter der Jugendamtsleitung angesiedelte Leitungsstelle immer noch nicht besetzt. 

Kirsten von der Crone spricht von einer sehr hohen Verantwortung auf dieser Position. Die Person muss nicht nur die Mitarbeiterinnen aus dem ASD-Team leiten, sie trifft auch wichtige Entscheidungen im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen in Werdohler Familien. 

Personalchef: "Krasser Fachkräftemangel"

Personalchef Reinhardt Haarmann beobachtet einerseits einen „krassen Fachkräftemangel“ in diesem Bereich, weiß aber auch um das unausgewogene Verhältnis zwischen Verantwortung und Bezahlung im Öffentlichen Dienst. Eine vielversprechende Bewerbung eines Mannes habe es im Sommer gegeben. Haarmann: „Wir hätten ihn eingestellt, doch er hat uns im letzten Moment abgesagt.“ Der Bewerber wollte lieber in seiner bisherigen Position bleiben. 

Eine Rolle spielt wohl auch, dass die ASD-Leitung nicht viel mehr verdient als ein Team-Mitglied. Haarmann rechnet die Tarifstufen vor: Eine Fachkraft verdient in der Stufe 14 bei mittlerer Erfahrung (E3) 3866,80 Euro brutto. Die ASD-Leitungsstelle in Werdohl ist mit der Stufe 16 bewertet. Bei ebenfalls mittlerer Erfahrung sind das 4043,07 Euro – gerade einmal 176,27 Euro mehr. 

Stellenausschreibung wird überarbeitet

Die Stellenausschreibung liegt jetzt bei Kirsten von der Crone zur Überarbeitung. Vielleicht gelinge es, die Stelle attraktiver zu gestalten. Mehr zahlen könne die Stadt jedenfalls nicht, sie ist an den Tarifvertrag im Öffentlichen Dienst gebunden.

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