Noch 1,7 Millionen Euro Kosten für Flüchtlinge

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Die Zeiten, in denen Werdohl nahezu täglich neue Flüchtlinge aufnehmen musste, sind vorbei. Im Sommer 2016 wurden alle in Werdohl lebenden Flüchtlinge nach Bochum zur Erfassung der Asylanträge gebracht, seitdem sind die Verhältnisse geordnet.

Werdohl - Die Kosten für die Betreuung der in Werdohl lebenden Flüchtlinge haben sich von 3,2 Millionen Euro in 2016 auf aktuell 1,7 Millionen Euro reduziert.

131 Flüchtlinge leben derzeit in der Stadt, für 37 Personen davon erhält die Stadt allerdings keine Kostenübernahme durch das Land. 

Ende März waren in Werdohl durch die Abteilung Soziales noch 131 Flüchtlinge in vollem Umfang mit allen Hilfeleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu versorgen. Die Zahl dieser Personen erhöht sich ständig um Personen, die zwar keine Leistungen noch dem Asylgesetz bekommen, aber dennoch regelmäßig um persönliche Hilfestellungen bitten. 

Fachbereichsleiter Schmidt schreibt dazu: „Die Unterstützungsleistungen für diese Personen beziehen sich überwiegend auf gesundheitliche Problemstellungen, Hilfeleistungen bei der Wohnungssuche und beim Einleben in ein neues Wohnumfeld sowie Fragen, die sich aus dem Kita-und Schulbesuch ergeben.“ Es würden auch Hilfen beim Erlernen von Verhaltensweisen nachgefragt, die die Integration in das bürgerschaftliche Miteinander in der Stadt fördern sollen. 

Weiterhin gute Zusammenarbeit

Diese Hilfestellungen sind beim Integrationsteam der Stadt derzeit auch bei der ehrenamtlich organisierten Flüchtlingshilfe prägend. Mit der Flüchtlingshilfe sei die Zusammenarbeit nach wie vor gut. 

Die Unterbringungssituation bezeichnet Schmidt als „entspannt“. Derzeit sind durch die Stadt noch 25 Wohnungen für die Unterbringung von Flüchtlingen angemietet. Weitere fünf Wohnungen seien fristgerecht gekündigt. Für Einzelpersonen werden nach wie vor die Übergangswohnheime Osmecke, Im Winkel 32 und Grasacker 31 vorgehalten. Familien können Im Siepen untergebracht werden. 

Funkenburg kann 2019 aufgegeben werden

Die Inbetriebnahme des Gebäudes Deipschlade werde sicher nicht mehr notwendig werden. Ab 2019 könne vermutlich auch auf das eingerichtet in Bereitschaft stehende Gebäude Funkenburg verzichtet werden. 

Allerdings sind von den 131 Personen nur 94 in Leistungsbezügen, die voll vom Land Nordrhein-Westfalen refinanziert werden. Für 37 Personen muss die Stadt aufkommen. In den Fällen, in denen eine Kostenerstattung durch das Land entfallen ist, handelt es sich in der Regel um Personen, die kein Asylrecht haben und keinen anderen Schutz genießen, die aber dennoch nicht in ihr Heimatland zurückgeführt werden können. 

Dieser derzeit noch anwachsende Personenkreis wird bis zur Rückführung voll auf Hilfeleistungen der Stadt angewiesen sein. Schmidt schreibt: „Derzeit finden zwischen dem Städte- und Gemeindebund und der Landesregierung Gespräche statt, die aus Sicht des Städte- und Gemeindebundes eine dauerhafte Kostenerstattung durch das Land zum Ziel haben sollen.“ 

Mittelfristig kommen wieder Flüchtlinge

Natürlich sei der Rückgang der Flüchtlingszahlen in Werdohl in erster Linie mit der kleiner werdenden Zahl der in Deutschland Schutzsuchenden zu erklären. Andererseits gab es in NRW einen Ausgleich der unterschiedlichen Belastungsquoten. Zum Jahresbeginn hatte die Stadt Werdohl noch ein Aufnahmeplus von neun Personen. „Es ist davon auszugehen“, so Schmidt, „dass mittelfristig mit entsprechender Vorankündigung wieder Flüchtlinge zugewiesen werden.“ 

Für diese Personen seien allerdings ausreichend Wohn- und Betreuungskapazitäten vorhanden.

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