Stadt Werdohl nimmt 5,3 Millionen Euro mehr ein

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Die Stadt Werdohl (hier das Rathaus) hat im vergangenen Jahr ein Haushaltsplus von 3,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

Werdohl - Die Stadt hat im vergangenen Jahr ein Haushaltsplus von 3,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Entgegen dem ursprünglich eingeplanten Defizit von 1,8 Millionen Euro haben sich insgesamt Ergebnisverbesserungen von 5,3 Millionen Euro ergeben. Die Kämmerei teilt dazu mit: „Es handelt sich damit um den besten Jahresabschluss seit Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements im Jahr 2007 und ist unter anderem ein Indiz dafür, dass die Maßnahmen aus dem Stärkungspakt Wirkung zeigen.“

Diese Jahresrechnung 2016 stellt die Kämmerei am Montag dem Rat vor. Eine große Diskussion ist allerdings nicht zu erwarten, die Jahresrechnung ist lediglich ein Entwurf und wird noch in Verbindung mit dem stets nicht öffentlichen Prüfbericht im Rechnungsprüfungsausschuss behandelt. Einige sich aufdrängende Fragen beantwortet die Kämmerei schon im Entwurf des Abschlusses.

Ein großer Batzen der Verbesserungen machen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer aus. Hier ist die Voraussage, wie viel die Unternehmen an die Stadt abführen müssen, seit Jahr und Tag eine Art Glücksspiel. Gewerbesteuereinnahmen sind besonders in Werdohl riesigen Schwankungen unterworfen. Von daher sind die um 2,1 Millionen Euro höhere Gewerbesteuereinahmen als geplant nicht so außergewöhnlich.

Dass allerdings 2,2 Millionen Euro weniger an Rechnungen bezahlt werden mussten im großen Bereich „Sach- und Dienstleistungen“ dürfte sicher für Nachfragen sorgen. Kämmerer Karl-Wilhelm Schlüter konnte dazu gestern keine detaillierte Auskunft geben. „Viele Maßnahmen sind in 2016 nicht wie geplant gelaufen,“ erklärt Schlüter. Einzelne Maßnahmen könne er aber im Augenblick nicht nennen. Nicht ausgegebene 2,2 Millionen Euro in diesem Bereich seien aber „eine hohe Hausnummer“ und durchaus ungewöhnlich.

Für Transferleistungen brauchte die Stadt im vergangenen Jahr 1,2 Millionen Euro weniger als geplant ausgeben. Transferumlagen sind zum Beispiel die Kreisumlage und Aufwendungen für das Jugendamt und Zahlungen im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes.

1,6 Millionen Euro weniger Einnahmen konnte die Stadt im vergangenen Jahr zusätzlich auffangen. Logisch: Weil weniger Maßnahmen durchgezogen werden konnten, durften dafür auch keine Zuschüsse abgerufen werden. Das zeigt sich auch bei den Auszahlungen aus Investitionstätigkeit: 1,6 Millionen Euro weniger als geplant wurden ausgegeben, insbesondere bei Baumaßnahmen. Rechnerisch eingeplant waren für 2016 Mittel zum Beispiel für den Aufzug im Rathaus, den Westpark, Maßnahmen für den Radweg Lenneroute und Grundstückskäufe für die Verse-Renaturierung.

Die Kämmerei warnt natürlich davor, dass der sensationell gute Abschluss von 2016 in den Folgejahren negative Auswirkungen haben werde. Hohe Gewerbesteuereinnahmen in einem Jahr ziehen zwangsläufig weniger Schlüsselzuweisungen im Folgejahr nach sich.

Bei aller Freude über den positiven Abschluss: 49 Millionen Euro Kassenkredite bestehen weiterhin, auch wenn das Zinsniveau für den städtischen Schuldenberg sehr günstig ist.

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