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Stadt Werdohl macht Millionen-Überschuss

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Von: Volker Heyn

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In Januar 2021 stellte Kämmerin Kunze-Haarmann den Haushalt für 2021 vor – mit einem Defizit von sechs Millionen Euro.
In Januar 2021 stellte Kämmerin Kunze-Haarmann den Haushalt für 2021 vor – mit einem Defizit von sechs Millionen Euro. © Heyn, Volker

Der am Montag tagende Rat der Stadt Werdohl wird erwartungsgemäß den Jahresabschluss für 2019 billigen – in dem Haushaltsjahr wurden doch tatsächlich 6,67 Millionen Euro Überschuss erwirtschaftet. Wie das kommen konnte und warum die nachfolgenden Haushalte mit Minus in Millionenhöhe auskommen müssen, erklärt noch einmal Kämmerin Vanessa Kunze-Haarmann.

Werdohl - In 2019 war die Welt noch einigermaßen in Ordnung. Corona brach erst im Frühjahr 2020 aus, die Pandemie und deren finanzielle Auswirkungen auf die Kommunen konnte auch Ende 2019 in keiner Weise abgesehen werden. In 2019 brummte die Wirtschaft, es gab hohe Einzahlungen aus Gewerbesteuer, vor allem die sogenannten Einmaleffekte wegen der unterschiedlichen Bewertung des Zeitpunkts der Zahlungen und der vorherigen Inrechnungstellung ließen die städtische Kasse regelrecht klingeln.

Im Juli 2021 hatte die Verwaltung unter Kämmerin Kunze-Haarmann den Entwurf für den Jahresabschluss 2019 im Rat vorgestellt, schon damals sorgte der hohe Überschuss von 6,67 Millionen Euro für Aufsehen.

Der Rat beschließt den Jahresabschluss 2019 kommenden Montag aufgrund der Absegnung durch das städtische Rechnungsprüfungsamt unter Leitung von Melanie Griebsch.

Der Rechnungsprüfungsausschuss hatte der Empfehlung des RPA in nicht-öffentlicher Sitzung entsprochen. Der Jahresabschluss bekommt damit einen „uneingeschränkten Bestätigungsvermerk“. Der Jahresüberschuss von 6,67 Millionen Euro wird gemäß Gemeindeordnung der Allgemeinen Rücklage zugeführt.

Dort wird das Geld von 2019 dringend benötigt, denn schon im ersten Corona-Haushaltsentwurf von 2020 gab es enorme Defizite. Der Einmaleffekt aus 2019 hatte sich umgekehrt, es wurde für 2020 mit wesentlich geringeren Einnahmen aus der Gewerbesteuer gerechnet.

Bekanntermaßen kam es im Laufe des vergangenen Jahres alles noch viel schlimmer. Die Unternehmen zahlten wenig Gewerbesteuer, die Kosten für Sozialleistungen stiegen an. Der Bund half für den Haushalt 2020 mit einem Rechentrick: Die Corona-Kosten sollen aus dem Haushalt herausgerechnet und auf 50 Jahre abgeschrieben werden. Wie das im einzelnen gelungen ist, steht noch längst nicht fest. Die Verwaltung arbeitet noch am Jahresabschluss für 2020, während das Haushaltsjahr 2021 nicht abgeschlossen ist und der Haushalt für 2022 geplant werden muss.

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