1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Ökoprofit-Prüfung bestanden: Werdohl ist Stadt mit Vorbild-Charakter

Erstellt:

Von: Carla Witt

Kommentare

Das Ökoprofit-Team der Stadt Werdohl: Meike Majewski und Michael Tauscher haben im Rathaus bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt.
Das Ökoprofit-Team der Stadt Werdohl: Meike Majewski und Michael Tauscher haben im Rathaus bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. © Carla Witt

Klimaschutzmanagerin Meike Majewski ist rundum zufrieden: Die Stadt Werdohl hat erfolgreich am Projekt Ökoprofit teilgenommen und die abschließende Prüfung bestanden.


Werdohl – Und nicht nur die Prüfung ist gut gelaufen: Werdohl erhält vom Land insgesamt knapp 35 000 Euro Kompensationsleistungen für ausgebliebene Investitionen in den Klimaschutz durch die Corona-Pandemie. Mit diesem Geld sollen einige der noch nicht umgesetzten Ökoprofit-Maßnahmen realisiert werden.

Michael Tauscher im Ökoprofit-Rathaus-Team

„Wir haben viel hinter den Kulissen gearbeitet“, beschreibt Majewski die Projekt-Teilnahme, für die sie sich im Rathaus einen Verbündeten gesucht hat: Michael Tauscher, der unter anderem für die Bereiche Demografischer Wandel und Flüchtlingsangelegenheiten zuständig ist. „Uns war wichtig, mit allen Mitarbeitern im Rathaus ins Gespräch zu kommen, um möglichst alle mitzunehmen“, erklärt Tauscher, der sich um diese zusätzliche Aufgabe beworben hat. Er unterstreicht: „Bei ganz vielen Kollegen haben wir offene Türen eingerannt. Klimaschutz ist Gott sei Dank populär.“

Mülltrennung und Raumtemperatur-Anpassung

Eines der Ökoprofit-Themen war die Mülltrennung. Dafür wurden für die Teeküchen und Besprechungsräume teils neue Kombi-Tonnen angeschafft, für alle Büros Aufkleber zur Mülltrennung besorgt, und, so Majewski, „einige Bedenken zerstreut, dass der getrennte Abfall später doch einfach zusammen entsorgt wird“. Das Energiesparen ist untrennbar mit Ökoprofit verbunden. Auch dafür konnte das Team im Rathaus aktiv werben, zum Beispiel mit Energiesparthermometern für jedes Büro.

Die Thermometer zeigen die jeweilige Raumtemperatur an – und sie geben Auskunft darüber, wie viel Energie in der Heizperiode gespart werden kann, wenn diese um zwei Grad gesenkt wird. „Das heißt ja nicht, dass jeder die Temperatur in seinem Büro gleich um zwei Grad senken muss – aber wir schaffen ein grundsätzliches Bewusstsein dafür“, sagt Michael Tauscher.

Nistkästen, Insektenhotels und Tausch-Regal

Doch Ökoprofit beinhaltet noch viel mehr als das. Und jede Maßnahme soll möglichst auch eine jährliche Einsparung, beziehungsweise einen Nutzen nach sich ziehen. So konnte durch eine insektenfreundliche Bepflanzung und das Anbringen von Insektenhotels und Nistkästen im Außenbereich des Rathaus-Altbaus nicht nur eine ökologische Aufwertung erzielt werden, auch die Aufenthaltsqualität für die Mitarbeiter konnte deutlich gesteigert werden.

Ein Tauschregal im Rathaus sorgt einerseits dafür, dass viele Dinge nicht im Müll landen, andererseits finden die Mitarbeiter dort oftmals etwas, was sie noch gut gebrauchen können und gerne mitnehmen. Die Bildung eines dezentralen Material-Pools in den Abteilungen und die Wiederverwendung von Alt-Möbeln dient ebenfalls der Schonung natürlicher Ressourcen. Geplant ist darüber hinaus der Umstieg auf Recycling-Papier und die Umstellung auf digitale Gehaltsabrechnungen.

Lasten-E-Bike für Postfahrten

Größere Anschaffung gehören ebenfalls zur Umsetzung des Projektes. Dazu gehört unter anderem der Kauf eines Dienst-Lastenrades, das zum Beispiel für die regelmäßigen Fahrten zur Post genutzt werden kann. Etwa 8000 Euro sind für das E-Bike kalkuliert. Fördermittel aus dem Programm „progres nrw“ decken den Eigenanteil der Stadt. „Die Lieferzeiten sind allerdings lang. Wir hoffen, dass das Rad noch in diesem Jahr kommt“, sagt Majewski.

Überdachter Fahrradunterstand mit E-Bike-Ladestation

Dagegen sollen die beiden Trecking-Pedelecs, die ebenfalls für Dienstfahrten innerhalb des Stadtgebietes genutzt werden können, voraussichtlich bis kommenden Monat geliefert werden. Die Kosten für die Anschaffung belaufen sich auf etwa 5000 Euro. Passend dazu sollen Schlösser, Helme, Werkzeug, Luftpumpen und weiteres Zubehör angeschafft werden. Im Innenhof des Rathauses soll zudem eine überdachte Abstellmöglichkeit, inklusive Lademöglichkeit, für diese Diensträder sowie die Fahrräder der Mitarbeiter geschaffen werden. Auch auf die Einführung eines autofreien Tages will man im Rathaus hinarbeiten.

Alte Eingangstür wird erneuert

Erneuert wird eine Eingangstür, die Meike Majewski schon lange ein Dorn im Auge ist. „Im Winter friert sie von innen zu“, erklärt die Klimaschutzbeauftragte, dass aus energetischer Sicht dringend Handlungsbedarf besteht. Parallel dazu steht die Optimierung der Heizungssteuerung im Rathaus auf der To-Do-Liste. Für eine weitere Kostensenkung – und natürlich einen Klima-Vorteil – soll im kommenden Jahr der Einsatz einer Präsenzsteuerung für die Beleuchtung in vielen Räumen sorgen. Auch einige Leuchtmittel werden noch ausgetauscht.

Fotovoltaik auf städtischen Gebäuden

Das größte Projekt könnte 2024 realisiert werden, die Machbarkeitsstudie ist bereits in Auftrag gegeben worden: Die Dächer von zwei bis drei städtischen Gebäuden sollen mit Fotovoltaik-Anlagen ausgestattet werden. Geplant ist eine Investition in Höhe von etwa 300 000 Euro.

Anmeldungen für die nächste Runde

Meike Majewski würde sich freuen, die Erfahrungen aus der Projekt-Teilnahme an andere weitergeben zu können: In diesem Monat beginnt die nächste Ökoprofit-Runde. „Bisher ist noch kein Werdohler Unternehmen dabei. Wir würden uns freuen, wenn sich Kurzentschlossene jetzt noch melden würden und stehen gerne als Ansprechpartner bereit.“

Meike Majewski ist unter Tel. 0 23 92 / 91 72 65 oder E-Mail: m.majewski@werdohl.de erreichbar. Wer weitere Fragen zum Projekt hat oder sich noch für die Ökoprofit-Teilnahme anmelden möchte, kann sich an folgende Ansprechpartner wenden: Marcel Krings, GWS im Märkischen Kreis mbH, Tel. 0 23 52 / 92 72 12, E-Mail: krings@gws-mk.de oder an Stefan Große-Allermann, B.A.U.M. Consult GmbH, Tel.: 0 23 81 /30 72 11 63, E-Mail: s.grosse-allermann@baumgroup.de.

Auch interessant

Kommentare