Nach der Öffnung der türkischen Grenze

Darum sieht sich Werdohl für neue Flüchtlingswelle gewappnet

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Neue Flüchtlinge aus Idlib und anderen Teilen Syriens erwartet die Stadt Werdohl momentan nicht. Für den Fall der Fälle ist sie aber gewappnet.

Werdohl - Muss Werdohl wieder mit Flüchtlingen rechnen, seitdem die Türkei die Grenzen geöffnet hat? Im Rathaus ist der zuständige Mitarbeiter gelassen. Er hat Gründe dafür.

Vor einigen Wochen hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Folge der Kämpfe um die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens die Grenze zu Europa geöffnet. Die Europäische Union befürchtet seitdem eine neue Flüchtlingswelle, die dann auch Deutschland treffen dürfte.

Auf kommunaler Ebene bleibt man derzeit aber noch gelassen. Die Stadt Werdohl treffe aktuell „keine besonderen Vorbereitungen“, wie Michael Tauscher sagt. Er ist Mitarbeiter der Stadtverwaltung und mit den Aufgaben rund um Flüchtlingsangelegenheiten und Integration betraut.

Auch wenn gerade keine konkreten Vorbereitungen im Gange sind, gibt Tauscher dennoch an, dass die Stadt gewappnet sei. Das während der Flüchtlingskrise 2015 hergerichtete Übergangswohnheim Im Winkel stehe zurzeit leer. Dort gibt es 22 Zimmer. „Je nach Aufteilung könnten wir zwischen 40 und 60 Flüchtlinge dort aufnehmen“, erklärt Tauscher.

Zudem genieße Werdohl in diesem Fall das Privileg eines entspannten Wohnungsmarktes. Soll heißen: Es gibt zahlreihe Wohnungen in verschieden Größenordnungen, die leerstehen. „Wir haben gute Kontakte zu den Wohnungsgesellschaften, über die spontanes Anmieten von Wohnraum sicherlich möglich wäre“, sagt Michael Tauscher weiter.

Eigentlich erwartet der Werdohler Flüchtlingsexperte allerdings nicht, dass das notwendig werde und tatsächlich Flüchtlinge in Werdohl ankommen. Vielmehr vermutet er, dass die Europäische Union erneut in Verhandlungen mit der Türkei treten wird, um ein neues Abkommen zu erzielen, in dessen Folge die Grenzen wieder geschlossen werden.

Falls dies nicht eintrete, „wären wir aber auf jeden Fall gut vorbereitet und könnten Flüchtlinge aufnehmen“, stellt Tauscher klar.

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