Stadt sucht Wahlhelfer

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Bettina Downar freut sich über Freiwillige, die sich als Wahlhelfer melden.

Werdohl - 330 Wahlhelfer braucht die Stadt Werdohl für die Kommunal- und Europawahl. Zwar konnte Bettina Downar, die beim Wahlamt für die Einteilung der Helfer zuständig ist, schon viele Namen in ihre Listen eintragen. 40 Männer oder Frauen fehlen aber noch. Jeder, der volljährig ist, kann sich melden.

„Das ist eine schöne Aufgabe, auch für Schüler“, findet Bettina Downar. Neben einem Wahlvorsteher, der für einen reibungslosen Ablauf verantwortlich ist, sitzen in jedem Wahllokal auch zwei Beisitzer. „Sie geben die Stimmzettel aus und haken auf einer Liste alle Bürger ab, die zur Abstimmung kommen“, erklärt die Expertin die Pflichten der Helfer. Ein Schriftführer trägt abends die Ergebnisse in ein Protokoll ein.

Anders als bei einer Bundes- oder Landtagswahl sind bei der Kommunalwahl nicht nur deutsche Staatsbürger, sondern auch andere EU-Bürger wahlberechtigt. Auch sie können am 25. Mai als Wahlhelfer mitarbeiten. Gut einen halben Tag Zeit müssen die Freiwilligen mitbringen. Dafür gibt es ein sogenanntes „Erfrischungsgeld“ in Höhe von 21 Euro. „Es ist ja ein Ehrenamt“, erklärt Downar. „Aber es könnte jeder dazu verpflichtet werden.“

Einen großen Teil der Wahlhelfer machen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung aus. „Für uns besteht zum Wahltermin eine Urlaubssperre“, sagt Bettina Downar. Das gilt nicht nur für alle, die im Rathaus arbeiten, sondern auch für die Angestellten von Jugendzentren, Kindergärten, dem Bauhof sowie für die Sekretärinnen der Schulen. Auch die Ratsmitglieder werden in die Pflicht genommen. All diese erfahrenen Helfer werden in der Regel als Wahlvorsteher eingesetzt. „Die tragen ja mehr Verantwortung“, sagt die Wahlamts-Mitarbeiterin.

Dass im Frühjahr so viele Wahlhelfer gebraucht werden, liegt daran, dass die Stadt auch eine mögliche Stichwahl einplanen muss. Können sich die Werdohler zum Beispiel nicht auf Anhieb auf einen Bürgermeister einigen, gibt es ein paar Wochen später einen zweiten Abstimmungstermin.

22 Wahllokale muss Bettina Downar mit Helfern versorgen, fünf davon sind Briefwahlbezirke. „Alle müssen mit acht Personen besetzt sein. Für den Wahlsonntag brauchen wir also 176 Helfer“, rechnet die Wahlamtsmitarbeiterin vor. Vormittags und nachmittags müssen jeweils vier Helfer ein Lokal besetzen. Kommt es zu einer Stichwahl, werden für jedes Wahllokal sieben, insgesamt also 154 Helfer gebraucht.

Auf der Liste, die Downar im Computerprogramm „Votemanager“ (wir berichteten) gespeichert hat, stehen auch alle Freiwilligen, die früher schon einmal bei Wahlen geholfen haben. „Auf sie greife ich natürlich zurück“, sagt die Organisatorin. Wenn das nicht reicht und sich nicht genug Freiwillige melden, kann das Wahlamt auch andere Bürger als Helfer benennen.

Ablehnen können diese die Aufgabe nur aus bestimmten Gründen. „Wer am Wahltag arbeiten muss, legt eine Bescheinigung vom Arbeitgeber vor“, sagt Bettina Downar. Private Termine reichen in der Regel nicht als Entschuldigung aus. Wenn jemand trotzdem fehlt, kann das Wahlamt sogar ein Bußgeld verhängen. „Aber das kommt in der Regel nicht vor“, sagt Bettina Downar. - Von Constanze Raidt

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