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Erneut Hochwasser: Innenstadt-Parkplatz wieder gesperrt

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Von: Volker Griese

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Die Polizei und der Baubetriebshof der Stadt haben den Parkplatz an der Goethestraße am Freitagmorgen erneut gesperrt, weil dort die Lenne über die Ufer getreten ist.
Die Polizei und der Baubetriebshof der Stadt haben den Parkplatz an der Goethestraße am Freitagmorgen erneut gesperrt, weil dort die Lenne über die Ufer getreten ist. © Volker Griese

Nach den Überschwemmungen, die das Hochwasser Anfang Januar verursacht hat, war auch der Parkplatz an der Goethestraße längere Zeit gesperrt. Erst am Dienstag, 31. Januar, hatte die Stadt ihn nach Reinigungsarbeiten wieder freigeben können ‒ allerdings nur für wenige Tage.

[Update Freitag, 3. Februar, 9.45 Uhr] Der Parkplatz an der Goethestraße ist wieder gesperrt. Am späten Donnerstagabend hatte der Lenne-Pegel bei Rönkhausen die erste kritische Marke von 1,90 Meter überschritten; bei diesem Stand schwappt die Lenne auf den unteren Bereich des Parkplatzes. Über Nacht ging der Wasserstand weiter in die Höhe, erreichte am Freitagmorgen sogar die 2-Meter-Marke. Die Stadt hat den Parkplatz deshalb am Morgen wieder gesperrt. Dort geparkte Fahrzeuge sind noch nicht gefährdet, wenn sie im oberen Bereich des Parkplatzes stehen.

Das Wetter soll sich jetzt aber beruhigen. „Aufgrund der angekündigten, überwiegend niederschlagsarmen Wetterlage ist in den Folgetagen mit fallenden Abflüssen zu rechnen“, ging die Talsperrenleitzentrale des Ruhrverbands am Freitagmorgen davon aus, dass der Pegel vorerst nicht weiter steigen wird. 

[Update Dienstag, 31. Januar, 12.14 Uhr] Mittlerweile ist der Parkplatz an der Goethestraße wieder freigegeben. Laut Kampfmittelräumdienst habe es sich bei der gefundenen Munition um einen Panzerfaustkopf ohne Zündung gehandelt, teilte Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel auf Nachrage mit. „Eine Gefahr ging nicht davon aus“, sagte sie.

Mitarbeiter des Baubetriebshofes haben bei Reinigungsarbeiten auf dem Parkplatz an der Goethestraße Munition gefunden.
Mitarbeiter des Baubetriebshofes haben bei Reinigungsarbeiten auf dem Parkplatz an der Goethestraße Munition gefunden. © Volker Griese

[Update Montag, 30. Januar, 16.13 Uhr] Nachdem das Thermometer am Montagmorgen endlich wieder Plusgrade angezeigt hatte, konnte der Baubetriebshof damit beginnen, den Parkplatz an der Goethestraße von den Spuren des Hochwassers zu befreien. Freigeben konnte die Stadt Werdohl den größten öffentlichen Innenstadt-Parkplatz anschließend trotzdem noch nicht. Der Grund: Bei den Reinigungsarbeiten waren Munitionsreste gefunden worden, der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung musste anrücken. Am Montagnachmittag ging man bei der Stadt Werdohl dabvon aus, dass der Parkplatz spätestens ab Dienstagmorgen wieder normal genutzt werden kann.

[Update Mittwoch, 18. Januar, 10.48 Uhr] „Das war der Plan“, kommentierte Dominic Winterhoff, Straßenmeister beim Baubetriebshof der Stadt Werdohl, am Mittwochmorgen das Vorhaben, den Parkplatz an der Goethestraße mit Wasserdruck vom Schlamm des Hochwassers zu befreien. Bei Tagesbeginn hatten die Mitarbeiter eigentlich mit der Reinigung beginnen wollen. Allerdings hatte ihnen das Winterwetter einen Strich durch die Rechnung gemacht: Durch den über Nacht aufgetretenen Frost ist jetzt die Reinigung des Parkplatzes mit Wasser nicht möglich. Es müsse nun abgewartet werden, bis das Thermometer wieder Plusgrade anzeige, sagte Winterhoff am späten Mittwochmorgen. So lange bleibt der Parkplatz nun weiterhin geschlossen.

[Update Dienstag, 17. Januar, 14.27 Uhr] In der Werdohler Innenstadt ist der sogenannte Trog, die Unterführung der Stadtbrücke, wieder befahrbar. Der Baubetriebshof der Stadt hat diesen Abschnitt der Derwentsider Straße bereits am Wochenende wieder von den Schlammablagerungen gereinigt, die die Lenne dort hinterlassen hatte, und anschließend für den Verkehr freigegeben.

Derweil liefen am Dienstag noch die Reinigungsarbeiten auf dem Parkplatz an der Goethestraße. Auch dort hatte der über die Ufer getretene Fluss jede Menge Sand, Schlamm und Unrat angeschwemmt. Mit einem Radlader reinigte der Baubetriebshof die Fläche zunächst grob. Am Mittwochmorgen bei Tagesanbruch soll dann damit begonnen werden, den größten Parkplatz in der Innenstadt mit Wasser zu reinigen. Wahrscheinlich ab Mittwochnachmittag kann dort dann wieder geparkt werden.

Auf dem Parkplatz an der Goethestraße in Werdohl haben nach dem Hochwasser die Aufräumarbeiten begonnen.
Auf dem Parkplatz an der Goethestraße in Werdohl haben nach dem Hochwasser die Aufräumarbeiten begonnen. © Volker Griese

[Update Freitag, 13. Januar, 13.55 Uhr] Die Stadt hat den Hochwasserschutz nun noch bis in den Bereich am Sand ausbauen lassen. Nach Darstellung von Baubetriebshof-Chef Martin Hempel war das aber eine reine Vorsichtsmaßnahme. „Der Pegel geht jetzt zurück“, sagte Hempel am Freitagmittag und sah sich durch Daten des Landesumweltamtes bestätigt. Für das Wochenende angekündigte Niederschläge dürften nach Hempels Einschätzung keine zusätzlichen Probleme schaffen. Der Trog bleibt ebenso wie der Parkplatz an der Goethestraße bis auf weiteres gesperrt.

Im übrigen Stadtgebiet gab es durch die ergiebigen Regenfälle keine Probleme. Der Baubetriebshof hatte schon am Donnerstag alle Bachläufe kontrolliert und Rechen gesäubert, um Rückstaus zu vermeiden. Auch die Feuerwehr hatte keine zusätzliche Arbeit durch Hochwassereinsätze. Werdohl hat das erste Winterhochwasser also offensichtlich glimpflich überstanden.

[Update Freitag, 13. Januar, 11.44 Uhr] Aktuell sucht die Polizei die Fahrzeughalter, die auf dem Werdohler Parkplatz Am Sand (unterhalb der Lidl-Filiale) geparkt haben und bittet diese, wegzufahren. Dabei handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme.

[Update Freitag, 13. Januar, 10.00 Uhr] Mittlerweile läuft schwallweise das Wasser in den sogenannten Trog unter der Stadtbrücke. Außerdem haben Mitarbeiter der Baubetriebshofes damit begonnen, den Hochwasserschutz aufzubauen: Entlang des Parkplatzes an der Goethestraße errichten sie auf einer Länge von gut 100 Metern eine knapp einen Meter hohe Spundwand aus Holzbohlen. Sie soll verhindern, dass die Lenne die Straße fluten kann, wenn sie noch weiter ansteigt.

Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes haben am Freitagmorgen entlang der Goethestraße eine Spundwand als Hochwasserschutz aufgebaut.
Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes haben am Freitagmorgen entlang der Goethestraße eine Spundwand als Hochwasserschutz aufgebaut. © Volker Griese

[Update Freitag, 13. Januar, 9.02 Uhr] Über die Nacht ist der Lennepegel in Rönkhausen deutlich angestiegen - auf knapp 2,70 Meter. Der Parkplatz an der Werdohler Goethestraße steht vollständig unter Wasser. Die Derwentsider Straße und der Trog sind gesperrt, berichtet die Polizei.

Der Parkplatz an der Werdohler Goethestraße steht inzwischen komplett unter Wasser.
Der Parkplatz an der Werdohler Goethestraße steht inzwischen komplett unter Wasser. © Jona Wiechowski

[Erstmeldung Donnerstag, 12. Januar] Werdohl – An dem für Werdohl maßgeblichen Lennepegel in Rönkhausen näherte sich der Wasserstand seit Mittwoch allmählich dem ersten Informationswert von 1,90 Meter. Diese Meldestufe bedeutet, dass ein Gewässer über die Ufer tritt, dass land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet werden und leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen auftreten können.

Wenn der Pegel von 1,90 Meter erreicht ist, sperrt die Stadt normalerweise den Parkplatz an der Goethestraße. Am Donnerstagmittag stand die Lenne in Rönkhausen bei etwa 1,85 Meter. Für Dominic Winterhoff, Straßenmeister beim städtischen Baubetriebshof, war das noch kein Grund, aktiv zu werden: „Wir behalten das im Auge und haben auch eine Bereitschaft ausgerufen, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können“, sagte er, als ein Teil des Gehweges entlang des Parkplatzes bereits unter Wasser stand und das Wasser sich auch auf den unteren Bereich des Parkplatzes auszubreiten begann.

Mit neuen Drehschranken haben Mitarbeiter des Baubetriebshofs der Stadt am Donnerstagnachmittag den Parkplatz an der Goethestraße abgesperrt.
Mit neuen Drehschranken haben Mitarbeiter des Baubetriebshofs der Stadt am Donnerstagnachmittag den Parkplatz an der Goethestraße abgesperrt. © Griese

Zwei Stunden später war der Moment gekommen: Mitarbeiter des Baubetriebshofes rückten um 14 Uhr an, um den größten Parkplatz in der Innenstadt abzusperren. Dabei setzten sie neue drehbare Schranken ein. Sie sollen es ermöglichen, den Parkplatz bei Hochwassersituationen schneller zu sperren und wieder freizugeben. Bisher waren dafür stets Absperrzaun-Elemente zum Einsatz gekommen.

In den sogenannten Trog, den Abschnitt der Derwentsider Straße unter der Stadtbrücke, läuft das Wasser erst ab einem Pegelstand von etwa 2,70 Meter. Das ist dann in der Regel mit starken Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt verbunden.

Die Lenne könnte in den nächsten Tagen noch anschwellen. Seit Donnerstagmorgen warnt der Deutsche Wetterdienst vor ergiebigem Dauerregen im Märkischen Kreis. Binnen 24 Stunden könnten um die 30 Liter Niederschlag fallen, hieß es. Infolge des Dauerregens seien unter anderem Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen möglich. Winterhoff ging aber am Donnerstag ebenso wie Baubetriebshof-Chef Martin Hempel davon aus, dass sich das Wetter wieder beruhigen wird. Hempel: „Ab Freitagmittag soll der Regen nachlassen.“

Für die Menschen im Lennetal ist immer auch der Füllstand der Biggetalsperre eine wichtige Information, um das Hochwasserrisiko einschätzen zu können. Wird sie zu voll, lässt der Ruhrverband Wasser in die Lenne ab. Die Talsperre war am Donnerstag zu 80 Prozent gefüllt. „Wenn der Ruhrverband kein Wasser ablässt, haben wir kein Problem“, sagte Winterhoff mit Blick auf die aktuelle Lage.

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