Der Strom wird noch teurer

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Aufgrund der EEG-Umlage steigt der Strompreis ab dem kommenden Jahr um 1,7 Cent pro Kilowattstunde an. ▪

WERDOHL ▪ Die Erhöhung der Umlage nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) von 3,6 auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde zur Förderung regenerativer Energien bedeutet nicht nur für private Haushalte deutliche Mehrkosten. Auch die Stadt Werdohl muss ab dem kommenden Jahr mit höheren Stromkosten rechnen.

„Auf Grundlage des Verbrauchs von 2011 rechnen wir heute mit Mehrkosten in Höhe von rund 45 000 Euro“, berichtet Thomas Schroeder, Abteilungsleiter Bauen- und Immobilienmanagement. Im vergangenen Jahr verbrauchte die Stadt allein durch die städtischen Gebäude 1300 Megawattstunden. Die Erhöhung der Umlage für erneuerbare Energien konterkariere die Bemühungen der Stadt, die Ausgaben in diesem Bereich zu reduzieren, sagt Schroeder. „Trotzdem arbeiten wir weiter daran, Energie einzusparen“, versichert er. Die hohen Mehrkosten werden jetzt noch in den Haushaltsplan für 2013 mitaufgenommen.

Uwe Reuter, Pressesprecher der Enervie Gruppe, zu der auch die Mark-E gehört, geht davon aus, dass der Energieversorger die EEG-Umlage in vollem Umfang an seine Verbraucher weiterleiten wird. „Und das ganz bewusst“, sagt Reuter. Denn die Erhöhung sei politisch gewollt und werde aus wirtschaftlichen Gründen nicht vom Versorger abgefedert. Mark-E werde ihre Kunden bis Mitte November über die genauen Änderungen des Strompreises informieren.

Wichtig sei aber auch zu wissen, dass der Strompreis nicht nur aufgrund der Umlage für regenerative Energien ansteige, sondern auch drei weitere Faktoren zu diesem Anstieg beitragen. „Zu diesen 1,7 Cent je Kilowattstunde für die EEG-Umlage kommt auch noch ein Beitrag in Höhe von 0,25 Cent hinzu“, erklärt Reuter. Diese 0,25 Cent resultieren daraus, dass einige Unternehmen von der Umlage befreit sind und diese Befreiung wiederum auf alle Stromverbraucher verteilt wird. „Außerdem wird ab dem kommenden Jahr eine Offshore-Umlage fällig – für die Risiken beim Netzanschluss von Windparks in der Nordsee“, berichtet Reuter weiter. Auch hier sei ein Betrag von rund 0,25 Cent zu nennen. Als dritter Punkt komme zudem noch tendenziell ein Anstieg der Netzentgelte hinzu, der sich ebenfalls auf den Strompreis auswirken wird.

„Allein durch die EEG-Umlage rechnet man bei einem Vier-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 3500 Kilowattstunden mit einer Strompreiserhöhung von rund 60 Euro netto pro Jahr“, rechnet Uwe Reuter. Zusammen mit den drei anderen Umlagen beziehungsweise Entgelten, könne man sicher von einem Anstieg um etwas mehr als 100 Euro für einen privaten Haushalt ausgehen.

Dass die Verbraucher mit solchen Mehrkosten belastet werden, sieht auch die Enervie als kritisch an. „Es gibt eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung und der Energiebranche für die Energiewende“, sagt Reuter, „und trotzdem merken wir, dass die Gestaltung, das Tempo und die Kosten der Energiewende Kunden und auch die Energieversorger erheblich belasten.“ Die Versorger würden schließlich auch selbst in den Ausbau regenerativer Energien investieren. Andererseits stünden konventionelle Kraftwerke, die für die Energiewende dringend gebraucht würden – wenn der Wind nicht weht, und die Sonne nicht scheint – derzeit aufgrund der veränderten Marktlage wirtschaftlich erheblich unter Druck. Dazu gehöre auch das Kraftwerk in Werdohl-Elverlingsen. „Daran sieht man: Es sind viele Interessen in einen Ausgleich zu bringen, damit die Energieversorgung weiter zu bezahlbaren Preisen zuverlässig funktioniert“, sagt Reuter.

Um den Kunden bei der Bewältigung der Stromkosten Hilfestellungen zu bieten, berate Mark-E ihre Kunden und gebe Tipps, wo Strom im Haushalt eingespart werden kann. Zusätzlich investiere die Enervie Gruppe in Windenergie. Bisher betreibe Enervie Windanlagen im Hunsrück und in der Eifel. „Doch auch im Märkischen Kreis sind Anlagen geplant“, berichtet Reuter. Hierzu sei man mit mehreren Kommunen im Gespräch, um geeignete Flächen zu finden. Genaue Zahlen, wann die Gruppe mit der Windenergie im Kreis durchstarten könne, stehen laut Reuter noch nicht fest. „Aber ich bin optimistisch, dass die Umsetzung recht zeitnah erfolgt“- Alisa Kannapin

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