Mehr Geld für die Gebiete am Werdohler Stadtrand

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Fachbereichsleiter Thomas Schroeder empfahl dem Ausschuss jetzt, die Voraussetzungen zu schaffen, um weitere Fördertöpfe anzapfen zu können.

Werdohl -  Die Stadt Werdohl will ein Konzept entwickeln lassen, um die Entwicklung in den Außenbereichen voranzutreiben, nachdem zuletzt viel Geld in die Innenstadt und nach Ütterlingsen geflossen ist.

Die Weichen dafür hat der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung am Montag mit einem einstimmigen Beschluss gestellt.

Auf der Grundlage eines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes aus dem Jahr 2006 hat die Stadt zuletzt hohe Fördersummen erhalten, mit denen sie unter anderem den Brüninghaus-Platz und die Stadtspange, den Kulturbahnhof und den Stadtumbau in Ütterlingsen finanziert hat. Jetzt sollen auch die anderen Stadtteile, insbesondere das Versetal, berücksichtigt werden.

Die Stadt erhofft sich Geld aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds, aber auch von Bund und Land. Erklärtes Ziel der dort angesiedelten Förderprogramme ist es, die Attraktivität des ländlichen Raumes als Lebensmittelpunkt der Bürger zu erhalten. Dazu könnte die dorfgerechte Gestaltung oder Verkehrsberuhigung von Dorfstraßen gehören, aber auch Anlage oder Umgestaltung von Plätzen und Wegen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse oder die Herstellung oder Weiterentwicklung von dorfgemäßen Gemeinschaftseinrichtungen. Auch die Entwicklung einer Freizeit- und Tourismusstruktur oder die Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude könnte gefördert werden.

„Wie auf Werdohl zugeschnitten"

„Das alles hört sich ja so an, als ob es auf Werdohl zugeschnitten ist“, urteilte CDU-Ratsherr Christoph Plaßmann. Zustimmung fand die Idee auch bei WBG-Fraktionschef Volker Oßenberg, der besonders gut fand, dass auch Infrastrukturmaßnahmen gefördert werden.

Um Mittel aus den verschiedenen Fördertöpfen zu erhalten, benötigt die Stadt allerdings ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept, kurz Ikek, das als Gesamtstrategie für die zukünftige Entwicklung der Stadt dienen soll. Erarbeiten soll das ein darauf spezialisiertes Planungsbüro, und zwar in zwei Schritten, wie Fachbereichsleiter Thomas Schroeder dem Ausschuss erläuterte: „Zunächst soll der Ist-Zustand analysiert werden, um daraus dann ein Handlungskonzept zu entwickeln.“

Ikek verheißt höhere Fördersätze

Allerdings hat eine solche Dienstleistung auch ihren Preis, wie die Ausschussmitglieder erfuhren: Schroeder rechnet mit 65 000 Euro, die im Haushalt für das Jahr 2018 eigentlich für die Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes vorgesehen sind. Dieses Geld soll nun verwendet werden, um das Ikek zu erarbeiten.

Das Vorliegen eines solchen Konzeptes erhöhe allerdings auch den Fördersatz von 45 auf 65 Prozent, heißt es in einem Beratungspapier, das dem Ausschuss vorlag. Und die Stadt müsse die Erstellung des Ikek auch nicht vollständig aus der eigenen Tasche bezahlen, beruhigte Stadtplanerin Kathrin Hartwig die Politiker: Die Kosten würden mit 75 Prozent bezuschusst.

Das und die Aussicht auf höhere Fördersummen überzeugte den Ausschuss schließlich, die Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes zugunsten der Erstellung des Ikek auf Eis zu legen.

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