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Stadt im MK lässt Turnhalle als Unterkunft für Flüchtlinge herrichten

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Von: Volker Griese

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Flüchtlinge aus der Ukraine haben in einer Turnhalle Zuflucht gefunden. Das könnte es demnächst auch in Werdohl geben.
Flüchtlinge aus der Ukraine haben in einer Turnhalle Zuflucht gefunden. Das könnte es demnächst auch in Werdohl geben. © dpa

Es erinnert an die 1990er-Jahre, als die Kommunen Sporthallen für die Unterbringung von Menschen genutzt haben, die vor dem Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien geflüchtet waren. Solche Bilder gibt es jetzt wieder in Deutschland – und bald vielleicht auch in Werdohl.

Werdohl ‒ Die Stadtverwaltung hat den Sportvereinen, die die Turnhalle Eveking nutzen, in dieser Woche mitgeteilt, dass ihnen diese Sportstätte bis auf Weiteres nicht mehr zur Verfügung stehe. „Wir wollen dort übergangsweise Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine unterbringen“, erklärte Bürgermeister Andreas Späinghaus am Freitag auf Nachfrage. Feldbetten, Kissen und Decken für etwa 80 Personen seien bereits bestellt, wobei die Verwaltung habe feststellen müssen, dass solche klappbaren Betten derzeit gar nicht so leicht zu bekommen seien. Der russische Angriff auf die Ukraine hat die Nachfrage offensichtlich angekurbelt.

„Wir müssen uns auf relativ viele Flüchtlinge einstellen, die schnell untergebracht werden müssen, wenn sie bei uns eintreffen“, sagte Späinghaus. Es sei zu erwarten, dass die Flüchtlinge zunehmend ohne vorherige Ankündigung vor dem Rathaus stehen und untergebracht werden müssen, rechnet der Bürgermeister mit einem unkontrollierten Zustrom.

Bisher hat die Stadt aus der Ukraine vertriebene Menschen, die in Werdohl angekommen sind und nicht durch private Initiativen eine Unterkunft gefunden haben, in angemieteten Wohnungen untergebracht, manche auch übergangsweise in den Hotelzimmern des ehemaligen Hauses Werdohl. Auch in der nächsten Zeit sollten Flüchtlinge möglichst schnell in Wohnungen vermittelt werden, sagte Späinghaus. „Deshalb stehen wir in ständigen Gesprächen mit den Vermietern in Werdohl, beispielsweise der Wohnungsgesellschaft und mit Grand City Property“, berichtete der Bürgermeister. Die beiden großen Wohnungsunternehmen verfügen in Werdohl über mehr als 2000 Wohnungen und haben auch fast immer leerstehende Quartiere zur Verfügung, die die Stadt anmieten kann.

Für wieviele Flüchtlinge die Stadt derzeit Unterkünfte bereitstellen muss, kann Bürgermeister Späinghaus nicht genau sagen, auch weil sich die Situation praktisch täglich verändert. Um für den weiteren Flüchtlingszustrom gewappnet zu sein, solle nun die Turnhalle Eveking hergerichtet werden: mit einem zusätzlichen Fußboden und mit Feldbetten, wahrscheinlich auch mit Abtrennungen für etwas Privatsphäre.

Die Wahl sei auf die Turnhalle Eveking gefallen, weil die nicht für den Schulsport genutzt werden. „Die Vereine können wir auf andere Sporthallen verteilen“, sagte Späinghaus. Zudem gebe es in der Turnhalle sanitäre Einrichtungen, die die Geflüchteten nutzen könnten. „Das alles ist eine Herausforderung, der wir uns aber stellen“, gibt es für Späinghaus keine Alternative zur Unterbringung der ukrainischen Vertriebenen.

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