Stadt: CDU-Vorschlag zu teuer

Die Rote Schule wird als neuer Kita-Standort von der Verwaltung weiter bevorzugt.

WERDOHL ▪ Wenn es nach dem Willen der Verwaltung geht, wird die ehemalige evangelische Grundschule der Standort des neuen Innenstadt-Kindergartens.

Eine von der CDU im jüngsten Jugendhilfeausschuss ins Spiel gebrachte Alternative wird als zu teuer verworfen. Denn: Der Umbau des Jugend- und Bürgerzentrums unter Einbeziehung des Bürgerhaussaals zu einer Kita würde laut Bau-Fachbereich allein schon rund 1,5 Millionen Euro kosten. Hinzu kämen noch Kosten in Höhe von rund 320 000 Euro für den Umbau des Gebäudes der alten evangelischen Grundschule zum JBZ.

Im Gegensatz dazu würde die zuvor schon von der Verwaltung favorisierte Alternative günstiger kommen. Der Umbau des Ex-Grundschul-Gebäudes zu einer 4-gruppigen Kita wird mit 1,27 Millionen Euro veranschlagt. Die Fördermöglichkeiten seien bei beiden Alternativen gleich.

Die neue 4-gruppige Kita soll zum Kindergartenjahr 2013/14 ihren Betrieb aufnehmen. Dann werde der Betrieb des Kindergartens Funkenburg aufgegeben und in die neue Einrichtung überführt. Der Betrieb der Kita Momo soll gleichzeitig von drei auf zwei Gruppen reduziert werden.

Beide Gebäude-Planalternativen würden unter der deutlich zu kleinen Außenspielfläche leiden. Eine mögliche Lösung könnte die Nutzung eines Bereichs sein, der sich im Eigentum der Evangelischen Kirchengemeinde befindet. Hier steht eine Antwort aber noch aus.

Neben den geringeren Umbaukosten gibt es laut dem Beschlussvorschlag für den am 20. September tagenden Jugendhilfeausschuss weitere Vorteile, die für die Kita in der Roten Schule sprechen. Dies sei bei einer Ortsbesichtigung mit einer Vertreterin des Landesjugendamtes unterstrichen worden. „Als ganz wichtiger Vorteil wurde das großzügigere Raumangebot im Gebäude gewertet, das keine Separierung einer Gruppe in einem Nebengebäude erforderlich macht.“ Für die Beaufsichtigung der Kinder sei das Schulgebäude ebenfalls überschaubarer. Und: „Der im Dachgeschoss ungenutzte Bereich lässt weitere Ausbau- und Entwicklungsmöglichkeiten zu.“ Als Möglichkeiten werden ein Familienzentrum ebenso genannt wie die Bildungsarbeit mit Eltern und die Betreuung in Randzeiten. 150 000 Euro als zusätzlicher Mitteleinsatz sieht die Verwaltung für einen „vorausschauenden Ausbau“ vor (wie: Verlegen von Ver- und Entsorgungsleitungen).

Die Verwaltung betont in der Vorlage erneut, dass sie neben den Kosten auch aus einem anderen Grund einen Umzug des JBZ als „nicht als sinnvoll erachtet.“ Die Einrichtung besitze in der jetzigen Form Vorbildcharakter. Auch der Bürgerhaussaal werde intensiv genutzt.

Vorbehalte gegenüber einer neuen Kita im alten Schulgebäude versucht Jugend-Fachbereichsleiter Bodo Schmidt zu zerstreuen: „Die Jugendverwaltung, der bisher mit der Situation sehr vertraut gewordene planende Bauingenieur Peter Erwig und die Vertreterin des Landesjugendamtes sind davon überzeugt, dass eine funktionsfähige und sehr attraktive Kindertagesstätte in diesem Schulgebäude entstehen kann“ – trotz des ersten Eindrucks mit großen und hohen Räumen sowie einem großzügigen Flur- und Treppenhausbereich. In der Roten Schule sei außerdem genug Platz, um Kinder von Firmen-Angehören aufzunehmen. Das Jugendamt möchte auswärtigen Kindern zumindest das Angebot machen (Stichwort: weicher Standortfaktor). „Entsprechende Kontaktaufnahmen sind in Planung.“ ▪ mcf

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