Stadt bittet Autofahrer an Parkautomaten zur Kasse

Das Parkraumbewirtschaftungskonzept der Stadtverwaltung sieht vor, die Freifläche an der Straße Grasacker in einen Parkplatz für Dauerparker umzuwandeln. - Foto: Witt

WERDOHL -  Das kostenlose Parken im Werdohler Innenstadtbereich soll ab dem Spätherbst der Vergangenheit angehören. Das geht aus dem 52 Seiten umfassenden Parkraumbewirtschaftungskonzept hervor, das Verwaltungsmitarbeiter Rolf Prange für die Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung am Dienstag um 17 Uhr im Ratssaal als Diskussionsgrundlage ausgearbeitet hat.

Von Ute Heinze

Prange empfiehlt den Lokalpolitikern Parkgebühren in einer Staffelung von 60 Cent im Kernbereich und 40 Cent im Randbereich der Werdohler Innenstadt einzuführen. Für Bewohner und Dauerparker soll es Sonderregelungen geben.

Zum Hintergrund: Mit der Einführung von Parkgebühren in der Innenstadt setzt die Verwaltung Punkt 24 des im September beschlossenen Sparpaketes „Einnahmeerzielung durch Parkraumbewirtschaftung“ um. Damit sollen ab 2014 jährlich über 250 000 Euro in die klamme Stadtkasse fließen (wir berichteten).

Rolf Prange empfiehlt in seiner Beispielrechnung, 441 Parkflächen à 60 Cent pro Stunde auszuweisen. Durch die 375 Parkplätze à 40 Cent, die das Konzept vorsieht, sollen 103 125 Euro pro Jahr in den Stadtsäckel fließen.

Unter dem Stichwort „Schwund“ kalkuliert der Verwaltungsmitarbeiter in seiner Beispielrechnung hingegen mit einem Minus von 48 217 Euro. Darunter fallen Defizite durch Autofahrer, die keinen Parkschein lösen. „Ferner fallen unter Schwund auch die Automatenausfälle und urlaubs- oder krankheitsbedingte Ausfälle des Überwachungspersonals“, heißt es in dem Expose aus dem Rathaus. Dieses Minus kann laut Konzept durch Einnahmen von Verwarngeldern in Höhe von 40 000 Euro aufgefangen werden.

Für Dauerparker, also Geschäftsleute oder Mitarbeiter von Unternehmen, die beruflich in der Stadt tätig sind und über keinen privaten Stellplatz verfügen, sieht Pranges Konzept ebenfalls eine Lösung vor: 85 Dauerparkausweise sollen für den Goetheparkplatz und den Bahnhofsplatz ausgegeben werden. Für einen Parkplatz in einem der beiden Areale sollen 20 Euro monatlich fällig werden. Weitere 120 Dauerparkplätze sollen am Grasacker sowie am Rathausparkplatz und an der Mittelstraße entstehen. Hier will die Verwaltung 15 Euro im Monat von den Dauerparkern verlangen, weil sie einen weiteren Weg ins Zentrum haben.

Pranges Konzept sieht diesbezüglich vor, die Freifläche an der Straße Grasacker in einen Parkplatz für Dauerparker umzuwandeln. Es sei angedacht, den Platz mit einfachen Mitteln so herzurichten, dass eine Nutzung auch bei widrigen Witterungsbedingungen möglich sei. Gleichzeitig solle die Parkplatzzahl auf 40 erhöht werden. Zudem heißt es in dem Abschnitt, der sich mit Dauerparkern beschäftigt: „Liegen für einen Platz mehr Anfragen nach Dauerparkausweisen vor, als Stellflächen freigegeben sind, muss das Los entscheiden oder eventuell auf andere Parkflächen ausgewichen werden.“

250 Bewohnerparkausweise sieht das Parkraumbewirtschaftsungskonzept aus der Feder Pranges vor. Einen Anspruch auf einen Bewohnerparkausweis habe derjenige, der in dem Bereich meldebehördlich registriert sei und dort tatsächlich wohne. Für einen solchen Parkplatz sollen die Bewohner der Innenstadt jährlich 30 Euro zahlen. Um das Konzept umsetzen zu können, muss die Stadt zunächst 160 000 Euro investieren. Um das präferierte Modell der Verwaltung umzusetzen, sollen 39 Parkscheinautomaten angeschafft werden. Prange rechnet mit einem Einzelpreis von 2850 Euro. „Um das Münzgeld zu sortieren, wird eine Geldzählmaschine benötigt. Zwischen 800 und 1400 Euro müssen hierfür veranschlagt werden“, heißt es. Zudem müssen für die Parkscheinautomaten Fundamente erstellt werden. Je nach Aufwand rechnet der Verwaltungsmitarbeiter mit zwischen 250 und 450 Euro je Standort.

Weil die Automaten geleert, kontrolliert und auch gewartet werden müssen, sollen laut Prange drei Minijobber eingestellt werden. Unter anderem sollen auch zwei Halbtagsstellen zur zusätzlichen Überwachung des ruhenden Verkehrs eingerichtet werden. Unterm Strich rechnet der Verwaltungsmitarbeiter in seiner Beispielrechnung mit einem Erlös von 268 308 Euro jährlich.

Das Konzept, das Detailinformationen zu den verschiedenen Punkten in Sachen Parkraumbewirtschaftung beinhaltet, wie beispielsweise Infos zur so genannten Brötchentaste, finden Interessierte unter der Rubrik Sitzungsunterlagen auf der Internetseite der Stadt.

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