Spurensuche: Wo können Werdohler 100 Tage vor dem Fest Spekulatius und Deko kaufen?

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Mandy Ricke und Vivien Tank haben sich vor dem Spekulatius-Tütenberg im Edeka-Markt an der Inselstraße postiert. Trotz sommerlicher Temperaturen kaufen viele Kunden schon Weihnachtsgebäck. Auch Vivien Tank kommt zu dem Ergebnis: „Es schmeckt jetzt schon.“

Werdohl - Die einen stürzen sich auch im Spätsommer auf Dominosteine und Zimtsterne, andere rümpfen eher verächtlich die Nase. Tatsache ist: Wer heute – genau 100 Tage vor dem Weihnachtsfest – typische Leckereien genießen oder sich vorsorglich eine neue Festdeko zulegen möchte, der wird auch in Werdohl fündig.

„Demnächst werden die Osterhasen im Geschäft direkt von den Nikoläusen abgelöst.“ Aussagen in dieser Art hat jeder schon gehört. Und manch einer hat das diffuse Gefühl, dass die Regale von Jahr zu Jahr früher mit Printen & Co. bestückt werden. „Das stimmt aber nicht“, erklärt Heiko Tank, Inhaber des Edeka-Marktes an der Inselstraße. Zumindest im Unternehmensverbund Edeka gebe es alle Jahre wieder einen festen Vorweihnachts-Terminplan: „Es geht immer in der 36. Kalenderwoche los“, verrät Tank. 

Verkaufsstart in der 36. Kalenderwoche 

Der märchenhaft große Tütenberg Gewürzspekulatius ist im Edeka-Markt jedenfalls nicht zu übersehen. Daneben haben tausende Dominosteine ihren Platz gefunden und auch der Liebhaber gefüllter Lebkuchen-Herzen muss nicht lange suchen. „Es gibt Kunden, denen das nicht gefällt. Aber man muss es ja nicht kaufen“, stellt Heiko Tank augenzwinkernd fest. Und ganz offensichtlich gibt es auch eine Menge Werdohler, denen das Weihnachtsgebäck jetzt schon richtig gut schmeckt: Der Spekulatius-Tütenberg jedenfalls ist schon kräftig geschrumpft. 

Dagegen ist die Weihnachts-Spurensuche im WK-Warenhaus nicht von Erfolg gekrönt. „Wir wollen diese Artikel einfach nicht so früh anbieten “, sagt WK-Geschäftsführer Peter Ebener. Seit mehr als zehn Jahren sträuben sich Ebener und sein Team erfolgreich gegen den Handels-Trend, schon im Altweibersommer auf den Weihnachtszug aufzuspringen. 

Im WK erst ab Mitte Oktober

Ab Mitte Oktober sind in der WK-Lebensmittelabteilung Plätzchen mit Gewürznelke, Kardamom, Zimt und Vanille zu haben. Hin und wieder käme es vor, dass Kunden schon vor diesem Termin Appetit auf Festgebäck hätten. „Nachfragen sind aber sehr selten“, erklärt Ebener. Er ist überzeugt: „Die meisten Kunden wollen im Spätsommer einfach noch nicht an Weihnachten denken.“ 

Floristmeister Carsten Fromm sorgt für Weihnachtsstimmung im Altweibersommer. Doch Engelsfiguren, Sterne und Kränze werden offiziell erst ab etwa Mitte Oktober verkauft. 

Auch Florist-Meister Carsten Fromm weiß aus Erfahrung, dass sich viele Werdohler jetzt noch nicht mit dem Christfest beschäftigen möchten – erst recht nicht, wenn man noch im T-Shirt in der Eisdiele sitzen kann. Allerdings gibt es Außnahmen: „Wir bieten weihnachtliche Porzellan-Figuren der Marke Tiziano an, die bei Sammlern sehr begehrt sind. Einige warten schon lange auf die neue Kollektion,“ erzählt er. 

Sammler warten auf Weihnachtsfiguren

Und so käme es hin und wieder vor, dass er einem Kunden Zugang zum Lager gewährt, damit er sich die begehrte Weihnachtsfigur aussuchen kann. Denn dort sind Engel, Sterne, Hirten und vieles mehr schon seit dem Frühjahr untergebracht: „Im März, spätestens im April, muss die Weihnachtsware bestellt werden. Und wenn wir hier unser Schützenfest feiern, kommen die ersten Kartons an.“ Übrigens: Nach Angaben des Kölner Institutes für Handelsforschung (IFH) sind viele Verbraucher zunehmend bereit, mehr Geld für weihnachtliche Dekorationsartikel auszugeben: Etwa 240 Millionen Euro wurden laut IFH im Jahr 2016 in Deutschland dafür bezahlt. 

Ab etwa Mitte Oktober hält die Vorweihnachtsstimmung dann ganz offiziell auch im Fachgeschäft am Brüninghaus-Platz Einzug. Eigens für diesen Artikel im Süderländer hat Carsten Fromm allerdings spontan umgeplant – und für einen kurzen Moment für Adventszauber im Altweibersommer gesorgt. 

Der Lebensmitteldiscounter Netto ist in dieser Woche in das Weihnachtsgeschäft eingestiegen. „Der Verkauf von Weihnachtsgebäck in unserern Filialen ist am Donnerstag gestartet“, sagt Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation, auf Anfrage unserer Zeitung. 

Lidl noch nicht in Weihnachtsstimmung 

Konkurrent Lidl ist dagegen noch nicht in Weihnachtsstimmung. So gibt es in der Werdohler Filiale am Fritz-Thomee-Platz derzeit noch kein Weihnachtsgebäck zu kaufen. Ab wann dies der Fall sein wird, ließ das Discountunternehmen auf Anfrage unbeantwortet. „Aus Wettbewerbsgründen äußern wir uns nicht zu Aktionszeiträumen“, hieß es aus der Konzernzentrale lediglich.

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