Auf den Spuren Demtröders

Auf Spurensuche: Sebastian Hoffmann.

WERDOHL ▪ Mehr als ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seit Sebastian Hoffmann 1986 damit begonnen hat, das Lebenswerk des Werdohlers Heinrich Demtröder (1895-1972) zu erforschen. Damals absolvierte Hoffmann ein Praktikum beim Süderländer Volksfreund. Durch Zufall hat der Musikschullehrer jetzt im Internet weitere Spuren des Komponisten entdeckt.

Im kommenden Jahr kann das 50-jährige Bestehen der Musikschule Lennetal gefeiert werden. Sebastian Hoffmann unterrichtet dort schon seit vielen Jahren. Anlässlich des Jubiläums möchte er sich selbst und allen musikliebenden Werdohlern einen Traum erfüllen: „Zu diesem Anlass soll ein Orchesterwerk von Demtröder gespielt werden.“ Ganz besonders würde sich der gebürtige Werdohler freuen, wenn es gelingen würde, die Noten für Demtröders „Lennesinfonie“ aufzuspüren. „Aber auch jedes andere Stück wäre ein großer Gewinn für das Jubiläum“, stellt Hoffmann fest. Deshalb hofft er, dass ihm eventuell die Leser dieses Artikels bei seiner Suche behilflich sein oder zumindest noch weitere Informationen zukommen lassen können.

„Mein Vater hat mir von Heinrich Demtröder erzählt“, erinnert sich Sebastian Hoffmann. Dirk Hoffmann, vielen Werdohlern als Musikkritiker bekannt, lernte den Komponisten selbst kennen, sang sogar eine Zeit lang mit ihm gemeinsam in einem der damals neun Werdohler Chöre. „Meine Neugier war natürlich geweckt“, erzählt der Musikschullehrer, dass er sich fortan während seiner Praktikumszeit beim Süderländer Volksfreund auch mit der Demtröder-Recherche beschäftigte - und einige Artikel zum Thema schrieb. Leider seien damals keine Noten aufgetaucht. „Sie lagerten wohl auf dem Dachboden seines Wohnhauses“, meint Hoffmann. Er befürchtet, dass sie aus Unwissenheit im Müll gelandet sein könnten. Allerdings hat der Werdohler die Hoffnung, dass nicht alle Werke des Komponisten verloren gingen.

„Heinrich Demtröder ist meines Wissens gebürtiger Werdohler und hat sein ganzes Leben hier verbracht“, berichtet Hoffmann. Demtröder habe Musik und Kompositionen in Berlin bei Wilhelm von Möllendorf studiert, der seinerzeit mit 24 Tönen in der Tonleiter experimentierte.

Demtröder war Lehrer und unterrichtete wohl an der Volksschule Eveking. Im Laufe der Jahre komponierte er Chor- und Orchesterwerke - unter anderem die „Lennesinfonie“. „Davon gibt es sogar eine Kassettenaufnahme, die aber leider sehr schlecht ist“, sagt der Musikschullehrer.

Hoffmann hat herausgefunden, dass Demtröder offenbar nicht nur an der Lenne bekannt war: „Im Internet bin ich im Archiv Prieberg auf seinen Namen gestoßen.“ Dort wurden Daten von Musikern und Komponisten gesammelt, die während der NS-Zeit aktiv waren. Biographisches Material von Demtröder ist also vorhanden. Nun muss es nur noch gelingen, bis zum Musikschuljubiläum Noten für ein Orchesterwerk aufzuspüren. ▪ cwi

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