Sprudelnde Ideen beim Bürgerstammtisch

Die beiden Stadtumbaumanager Anna Schwengers und Jens Küppers sammelten rote Karten mit den zahlreichen Ideen der Bürgerstammtisch-Teilnehmer zur Umgestaltung des Brüninghaus-Platzes ein.

WERDOHL ▪ Üblicherweise spricht der Bürgerstammtisch mit einer Zunge. Es sind Gleichgesinnte, die sich montags im Restaurant Versevörder Hof treffen. Beim Thema Umgestaltung des Brüninghaus-Platzes gingen die Ansätze teils aber weit auseinander.

Von Michael Koll

So wurde der Stammtisch zur sprudelnden Ideenwerkstatt. Eines der spannendsten Entwicklungsgebiete der Lennestadt berieten die Stammtischler mit den Stadtumbaumanagern Anna Schwengers und Jens Küppers.

„Wir nehmen einiges mit heute Abend“, sagte Schwengers zum Abschluss der zweistündigen Veranstaltung beeindruckt. Rege Diskussionen kamen auf, als es um die Bushaltestellen ging. Auch eine Gehweg-Verbindung des zentralen Platzes zur Lenne wurde kontrovers besprochen.

Zum zweiten Mal traf sich der Bürgerstammtisch zum Thema. Gut 30 Interessierte beteiligten sich am Montag. Der Ende der 70er-Jahre errichtetet Brüninghaus-Platz, so Schwengers, sei „in die Jahre gekommen“. Es ginge nun darum, „die Aufenthaltsqualität zu steigern und die zentrale Funktion zu stärken“.

Weiterhin betonte die Stadtplanerin, dass beim abschließenden Ausschreibungswettbewerb alle teilnehmenden Planungsbüros den klaren Auftrag erhalten würden, die Wünsche der Bürger einzuarbeiten. Einfach wird das nicht. Denn der Abend beim Bürgerstammtisch zeigte: Die Werdohler sind sich uneins, was getan werden soll.

Klar war allen Diskutierenden am Montag nur: „Das Zentrum muss Kommunikationsort sein.“ Deshalb sei es nur folgerichtig, bei den Planungen auch das Umfeld mit einzubeziehen. Schwengers beruhigte die Stammtischler: „Die Gedanken des Planes hören nicht an den Grenzen des Platzes auf.“ Und Jürgen Hennemann spitzte es zu: „Da sollten wir klotzen.“ Manch einer war gar der Meinung, nicht nur den gegenüber liegenden Ludwig-Grimm-Park und das Lenneufer mit im Blick zu behalten, sondern auch die Fußgängerzone mit Alfred-Colsman-Platz und Stadtbrücke.

Die Verkehrssituation des Platzes nahm den größten Raum bei der Diskussion des Stammtisches ein. In den Abendstunden würden Autos in der Innenstadt Rennen fahren. Deshalb wurde angeregt, den Kreisverkehr vor der Sparkasse zu verengen.

Andere Stammtischler forderten eine Verlegung der Bushaltestelle. Die am Friedrich-Keßler-Platz reiche vollkommen aus, meinten einige. Eine zweite Einsteigemöglichkeit an der Moschee bevorzugten andere. Noch weiter ging der Vorschlag, den Busverkehr komplett aus dem Zentrum zu entfernen. Der öffentliche Personennahverkehr solle an der Moschee von der Freiheitstraße in den Grasacker abbiegen. Auf Höhe der Goethestraße könne er dann mit einer Brücke über die Lenne zur B 236 geführt werden.

Wichtig ist den Bürgerstammtischlern auch eine attraktive Fußgängerachse vom Brüninghaus-Platz zur Lenne. Der bestehende Weg zwischen WK und Apotheke sei ungeeignet, da er über den Kaufhaus-Parkplatz führe und auch weil die Goethestraße ohne Zebrastreifen überquert werden müsse. Alternativ schlug ein Teilnehmer des Abends eine Brücke an selber Stelle vor, die vom WK bis zur Lennepromenade reiche.

Uneinigkeit herrschte auch bei der Frage der Spielgeräte. Während ein Teil der Anwesenden meinte, neben dem bestehenden Trampolin sollten noch deutlich mehr Spielmöglichkeiten errichtet werden, fanden andere, der Spielplatz an der Lenne (Goethestraße) sei in unmittelbarer Nähe, weshalb am Brüninghaus-Platz kein solcher benötigt werde.

Beim Thema Sitzgelegenheiten gingen die Ansichten zudem weit auseinander: Die einen meinten, diese müssten künftig Rückenlehnen haben, um attraktiv für ältere Bürger zu sein. Andere fanden, Rückenlehnen wären zu einladend für in der Öffentlichkeit Alkohol trinkende Zeitgenossen. Dritte forderten den Abbau jeglicher Sitzmöbel.

Strittig besprochen wurde auch die Bepflanzung des Innenstadt-Platzes: Während einige Teilnehmer des Bürgerstammtisches keinen Baum fällen wollten, regten andere eine Beseitigung der Hochbeete an. Dritte wiederum favorisierten einen freien Platz.

In Hinblick darauf fragten erste wieder: „Was ist aber, wenn keine Veranstaltung stattfindet?“ Dann sei ein ebener Platz unattraktiv. Doch auch dort spalteten sich die Meinungen. Der Rathausplatz in Lüdenscheid wird von manchen als unschön, von anderen als toll empfunden. Übernommen werden sollten aus der Nachbarstadt aber auf jeden Fall die Lichtbänder im Boden.

Weitere Ideen des Abends waren folgende: Zur Erinnerung an den Namensgeber – der Firma Brüninghaus – solle als Denkmal eine Maschine aufgestellt werden. Eine Teilüberdachung des Platzes sei notwendig, um bei Veranstaltungen vor Sonne und Regen zu schützen. Zudem solle unbedingt der Brunnen auf dem Platz erhalten bleiben.

Außerdem solle der Platz eine im Boden versenkbare Bühne erhalten, die auch Veranstaltungstechnik und genügend Steckdosen beinhalte. Unbedingt müsse bei den Planungen an öffentliche Toiletten gedacht werden. Um Vandalismus vorzubeugen sollten Überwachungskameras installiert werden. Letztlich regte der Bürgerstammtisch an, ebenso an die Verschönerung der Fassaden bei der angrenzenden Bebauung zu denken.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare