Sprachkenntnisse für den Alltag

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Lothar Jeßegus und Evangelia Kasdanastassi (von links) haben eine Reihe Ehrenamtlicher um sich gescharrt, die Sprachkurse für Flüchtlinge organisieren und durchführen.

Werdohl - Menschen aus rund 15 Nationen waren im evangelischen Gemeindehaus an der Freiheitstraße versammelt. Viele von ihnen sprachen – noch – kein Deutsch oder nur wenig. Eine gemeinsame Sprache fanden nicht alle und doch verstanden sie sich auf Anhieb.

Von Bettina Görlitzer

Es entstand ein Miteinander, das nicht nur Lothar Jeßegus freute, der das Treffen initiiert hatte. Ziel war es, Ehrenamtliche, die Sprachkurse durchführen möchten, mit Flüchtlingen, die Deutsch lernen möchten, zusammenzubringen.

Mit dabei war auch Evangelia Kasdanastassi von der Integrationsagentur des Diakonischen Werkes, die bei der Organisation hilft. Ab Januar sollen die Kurse jeweils zweimal wöchentlich im Bürgerhaus an der Schulstraße stattfinden, wo auch die Integrationsagentur und die Migrationsberatung ihren Sitz haben.

Ziel sei es nicht – so betonte Jeßegus bei seiner Begrüßung –, dass die Teilnehmer ein leistungsorientiertes Zertifikat erwerben, sondern vielmehr, dass sie Sprachkenntnisse erwerben, die ihnen helfen, den Alltag in Deutschland zu meistern. Es ist eine überkonfessionelle Initiative von Werdohlern für die Menschen, die aus Krisengebieten der Welt geflohen sind und in Werdohl eine Zuflucht gefunden haben. Das Angebot ist für die Flüchtlinge kostenlos.

Positiv überrascht war Initiator Jeßegus von der Hilfsbereitschaft auf der einen und der Bereitschaft, sich helfen zu lassen, auf der anderen Seite. Während der Vorstellungsrunde drückte mehr als einer der Flüchtlinge seine Dankbarkeit aus.

Die meisten der Ehrenamtlichen, die sich für die Kurse gefunden haben, sind ehemalige Lehrerinnen. Auch eine Krankenschwester ist dabei.

Erste Kontakt wurden bereits geknüpft, als die Lehrerinnen den potenziellen Kursteilnehmern beim Ausfüllen von Einstufungstests halfen. Dabei ging es, so betonten die Organisatoren, ausschließlich darum, die Deutschkenntnisse einzuschätzen, um die passenden Lehrmittel zu bestellen und die Kurse entsprechend aufzubauen.

Die meisten der fast 25 anwesenden Flüchtlinge kommen aus Syrien und Eritrea, Irak und Algerien aber auch Somalia, Afghanistan, Albanien oder Bangladesh waren als Herkunftsländer dabei. Auch die beruflichen Hintergründe und Bildungsstände sind unterschiedlich. Von der Analphabetin bis zum Hochschulabsolventen ist alles dabei.

Jeßegus möchte grundsätzlich die Flüchtlingshilfe in Werdohl koordinieren, bestehende Angebote vernetzen und da, wo es möglich und nötig ist, neue Angebote schaffen. Die rein ehrenamtlich durchgeführten Sprachkurse sollen eine erste Säule sein. Wenn sich genügend Helfer finden, soll auch ein regelmäßig stattfindendes Begegnungscafé eingerichtet werden, in dem die Menschen, die aus unterschiedlichen Ländern kommen, Einheimische kennenlernen und miteinander in Kontakt kommen können.

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