Sprachförderung fest im Alltag verankert

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Für die Kinder in der Wunderkiste ist die Sprachförderung ein fester Bestandteil der täglichen Abläufe.

Werdohl - „Die Rückmeldungen von den Grundschulen waren eindeutig positiv: Die Kinder sind jetzt sprachlich besser drauf, als noch vor einigen Jahren“, sagt Sandra Koch. Die Leiterin der Kindertagesstätte Wunderkiste und ihre Mitarbeiterin Claudia Nitschke, Fachkraft für Sprache und Integration, haben in den vergangenen Jahren in die Sprachförderung viel Zeit und Energie investiert.

Seit 2011 ist Nitschke mit einer halben Stelle als Fachkraft im Rahmen des Projektes „Frühe Chancen“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Ütterlingsen tätig – und seit dem hat sich in der Kindertagesstätte einiges verändert. Nicht von heute auf morgen, sondern im Rahmen eines Entwicklungsprozesses.

„Das war für unsere Einrichtung notwendig, um die Sprachförderung in die täglichen Abläufe integrieren zu können“, stellt Claudia Nitschke fest. Denn in der Wunderkiste ist nicht nur die Fachkraft für dieses wichtige Thema zuständig, alle zehn Mitglieder des Kita-Teams arbeiten gemeinsam und Hand in Hand, um dem Nachwuchs einen möglichst idealen Start ins Schulleben zu ermöglichen.

„Deshalb besteht meine Aufgabe auch zu 50 Prozent darin, das Team zu schulen“, erzählt Nitschke, die sich regelmäßig um Dozenten für das Team-Coaching bemüht. Rund 30 Prozent ihrer Arbeitszeit investiere sie in die Information der Eltern und 20 Prozent entfallen auf ihre Arbeit mit den Kindern. Letztere findet in Kleingruppen oder als Einzelförderung statt. „Dann setze ich mich zu dem jeweiligen Kind in die Gruppe und reiße es nicht etwa aus der gewohnten Umgebung heraus“, sagt die Fachkraft.

Grundsätzlich kommen in Ütterlingsen alle Kinder in den Genuss der Sprachförderung – nicht nur die Unter-Dreijährigen und die Kinder mit Migrationshintergrund. „Deshalb gibt es sieben Sprachfördergruppen. Sechs altersentsprechende und eine altersgemischte für die Kinder ohne Sprachförderbedarf“, berichtet Claudia Nitschke. Diese Gruppen ersetzen seit dem vergangenen Jahr die bis dahin üblichen Morgenkreise.

Während der Sprachförderung greifen die Erzieherinnen auf das so genannte Kon-Lab-Material zurück. Kon-Lab steht für Konstanzer Labor. Dieses Sprachförderprogramm wurde an der Konstanzer Universität entwickelt und geht über das bloße Prinzip Vorsprechen-Nachsprechen und Auswendiglernen hinaus. Kon-Lab ist ein Programm aus Materialpaketen mit Bildkarten. Es soll den Kindern spielerisch sprach-rhythmische Regeln vermitteln. „Außerdem sind Bilderbücher ganz wichtig und hilfreich“, sagt Claudia Nitschke.

In jeder Kita-Gruppe stehen jeweils für eine gewisse Zeit dasselbe Lied und Bewegungsspiel auf dem Programm, damit gewährleistet ist, dass jedes Kind daraus Nutzen für die Sprachentwicklung ziehen kann – auch wenn es gerade in in einer anderen Gruppe spielt. Außerdem gibt es Wortlisten. Begriffe, die darauf stehen, hören die Mädchen und Jungen jeweils mindestens sechs Wochen täglich mehrmals.

Viermal jährlich werden Eltern-Kind-Sprachspielnachmittage in der Wunderkiste angeboten. Die Eltern bekommen bei der Anmeldung ihrer Kinder einen Flyer, den Nitschke selbst entworfen hat. In kurzen, prägnanten Sätzen wird darin erklärt, warum Sprachförderung so wichtig ist, wie sie in der Kita durchgeführt wird und wie die Eltern ihre Kinder unterstützen können. Claudia Nitschke: „Dass die Eltern mitmachen ist natürlich ganz wichtig. Sie müssen ihre Kinder nicht nur pünktlich und regelmäßig hier herbringen, sondern auch Deutsch mit ihnen sprechen. Sie sollten täglich mindestens eine Stunde Deutsch hören.“

Von Carla Witt

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