Sporthalle Riesei: Verwirrung um Fassadensanierung

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Die Fassade der Sporthalle am Riesei soll erneuert werden.

Werdohl - Mit einem neuen Plan zur Fassadensanierung der Riesei-Spoerthalle hat die Stadtverwaltung in der Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses am Montagabend Verwirrung gestiftet.

Das Ergebnis: Die Arbeiten werden erst einmal nicht durchgeführt, die Verwaltung soll nachliefern. 

„Das ist ja jetzt eine gänzlich neue Vorlage“, wunderte sich der Ausschussvorsitzende Dirk Middendorf (CDU) darüber, dass von dem vor sieben Wochen favorisierten Plan, vor die vorhandene Fassade auf neuen Fundamenten eine weitere zu bauen, gar nicht mehr die Rede war. Stattdessen hieß es nun, es könne eine neue Schicht mit Sandwichpaneelen an der vorhandene Fassade angebracht werden. Dabei hatte es vor knapp zwei Monaten noch geheißen, die Statik der Halle halte keine zusätzlichen Fassadenelemente aus. 

Plötzlich die Kehrtwende

Jetzt die Kehrtwende: „Statisch sehe ich da überhaupt keine Probleme“, sagte der von der Stadt befragte Werdohler Architekt Frank Lamboy. Die in den 1970er-Jahren verbauten Stahlträger seien dank überarbeiteter Normen durchaus in der Lage, eine weitere Dämmschicht zu tragen. Allenfalls müsse die geringfüge höhere Vertikallast unten mit Stahlwinkeln abgefangen werden. 

Die Frage, ob die bei der bisher favorisierten Sanierungsvariante entstehende Luftschicht zwischen der alten und der vorgebauten neuen Fassade bauphysikalisch vernüftig sei, spielte jetzt gar keine Rolle mehr. „Eine Hinterlüftung der Fassade war auch explizit nicht geplant“, betonte Fachbereichsleiter Thomas Schroeder, der die deshalb entstandene Verwirrung aber verstehen konnte. 

Kommen neue Sandwichplatten?

Aber die Ausschussmitglieder konzentrierten sich ohnenhin längst auf die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, die alten Fassadenelemente komplett zu demontieren und durch neue Sandwichplatten zu ersetzen. Auch das hatte die Verwaltung bisher als nicht umsetzbar bezeichnet. Dadurch würden die Innenwände beschädigt, hatte Peter Guido Grau vom Immobilienmanagement noch in der April-Sitzung des Ausschusses zu bedenken gegeben. 

CDU-Ratsherr Dirk Busch war bei einer Ortsbesichtigung aber zu einer anderen Erkenntnis gelangt. An der äußeren Schicht sei nichts befestigt, die könne ohne weiteres abgenommen werden, ohne die Innenwände zu beschädigen, fand er und zeigte sich verärgert darüber, dass die Verwaltung eine Lösung für die Sanierung von vornherein vorgegeben habe, damit aber die Suche nach anderen Lösungen ausgeschlossen habe. „Durch einen Austausch der Platten wäre sogar ein höherer Dämmwert möglich, und der Hallenbetrieb würde auch nicht gestört.“ 

Störung des Hallenbetriebs

Was die Störung des Hallenbetriebs angeht, wenn die alte Fassade demontiert werden muss, war Grau nicht auf einer Wellenlänge mit dem CDU-Ratsherrn. Es könne dann durchaus passieren, dass die Fassade der Sporthalle über Nacht geöffnet bleiben müsse, gab er zu bedenken. Für den Ausschussvorsitzenden Middendorf spielte das aber keine große Rolle. In diesem Jahr sollten ja ohnehin noch eine neue Heizungsanlage und eine neue Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in die Halle eingebaut werden, was eine vorübergehende Sperrung der Sporthalle zur Folge habe, rief er in Erinnerung. Vielleicht könnten die Arbeiten ja zeitlich aufeinander abgestimmt werden. 

Genau darum soll sich die Verwaltung nach dem Willen des Ausschusses jetzt kümmern. Die Politiker verlangten, dass die Sanierungsvariante mit dem Austausch der Fassadenplatten geprüft und ermittelt werden soll, ob sich dadurch auch eine Ersparnis ergibt. CDU-Ratsherr Busch brachte zum Ausdruck, was sich angesichts dieser Diskussion wohl mancher gedacht haben dürfte: „Das hätte man alles eher in die Wege leiten können.“

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