Das Sportabzeichen wird 100 Jahre alt: Zum Geburtstag gibt es einige Änderungen

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Wer Sportabzeichen verleiht muss auch selber fit sein: Dass er das ist, beweist Klaus Schichtel im Riesei-Stadion beim Kugelstoßen.

WERDOHL - Das Sportabzeichen des Deutschen Olympischen Sportbundes hat in Deutschland Tradition – seit mittlerweile 100 Jahren. Pünktlich zum runden Geburtstag wurde der Leistungskatalog des Fitnessorden grundlegend überarbeitet und modernisiert.

Von Laila Weiland

Klaus Schichtel, der beim Stadtsportverband Werdohl als Obmann die Sportabzeichen verleiht, muss die neuen Richtlinien genau kennen. „Früher wurden die Abzeichen nach Häufigkeit verliehen“, weiß er. „Wer die Leistungen zum fünften Mal erfüllte, bekam das Abzeichen in Gold. Nun entscheidet die Leistung darüber, ob die Auszeichnung in Bronze, Silber oder Gold verliehen wird.“ Ein 50-Jähriger muss demnach zum Beispiel den 3 000 Meter Lauf in 17,20 Minuten absolvieren, um die Auszeichnung in Gold zu erhalten. Für Bronze reichen 23,20 Minuten. Diese Regelung zieht sich, mit angepassten Zeiten und Entfernungen, durch alle 16 Altersgruppen. Auch hier gibt es in diesem Jahr eine Änderung: die Altersklasse „ab 80“ wurde in 80-84, 85-89 und „ab 90 Jahre“ aufgeteilt.

Außerdem ist der Fitnessorden nun auf drei Leistungsstufen ausgerichtet und wurde auf vier Disziplingruppen reduziert, die sich an den motorischen Grundfähigkeiten Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination orientieren. So ist es auf der Internetseite des Deutschen Olympischen Sportbundes zu lesen. Vereinfacht heißt das, die Sportarten sind nach Grundfähigkeiten sortiert. In diesen Gruppen müssen entsprechende Leistungen erbracht werden, um das Abzeichen zu bekommen. Die Gruppe „Ausdauer“ enthält für Erwachsene zum Beispiel die Disziplinen 3 000 Meter Lauf, 10 Kilometer Lauf, 7,5 Kilometer Walking, Schwimmen und 20 Kilometer Radfahren. Medizinballwurf, Kugelstoßen, Steinstoßen, Standweitsprung Geräteturnen bilden die Gruppe „Kraft“. Um seine Fähigkeiten im Bereich „Schnelligkeit“ zu beweisen, kann der Teilnehmer zwischen Laufen, 25 Meter Schwimmen, 200 Meter Radfahren und Geräteturnen wählen. Die letzte Gruppe „Koordination“ bilden die Disziplinen Hochsprung, Weitsprung, Zonenweitsprung Schleuderballwurf, Seilspringen und Geräteturnen. Eine Tabelle mit allen Disziplinen und erforderlichen Leistungen in den jeweiligen Altersgruppen ist im Internet zu finden.

Nächste Woche geht auch in Werdohl die Sportabzeichen-Saison los: Von Mai bis Oktober nehmen drei Prüfer im Riesei-Stadion die Prüfungen für das Abzeichen ab. Jeden Mittwoch kann dafür trainiert werden. „Jedes Jahr nehmen die Grund- und Realschüler, sowie der Schwimmverein SV08 an den Prüfungen teil“, weiß Schichtel. „Im letzten Jahr haben wir 312 Abzeichen verliehen.“ Zwei Werdohler hätten bereits 41 Mal die Urkunde entgegen genommen – der älteste sei 81 Jahre alt. Warum das Sportabzeichen so wichtig ist, weiß Schichtel genau: „Das ist ein Ehrenzeichen mit Ordenscharakter. Wer die Bedingungen erfüllt, der beweist sich selbst und anderen, dass er fit ist. Das ist ein Anreiz, sich fit zu halten,“ sagt der Experte.

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