Sport-Erlass ohne Auswirkungen

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Beim Geräteturnen ist Hilfestellung gefragt.

Werdohl - Ein neuer Erlass des NRW-Schulministeriums hat bislang keine Auswirkungen auf den Sportunterricht an Werdohler Grundschulen. Die Regelung „Sicherheitsförderung im Schulsport“ ist am 1. Dezember in Kraft getreten und verlangt, dass Lehrer, die Sport unterrichten, „die entsprechenden fachlichen Voraussetzungen besitzen“.

Aus einigen Städten – zum Beispiel Dortmund – wurden schon Unterrichtsausfälle gemeldet, weil Grundschullehrer weder Sport studiert haben noch eine andere Qualifizierung nachweisen können. Die Werdohler Schulen sind offenbar besser aufgestellt.

„Wir haben zwar keine studierten Sportlehrer“, sagte Britta Schwarze, Leiterin der evangelischen Martin-Luther-Grundschule. „Aber es gibt vier Lehrer mit langjähriger Erfahrung im Sportunterricht und einem Übungsleiterschein.“ Diese Erfahrung bringe die notwendige Routine mit sich, um schnell und richtig zu reagieren. Grundsätzlich passten die Lehrer die Unterrichtsinhalte der personellen Situation an. „Geräteturnen machen wir zum Beispiel nur dann, wenn es genug Kräfte gibt, die Hilfestellung geben können“, erläuterte die Schulleiterin.

„Wir können das nachvollziehen und begrüßen das“, sagte Schwarze mit Blick auf den neuen Erlass. Allerdings sei es „nicht realisierbar, wenn nur studierte Sportlehrer Sport unterrichten dürfen.“ Das sieht auch Sybille Böddecker so, die Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule. „Wenn Lehrer seit vielen Jahren Sport unterrichtet haben, sollen sie weitermachen dürfen“, sagte sie. Auch an ihrer Schule gäbe es sonst Engpässe: Nur drei Lehrer haben Sport studiert, ein weiterer hat während des Studiums eine fachliche Qualifikation erworben. „Bei 15 Klassen mit je drei Sportstunden kommen wir auf 45 Stunden pro Woche“, rechnete Böddecker vor. „Das sind zwei volle Lehrerstellen.“

Zudem sind zwei der studierten Sportlehrer die Leiterin und Konrektorin Claudia Gierse, die viele andere Aufgaben wahrnehmen und nur noch wenig unterrichten. Umso mehr ist die Gemeinschaftsgrundschule für den Sportunterricht auch auf andere Lehrer angewiesen.

Christel Kringe, Leiterin der St. Michael-Grundschule, konnte sich aus terminlichen Gründen bisher nicht zu dem Thema äußern.

Von Constanze Raidt

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