Impfbus in Werdohl

Spontan-Impfung gegen Corona auf dem Wochenmarkt

Impfbus-Koordinator Bernd Benscheid läuft mit einem auffälligen Roll-Up über den Werdohler Wochenmarkt.
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Impfbus-Koordinator Bernd Benscheid läuft mit einem auffälligen Roll-Up über den Werdohler Wochenmarkt.

„Hallo, heute ist Impftag, wollen Sie geimpft werden?“ Bernd Benscheid vom Märkischen Kreis läuft mit einem gut sichtbaren Roll-up über den Wochenmarkt und spricht jede Menge Leute direkt an.

Auch die anderen Kreis-Mitarbeiter vom Lüdenscheider Impfzentrum haben keine Hemmungen, wirklich jeden Vorbeigehenden zur Corona-Impfung einzuladen.

Es ist erst der dritte Einsatz des umgebauten MVG-Busses als Impfbus im Kreis. Dienstag wurden auf diese Weise rund 100 Menschen in Menden und am Mittwoch ebensoviele in Hemer geimpft. Mit den mehr als 50 Impfungen in der Kleinstadt Werdohl ist das Team um Benscheid und den Impfarzt Dr. Friedemann Enders letztlich sehr zufrieden. Nach anfänglich holprigem Start um 9 Uhr finden sich in Richtung Mittagszeit immer mehr Impfwillige.

Viele junge Leute nehmen das Angebot an

Bei der Werdohler Bevölkerungsstruktur ist es kein Wunder, dass sich viele Migranten impfen lassen, es sind aber auch auffallend viele junge Leute und sogar Jugendliche darunter. Geimpft wird ab 16 Jahre, und so ist der in Werdohl lebende Mahdi Shojaei aus Afghanistan einer der jüngsten, die eine Dosis Biontech bekommen.

Dr. Friedemann Enders impft die 19-jährige Neuenraderin Georgina Hoffmann.

„Johnson und Johnson ist bei vielen sehr beliebt, weil sie mit nur einem Stich und ohne eine weiteren Termin einen Impfschutz bekommen“, berichtet Dr. Enders. Der in Osnabrück aufgewachsene Mediziner betrieb 27 Jahre lang eine Hautarztpraxis in Werdohl und kennt die Stadt und ihre Menschen gut.

Im Impfbus wird auch informiert

Im Impfbus wird aber nicht nur geimpft, sondern auch informiert. Eine junge Frau fragt, wie sie wohl an ihren zweiten Impftermin im August komme. Sie wird auf die Praxis der Doktoren Roumani-Spree an der Freiheitstraße verwiesen. Die beiden Hausärzte haben in ihrer Praxis ein eigenes Impfzentrum aufgezogen und arbeiten eng mit dem Kreis zusammen.

Am Empfangstisch unter freiem Himmel direkt gegenüber dem Woolworth-Markt sitzt Katharina Rietzler. Die 26-Jährige ist gelernte tiermedizinische Fachangestellte und beginnt im September ein Verwaltungsfachstudium beim Kreis. Die zukünftige Studentin arbeitet jetzt schon beim Kreis und war von ihrem Wohnort Köln direkt in die Werdohler Fußgängerzone angereist. Mit ihrer freundlichen Art hilft sie auch über Kommunikationsschwierigkeiten hinweg, das kommt auch bei den Jüngeren gut an. Ein vorbeigehendes Paar wird vom Bus-Team angesprochen, die Frau schickt sofort ihren Mann nach Hause, um die Ausweise zu holen; „Geh schnell.“ Auf der Sitzgarnitur vor dem türkischen Lebensmittelmarkt Halk werden die Anmeldebögen ausgefüllt.

Der 16-jährige in Werdohl lebende Afghane Mahdi Shojaei (links) und sein Onkel Abdul Hamid Nursi ließen sich in der Fußgängerzone in Werdohl ansprechen und wurden wenig später im Impfbus des Märkischen Kreises mit Biontech beziehungsweise Johnson und Johnson geimpft.

Bus ist ein Erfolgsmodell

Nicht alle kommen spontan, vor allem die Jüngeren haben über Facebook von der Impfgelegenheit erfahren und sind auch gezielt zum Impfbus gekommen.

Bernd Benscheid sieht den Impfbus jetzt schon als Erfolgsmodell an. Weitere Termine in der nächsten Woche im Verbreitungsgebiet sind in Vorbereitung.

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