Aus für Spielwarenabteilung

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Bald wird Peter Ebener nicht mehr von Kuscheltieren und anderen Spielzeugen umgeben sein. Die Abteilung wird geschlossen und durch eine „Wäschewelt“ ersetzt.

Werdohl - Aufgeregt läuft eine Frau mit einem Handy am Ohr durch die Spielzeugabteilung des WK: „Soll ich denn nun die Werkzeugbank mitbringen? Was ist mit dem Spiel?“ Ein paar Meter weiter ist eine Mutter auf der Suche nach ihrem Sohn. Sie findet den Filius schließlich sitzend vor einem Regal mit Autos. In der Spielzeugabteilung herrscht derzeit reges Treiben. Viele Rabatte locken zum Kauf. Grund der Preissenkung ist die Schließung des Bereichs.

Wo momentan noch blonde Puppen neben Spielzeugtraktoren, Kinderbüchern und Gesellschaftsspielen aufgereiht sind, sollen bald Bekleidungsstücke ihren Platz finden. Etwa Anfang Juli soll der Umbau der Abteilungen beginnen, berichtet Peter Ebener, Geschäftsführer des WK. Dann gibt es keine Spielwaren mehr im Kaufhaus.

„Spielwaren haben einfach keine Zukunft mehr in Werdohl“, erklärt Ebener die Schließung. Zu stark sei der Konkurrent Internet. In den vergangenen drei Jahren sei der Umsatz zurückgegangen. Vor fünf Jahren sei bereits die Abteilung der Computerspiele geschlossen worden, diese würden eher in den großen Elektronikmärkten oder ebenfalls im Internet gekauft. Ein weiterer Grund für den Absatzverlust sei der Umstand, dass es immer weniger Kinder gebe.

„Es tut natürlich immer weh, wenn man einen Bereich aufgeben muss, aber wir müssen an die Zukunft denken“, so der Geschäftsführer. Nach der Schließung der Spielzeugabteilung werde der obere Bereich zur „Wäschewelt“. Sowohl Kurzwaren als auch Damen- und Herrenbekleidung und Küchengeräte, Haushaltswaren, Porzellan und Glas würden sich die obere Etage zukünftig teilen.

Zudem sollen zum Beispiel Strümpfe von unten nach oben verlegt werden. Der dadurch gewonnen Platz in der unteren Etage werde mit neuen Kleidungs-Marken aufgefüllt. Sieben neue Marken sollen im Damenbereich und ein oder zwei neue im Herrenbereich dazukommen.

Die Schließung der Spielzeugabteilung ziehe keine Kündigungen der Angestellten nach sich, da diese nicht auf bestimmte Bereiche festgelegt seien. Durch die Erweiterung des Sortiments würden sogar noch zusätzliche Arbeitskräfte benötigt.

Etwa vier Wochen haben die Kunden noch Zeit, ein Schnäppchen in der Spielzeugabteilung zu machen. Nachbestellt werde nichts mehr. Wenn die Waren ausverkauft sind, ist Schluss.

Von Jana Peuckert

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