Spielhallen: Einige Anträge fehlen

+
3,36 Millionen Euro wurden 2016 in Werdohl verspielt.

Werdohl - Zum 1. Dezember brauchen alle sechs in der Innenstadt liegenden Spielhallen eine neue Betriebserlaubnis. Der Gesetzgeber hat die Hürden für die Betreiber höher gelegt, so müssen Abstandsregeln zur nächstgelegenen Halle und zu Schulen und Kindergärten eingehalten werden. Nur die im Gewerbegebiet Kettling gelegene Spielhalle erfüllt durch ihre Lage alle Anforderungen. Spielhallen müssen mindestens 350 Meter auseinander liegen und dürfen nicht in „räumlicher Nähe“ zu Einrichtungen für Kinder und Jugendliche liegen. Mehrfachkonzessionen sind verboten.

Die sechs in der Innenstadt liegenden Spielhallen haben schon zum Teil ihre Anträge beim Werdohler Ordnungsamt eingereicht. Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel sagte auf Nachfrage unserer Zeitung: „Es liegen noch nicht alle notwendigen Anträge vollständig vor.“ Die Stadt habe zwar Fristen gesetzt, doch die seien nicht so ohne weiteres durchzusetzen.

Das Ordnungsamt der Stadt entscheidet nach Lage der Gesetze und einem gewissen Ermessen, inwieweit ab 1. Dezember die Spielhallen öffnen dürfen. Wer bis dahin keinen Antrag gestellt hat, darf nicht öffnen. Wer den Antrag sehr spät stellt und von der Stadt abgelehnt wird, darf auch nicht nach Dezember weitermachen. Andrea Mentzel rechnet im nahezu jedem Fall mit juristischen Auseinandersetzung. Wenn die Behörde nach Prüfung Anträge gesetzeskonform ablehnen müsse, werde ganz sicher von den Spielhallenbetreibern dagegen geklagt. Solange die Klage nicht entschieden ist, darf aber auch nicht geöffnet werden.

Von daher tun alle Spielhallenbetreiber in der Innenstadt gut daran, ihre Anträge so schnell wie möglich vollständig beizubringen. Schließlich sind Spielhallenbetreiber auch Unternehmer, die der Stadt durch Gewerbesteuer und Vergnügungssteuer Geld in den klammen Haushalt bringen.

3,36 Millionen Euro in 2016 verspielt

Die Fachstelle Glücksspiel in Nordrhein-Westfalen hat gerade die Zahlen von 2016 veröffentlicht. Alle zwei Jahre werden die Summen veröffentlicht, die die Spieler in die Apparate werfen. 2016 gab es in Werdohl sieben Spielhallen mit zehn Konzessionen, eine weniger als im Jahr 2014. 100 Geräte stehen in Spielhallen, 30 in der Gastronomie. Auch wenn in 2016 die Zahl der Geräte insgesamt von 150 auf 130 zurückgegangen ist, gibt es in Werdohl eine weit überdurchschnittlich hohe Dichte an Spielgeräten pro Einwohner.

Im Jahr 2016 haben die Spieler 445 536 Euro in die Geldspielgeräte in Kneipen geworfen. In den Geräten der Spielhallen fanden sich nach wie vor sagenhafte 2,914 Millionen Euro. In Summe verschwanden 2016 3,36 Millionen Euro in Glücksspielautomaten.

2014 wurden 3,695 Millionen Euro verspielt, der höchste Wert seit Erfassung der Daten ab 1998.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare