Sperrvermerk trotz Sicherheitsbedenken

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Die Ausschussmitglieder haben sich im Schulgebäude die Decken und die Beleuchtungssysteme angesehen

Werdohl - „Ich habe mich damals für den Sperrvermerk ausgesprochen. Für mich steht aber inzwischen der Sicherheitsaspekt im Vordergrund.“ Mit diesen Worten verdeutlichte Bürgermeisterin Silvia Voßloh am Montagabend während der ersten Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses, dass sie die Deckensanierung und die Montage einer energiesparenden Beleuchtung in sechs Fluren der Gesamtschule befürworten würde.

Trotz ihrer Erklärung und mehrerer Hinweise der Verwaltungsmitarbeiter, dass die Sicherheit für Schüler und Lehrer nicht garantiert werden könne, stimmten CDU und WBG gegen die Sanierungsmaßnahme: Die Mittel bleiben gesperrt.

Vor der Sitzung im Rathaus hatten sich die Kommunalpoltiker im Schulgebäude informiert. „Das Übel an den Deckenplatten ist in den Jahren 2004/2005 entdeckt worden“, erklärte Peter Grau von der Stadtverwaltung. Damals habe sich nach Berichten der Schulleitung im Foyer eine der 1,10 mal 1,10 Meter großen Deckenplatten gelöst – und sei einem Kind beinahe auf den Kopf gefallen. Daraufhin sei die Decke im Foyer, insgesamt 625 Quadratmeter, komplett erneuert worden. Allerdings seien solche Deckenplatten noch in weiteren Räumen der Schule verbaut. „Wir haben kontinuierlich Platten erneuert“, berichtete Grau.

Nun wollte die Verwaltung Deckenplatten in weiteren sechs Schulfluren gegen kleinere und leichtere austauschen (Kosten: rund 40 000 Euro) und in diesem Zuge LED-Belechtung einbauen (Kosten: rund 45 000 Euro). Grau rechnete vor, dass durch die LED-Beleuchtung jährlich rund 3000 Euro Energiekosten eingespart werden könnten. Für den Austausch der Beleuchtung könnten zudem Fördergelder in Höhe von 10 609 Euro abgezogen werden – wenn die Rechnung für die Maßnahme noch in diesem Jahr bezahlt würde. „Das ist jetzt kaum noch zu schaffen“, sagte Thomas Schroeder von der Stadt nach der Abstimmung auf Anfrage von SPD-Ausschussmitglied Jürgen Henke.

Ausschussvorsitzender Dirk Middendorf (CDU) erklärte nach der Ortsbesichtigung, er habe sich die Situation „dramatischer vorgestellt“ und sehe keinen akuten Handlungsbedarf. Ähnlich argumentierte auch Christdemokrat Michael Schürmann. Er meinte, es werde sicher auch in den kommenden Jahren Fördermittel für den Einbau energiesparender Leuchten geben. - cwi

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