B229

Öl-Unfall auf Bundesstraße im MK: Verursacher ist „alter Bekannter“ der Polizei - ohne Führerschein

Stau auf der B229: Das Havariemanagement von Lobbe ist im Einsatz und versucht weiter, die Fahrbahn von Rückständen des Hydrauliköls zu befreien.
+
Stau auf der B229: Das Havariemanagement von Lobbe ist im Einsatz und versucht weiter, die Fahrbahn von Rückständen des Hydrauliköls zu befreien.

Die B229 kann zwar wieder befahren werden, der Landesbetrieb Straßen.NRW hat am Donnerstagvormittag aber überraschend eine Ampelschaltung eingerichtet. Die Straße ist halbseitig gesperrt, weil das Hydrauliköl am Mittwoch nicht hinreichend entfernt werden konnte. Deshalb ist erneut ein Spezialfahrzeug vor Ort. Der Verkehr staut sich.

Update vom 16. September, 14.45 Uhr: Die Polizei hat die Person ermittelt, die für den Öl-Unfall und das Verkehrschaos am Mittwoch im Versetal verantwortlich ist. Er ist polizeilich bekannt und nicht mehr im Besitz eines Führerscheins. „Es handelt ist um einen 54-jährigen Forstarbeiter aus Rheinland-Pfalz“, sagte Christof Hüls, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde MK. Bisher sei es der Polizei aber nicht gelungen, den Mann zu kontaktieren. „Er sollte sich deshalb schleunigst bei der Polizei melden“, so Hüls. Noch dazu handelt es sich um einen alten Bekannten.

Erst am Samstag hatten Polizisten den Mann in seinem Fahrzeug angehalten, nachdem er in Schlangenlinien über die Werdohler Straße gefahren war. Weil sich der Atemalkoholwert nach einer Kontrolle laut Hüls im Grenzbereich befand, zogen die Beamten den Führerschein vorübergehend ein. Am Mittwochmorgen und damit kurz vor dem Unfall, fiel der 54-Jährige der Polizei erneut auf. Diesmal saß er in Neuenrade hinter dem Steuer seines Autos. Auch die Anzeige, die die Beamten deshalb wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis schrieben, hielt ihn jedoch nicht davon ab, sich wenig später auf den Weg nach Lüdenscheid zu begeben, um dort den 1000-Liter-Öltank abzuholen, der ihm im Versetal schließlich vom Anhänger rutschte.

Die Polizei geht derzeit davon aus, dass das Fahrzeug in der Rotenhohl-Kurve wohl ins Schleudern geriet, der Anhänger umkippte und der nicht ausreichend gesicherte Container deshalb von der Ladefläche fiel. Zeugen, die den Unfall gesehen hatten, eilten hinzu und halfen dem Mann den Anhänger wieder aufzurichten. Statt sich artig zu bedanken und die Polizei und Feuerwehr zu verständigen, setzte sich der 54-Jährige jedoch ins Auto und flüchtete.

Seine Kollegen alarmierte erst einige Zeit später ein Feuerwehrmann, der in seinem Privatauto zufällig an der Unfallstelle vorbeikam. Weil sich das Öl aus dem leck geschlagenen Tank in der Zwischenzeit großflächig verteilt hatte und die Fahrbahn in eine spiegelglatte Fläche verwandelte hatte, geriet der Feuerwehrmann mit seinem Auto ins rutschen und erkannte die Gefahr.

„Wir bitten auch die Zeugen, die beim Aufrichten des Anhängers geholfen haben, sich unbedingt bei der Polizei zu melden. Zudem haben wir noch niemanden, der den eigentlichen Vorfall, also das Herunterfallen des Containers von Anhänger beobachtet hat“, so Hüls. Denn gegen den Mann aus Rheinland-Pfalz werde wegen Unfallflucht ermittelt. „Und wir reden hier sicherlich über einen Schaden, der im fünfstelligen Bereich liegt“, so Hüls.

Update vom 16. September, 12.59 Uhr: Auf der Bundesstraße 229 kommt es auch einen Tag nach dem folgenschweren Ölunfall weiter zu Verkehrsbehinderungen. Der Landesbetrieb Straßen.NRW und die Reinigungsfirma Lobbe sind vor Ort und damit beschäftigt, Rückstände des ausgetretenen Hydrauliköls vom Asphalt zu entfernen. Die Straße ist derzeit halbseitig gesperrt, eine Baustellenampel regelt den Verkehr. Autos stauen sich in beide Fahrtrichtungen.

Die Arbeiten werden voraussichtlich noch bis in den Nachmittag hinein dauern, schätzte Straßen.NRW-Sprecherin Julia Ollertz. Die Firma Lobbe ist mit einem Spezialfahrzeug vor Ort, einem sogenannten Thermoflächenreiniger. Damit kann die Straße besonders gründlich gereinigt werden. Das Fahrzeug gehört zur Flotte des Havariemanagements bei Lobbe, wie Unternehmenssprecherin Sabine Günther mitteilt. Gesäubert wird die Straße mit 80 Grad heißem Wasser, welches das Öl von der Fahrbahn lösen soll.

„Mit bis zu 200 bar Druck wird das Wasser mittels Spritzdüsen auf den Straßenbelag aufgebracht. Unter Einsatz von Reinigungsmittel wird die Ölverschmutzung entfernt“, so Günther. Das Spezialfahrzeug der Firma besitzt einen Wassertank, der rund 3000 Liter fasst. Nachdem das Wasser auf die Fahrbahn gesprüht wurde, wird das entstandene Wasser-Öl-Gemisch im selben Arbeitsgang wieder aufgesaugt. Bis zu 7000 Liter kann der Thermoflächenreiniger aufnehmen. 

Update, 19.16 Uhr: Nach Angaben der Polizei des Märkischen Kreises ist die B229 inzwischen wieder für alle Verkehrsteilnehmer freigegeben worden. Allerdings ist die Unfallstelle noch nicht final geräumt, weshalb die Polizei alle Autofahrer bittet, dort lediglich mit 10 km/h entlangzufahren. Straßen.NRW habe entsprechende Schilder aufgestellt. Alle weiteren Maßnahmen sollen dann am Donnerstag erfolgen.

Bundesstraße im MK noch für Stunden gesperrt: Chaos auf einziger Verbindung - Verursacher flüchtig

Update, 15.10 Uhr: Die B229 ist weiterhin komplett gesperrt, die Reinigungsarbeiten laufen. „Es wird noch bis in die Abendstunden dauern“, sagte Wibke Honselmann, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis, auf Anfrage der Redaktion. Honselmann bestätigte zudem, dass der Sachverhalt jetzt als Verkehrsunfallflucht behandelt wird. Hinweise auf den Verursacher lägen bislang aber noch nicht vor.

Im Bereich der Rotenhohl-Kurve am Sportplatz in Altenmühle liegt der beschädigte IBC-Container, aus dem das Öl ausgelaufen ist. Die Straße ist hier spiegelglatt.

Update, 12.30 Uhr: Eine Umfahrung über Brüninghausen und Wigginghausen ist nur aus Richtung Lüdenscheid möglich und ist nicht zu empfehlen. Die einspurige Straße durch den Wald ohne Ausweichmöglichkeiten ist nur mit Kleinwagen oder Geländewagen befahrbar. Der Fahrbahnbelag weist viele Krater auf, ein Aufsetzen ist wahrscheinlich. Eine Kurve ist so eng und steil, dass Kleintransporter mehrfach rangieren müssen. In der Gegenrichtung aus Richtung Werdohl ist diese Umfahrung gar nicht erreichbar. Lastwagen und Busse stauen sich vom Ehrenfeld bis nach Bärenstein. Die Straße über die Schwarze Ahe Richtung Herscheid ist deshalb blockiert.

Update, 11.35 Uhr: Die Feuerwehr hat den beschädigten Container mittlerweile abgepumpt und damit ihre Tätigkeit vor Ort mehr oder weniger beendet. Jetzt ist die Firma Lobbe am Zug, die Straßen.NRW mit der Reinigung der Straße beauftragt hat. Ein erstes Spezialfahrzeug ist bereits eingetroffen. Die Straße ist so glatt, dass sich drei Autos auf dem ausgelaufenen Öl gedreht hatten, bis die B229 komplett gesperrt wurde.

Die Umfahrung der Sperrung über Brüninghausen und Wigginghausen ist nur mit Kleinwagen möglich. In der einspurigen Straße sind tiefe Schlaglöcher, größere Wagen kommen nicht um die scharfen Kurven und setzen auf.

Ortskundige Verkehrsteilnehmer können die Sperrung über Brüninghausen, Wigginghausen und die Schwarze Ahe umfahren, um anschließend wieder auf die B229 zu kommen. Dies gilt allerdings nicht für den Schwerlastverkehr. Lkw, die aus Richtung Lüdenscheid kommend vor der Sperrung stehen, müssen zurück zur Autobahn, um dann über Lüdenscheid-Süd, Herscheid und Plettenberg nach Werdohl zu kommen.

Wie die Polizei soeben mitteilte, ist der Bereich zwischen der Einfahrt Rotenhohl und der Ortslage Altenmühle derzeit für den Feuerwehreinsatz komplett gesperrt. Grund ist eine Ölspur. Die erste Meldung erreichte Polizei und Feuerwehr um 9.30 Uhr. Nach kurzer Begutachtung entschieden sich die Einsatzkräfte zur Sperrung. Betroffen sind beide Fahrtrichtungen. Nachdem zunächst noch unklar war, um welchen Stoff es sich handelt, erklärte Kai Tebrün, Leiter der Werdohler Feuerwehr, die dort mit mehreren Kräften im Einsatz ist, dass es sich um besonders zähflüssiges Hydrauliköl handeln soll.

„Dieses ist natürlich besonders schwierig von der Straße zu bekommen. Deshalb dürfte die ganze Sache sicherlich einige Stunden dauern“, so Tebrün. Ein anderer Experte sagte vor Ort, dass die ganze Sache eventuell sogar bis in die Abendstunden dauern könne. Das Öl ist nach ersten Erkenntnissen aus einem sogenannten IBC-Container, auch als Tankcontainer bekannt, ausgelaufen. Dieser hat wohl ungesichert auf dem Anhänger eines Transporters gestanden und war in einer Kurve von dem Anhänger gerutscht. Der Verursacher soll anschließend geflüchtet sein.

Die B229 und damit die momentan einzige Verbindung zwischen Werdohl und Lüdenscheid ist komplett gesperrt.

Weil die B229 in diesem Bereich durch das ausgelaufene Öl rutschig und deshalb nicht zu befahren ist, musste die Vollsperrung veranlasst werden. Mittlerweile haben sich in beiden Fahrtrichtungen kilometerlange Rückstaus gebildet. Auf einem kleinen Parkplatz in Bärenstein hat die Polizei eine Art Wendeschleife eingerichtet. Hier müssen sämtliche Verkehrsteilnehmer drehen und wieder die Rückfahrt antreten.

Experten von Polizei, Feuerwehr, Straßen.NRW und dem Märkischen Kreis beraten, wie jetzt weiter vorgegangen werden soll.

Mittlerweile ist auch der Landesbetrieb Straßen.NRW als Straßenbaulastträger vor Ort und hat veranlasst, dass die Straße durch ein Spezialunternehmen gereinigt wird. Auch der beschädigte Container liegt noch am Straßenrand in der Rotenhohl-Kurbe am Sportplatz und muss geborgen werden. „Der Großteil des Öls befindet sich noch in diesem Container“, so Tebrün. Dieses wird durch die Feuerwehr derzeit abgepumpt. Das ausgelaufene Öl ist mittlerweile abgestreut.

Das noch im Container befindliche Öl wird durch die Feuerwehr abgepumpt.

Die Sperrung der ohnehin stark beanspruchte B229 zwischen Lüdenscheid und Werdohl sorgt derzeit für ein Verkehrschaos. Zuletzt hatte das Linksabbiegeverbot an der L694 (Wettringhof) für Ärger und Frust gesorgt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare