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Sperrung der B229: „Keiner kommt aus Werdohl raus“

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Von: Carla Witt

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B 229 im Versetal ist gesperrt
Trotz dieser Beschilderung sind am Montag einige Lkw-Fahrer bis zum Baustellenbereich gefahren. © Cornelius Popovici

Die Vollsperrung der Bundesstraße 229 im Bereich Versetal zum Ferienbeginn kostet sowohl Auto- und Lastwagenfahrer als auch Anwohner Nerven.

Werdohl/Herscheid – Auch wenn das befürchtete Verkehrschaos zum Glück ausblieb, müssen Verkehrsteilnehmer mitunter deutlich mehr Fahrzeit einplanen und stehen im Stau. Das Verkehrsaufkommen ist trotz der Ferien erhöht – sowohl auf der ausgeschilderten Umleitungsstrecke, als auch auf Schleichwegen, die sich manche Fahrer suchen.

Lkw-Fahrer drehen vor dem gesperrten Baustellenbereich

Andrea Mentzel, Leiterin der Abteilung Ordnung und Einwohnerwesen bei der Stadt Werdohl, sprach von einem fast schon üblichen Szenario bei derartigen Baustellen: „Am ersten Tag ist es immer ein wenig gerölliger.“ So sei ihr davon berichtet worden, dass im Verlauf des Montages manch ein Lkw-Fahrer sein Glück versuchte und trotz entsprechender Beschilderung auf herkömmlichem Weg über die B 229 von Werdohl in Richtung Lüdenscheid fahren wollte.

Doch spätestens vor dem komplett gesperrten Baustellenbereich sei auch für diese Fahrer Endstation gewesen. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als mit ihren Fahrzeugen zu drehen; zu wesentlichen Problemen sei es dabei nicht gekommen, sagt die Werdohler Ordnungsamtsleiterin, die ansonsten von einem Maßnahmebeginn ganz nach Plan sprach.

Anwohner berichten von gefährlichen Situationen

Dagegen ärgern sich die Anwohner der Umleitungsstrecken über Lärm und Autoabgase – und sie berichten teilweise von gefährlichen Situationen. So hätten sich zahlreiche Lastwagen im Begegnungsverkehr auf der Landstraße 879 in Schwarze Ahe viele Male im Schritttempo aneinander vorbei manövrieren müssen. Nicht immer sei das gelungen, erzählt Anwohnerin Ina Heift, die von einem beschädigten Zaun in der Nachbarschaft und einem beschädigten Auto berichtet, das an der Straße geparkt war.

Sattelschlepper auf dem Ludemerter Weg

Doch auch Werdohler berichten von bizarren Ereignissen. Karin Sauer, die am Ludemerter Weg wohnt, staunte am Montag nicht schlecht, als ein Sattelschlepper mit Anhänger vor ihrer Tür nicht mehr weiterkam. Einige Helfer standen dem Fahrer bei, der den Lkw ganz langsam zurücksetzen musste. „Das war Millimeterarbeit an unserem Zaun vorbei“, stellt sie fest.

Aufgrund der Straßensperrungen sei der Lastwagenfahrer den Umleitungsschildern gefolgt, die für Anlieger der Straße Waldschlösschen bestimmt sind. „Er dachte wohl, dass er über die Umleitung auch nach Lüdenscheid kommt“, so Karin Sauer. Das habe auch eine Gruppe Motorradfahrer aus den Niederlanden vermutet, die kurz nach dem Lkw-Fahrer den Ludemerter Weg nutzen wollte.

Kritik an den Ampelschaltungen vor Lüdenscheid

Die Sperrung im Versetal war am vergangenen Mittwoch auch ein Thema im Rat. Dirk Middendorf (CDU) befürchtete – auch mit Blick auf die Sperrung der L 694 in Wettringhof – „dass bald keiner mehr aus Werdohl rauskommt“. „Es wäre wesentlich besser gewesen, das Versetal erst nach der Fertigstellung von Wettringhof zu sperren.“

Middendorf bat Bürgermeister Andreas Späinghaus, das Gespräch mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW zu suchen: „Die Frequenzen der beiden Ampeln im Bereich der Autobahnauffahrt in Lüdenscheid müssen geändert werden.“ Nur dann hätten auch Autofahrer, die aus Richtung Werdohl kommen, in Stoßzeiten eine Chance, diesen Bereich der Brunscheider Straße zu passieren. Das könne und müsse kurzfristig geschehen, so der Ratsherr.

Er fügte hinzu: „Es geht ja schließlich auch um den Rettungsverkehr nach Lüdenscheid ins Klinikum.“ Das müsse höchste Priorität haben. Dem konnte sich Bürgermeister Andreas Späinghaus nur anschließen. Die Ampelschaltungen seien auch bereits in großer Runde mit Vertretern des Landesbetriebs thematisiert worden. Passiert sei bisher aber leider noch nichts.

Auch der Beginn der Baumaßnahme im Versetal und das zusätzliche Verkehrsaufkommen auf der Brunscheider Straße haben daran offensichtlich nichts geändert, berichtete Dirk Middendorf am Dienstag: „Es muss jetzt einfach etwas passieren.“

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